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Streit um Tarifvertrag: Verdi weitet Streiks bei Amazon erneut aus

Verdi verschärft die Gangart im Tarifkonflikt mit Amazon: Die Streiks werden an vier von acht Standorten bundesweit bis Heiligabend verlängert. Außerdem klagt die Gewerkschaft gegen Sonntagsarbeit.

Streikende Mitarbeiter vor dem Logistik-Zentrum von Amazon in Bad Hersfeld

Streikende Mitarbeiter vor dem Logistik-Zentrum von Amazon in Bad Hersfeld

Kurz vor Weihnachten werden die Streiks beim Online-Händler Amazon noch einmal ausgeweitet. Auch an den Standorten Bad Hersfeld, Leipzig und Rheinberg legen die Beschäftigten bis Heiligabend die Arbeit nieder, wie die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in Berlin ankündigte. Damit werden demnach bis Weihnachten vier der acht Amazon-Standorte bestreikt. In Graben bei Augsburg hatten die Beschäftigten bereits zuvor entschieden, bis zum 24. Dezember weiter zu streiken. Heute beteiligten sich laut Verdi rund 2400 Beschäftigte an den Streiks.

Verdi-Chef Frank Bsirske sicherte den Streikenden in einer Grußbotschaft die Unterstützung zu. "Die gesamte Organisation steht hinter euch und unterstützt euch dabei, eure Grundrechte einzufordern", schrieb Bsirske. Mit den Streiks würden sie Tarifverträge durchsetzen.

Klage gegen Sonntagsarbeit

Die Gewerkschaft reichte zudem nach eigenen Angaben vor den Verwaltungsgerichten Kassel und Leipzig Klage gegen die von den Behörden für die Standorte Bad Hersfeld und Leipzig bewilligte Sonntagsarbeit am kommenden Wochenende ein. Die eingereichte Klage entfaltet demnach umgehend aufschiebende Wirkung, so dass Amazon an beiden Standorten bis auf weiteres nicht am Sonntag arbeiten lassen kann.

Der US-Konzern weigert sich, mit Verdi einen Tarifvertrag für seine Mitarbeiter in Deutschland auszuhandeln. Die Gewerkschaft will für die Amazon-Beschäftigten Verträge nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels durchsetzen. Seit dem Frühjahr 2013 ruft Verdi deshalb immer wieder zu Arbeitsniederlegungen auf.

yps/AFP / AFP