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Ratgeber Allergie

Wenn kein Atemzug selbstverständlich ist

Diagnose

Je eher Asthma erkannt wird, desto besser kann es behandelt werden. Leider vergehen durchschnittlich etwa fünf Jahre, bis die Erkrankung tatsächlich richtig therapiert wird. Gerade, wenn Asthma mit Luftnot bei körperlicher Anstrengung beginnt, gehen viele Betroffene lange von einer schlechten Kondition aus. Es ist deshalb sehr wichtig, auch leichte Symptome ernst zu nehmen und medizinisch abklären zu lassen.

Der Arzt wird in einem Gespräch zunächst genau nach den Beschwerden und der Vorgeschichte fragen: Wann, wie oft und wie lange treten sie auf? Wie genau fühlen sie sich an? Verändern sich die Symptome mit Ortswechseln, mit der Tages- oder Jahreszeit? Danach geht er auf Ursachenforschung: Welche Krankheiten kommen in der Familie vor? Welche Allergien sind bekannt? Welche Faktoren lösen die Beschwerden aus (Kälte, Nebel, Anstrengung, Rauch…)? Gibt es Nahrungsmittel oder Medikamente, welche die Beschwerden auslösen könnten? Eine Checkliste hilft Ihnen, sich auf das Arztgespräch vorzubereiten.

Weitere Untersuchungen der Atemwege

Nach den Vorgesprächen und einer allgemeinen körperlichen Untersuchung werden bei Verdacht auf eine Einschränkung der Lungenfunktion dann weitere Tests gemacht:

  • Peak Flow (Exspiratorischer Spitzenfluss, Peak Expiratory Flow Rate, PEF): Peak Flow bedeutet "stärkste Strömung". Beim Messen des Peak Flow geht es also darum herauszufinden, wie stark der Patient ausatmen kann. Dazu pustet er mit aller Kraft in ein kleines Gerät. Dieses "Peak-Flow-Meter" misst die Atemstromstärke. Das aussagekräftigste Ergebnis der Peak-Flow-Messung ist die 24-Stunden-Variabilität: die Veränderungen des Peak-Flows innerhalb eines Tages. Dieser Wert gilt für die Diagnose als ähnlich zuverlässig wie die Ergebnisse der Spirometrie. Wichtiger als für die erste Diagnose ist der Peak Flow jedoch für die Langzeitkontrolle von Asthma. Denn an den Schwankungen des Peak Flows lässt sich die Wirksamkeit der Therapie genau überprüfen.
  • Spirometrie: Hausärzte und Lungenärzte bieten die Spirometrie an. Dazu pustet der Patient in ein Gerät, das Messwerte liefert, die bei der Diagnose von Asthma sehr zuverlässig sind.
  • Großer Lungenfunktionstest (Body- oder Ganzkörper-Plethysmographie): Diese Untersuchung liefert genauere Messwerte, wenn die vorherigen Tests kein klares Ergebnis erbracht haben. Während der "großen Lungenfunktion" sitzt der Patient in einer Glaskabine, die einer Telefonzelle ähnelt, und pustet in ein Messgerät. Mit dieser Untersuchung lässt sich auch das so genannte Residualvolumen feststellen - jene Menge Luft, die nach dem Ausatmen in der Lunge zurück bleibt. Sie ist ein Wert, der wichtig ist, um den Langzeitverlauf des Asthmas beurteilen zu können.
  • Bei unklarem Befund können außerdem Untersuchungen wie Röntgen oder Computertomographie (CT), eine Lungenspiegelung, Bluttests oder Untersuchungen des Bronchialschleims helfen, eine eindeutige Diagnose zu stellen und andere Krankheiten auszuschließen.

Allgemeine Allergietests

Patienten mit allergischem Asthma sollten alle Stoffe, die bei ihnen Abwehrreaktionen hervorrufen, kennen und sie weitgehend meiden. Diese Allergene kann der Arzt mit Hilfe verschiedener Allergietests bestimmen. Dabei überprüft er vor allem jene Stoffe, die er nach dem Vorgespräch in Verdacht hat.

  • Pricktest: Bei diesem Hauttest am Unterarm oder auf dem Rücken sticht (englisch: to prick) der Arzt mit eine kleinen Lanzette den verdächtigen Stoff in die Haut. Nach zehn bis zwanzig Minuten bilden sich rote Stellen oder Quaddeln, sofern der Patient tatsächlich allergisch reagiert. Liefert der Pricktest kein eindeutiges Ergebnis, kann zusätzlich das Blut auf Antikörper getestet werden.
  • Bluttest: Das Blut wird im Labor auf Antikörper (Immunglobuline, IgE) getestet, die das Immunsystem womöglich gegen bestimmte Allergene gebildet hat. Dazu wird entweder der Spiegel des IgE im Blut insgesamt (Gesamt-IgE) gestestet oder nach ganz speziellen Antikörpern gesucht (spezifisches IgE). Das Gesamt-IgE kann jedoch nur einen bestehenden Allergieverdacht unterstützen. Das spezifische IgE ist insgesamt aussagekräftiger.
  • Provokationstest: In manchen Fällen, zum Beispiel bei Berufsasthma, steht ein spezifischer Stoff in Verdacht, die Überreaktion der Bronchien auszulösen. Bei anderen Patienten steht auch nach den vorangegangenen Allergietests noch nicht fest, ob die festgestellte Allergie tatsächlich auch verantwortlich für die asthmatischen Beschwerden ist. Bei einem Provokationstest atmet der Patient dann eine kleine Menge der Substanzen ein, um ihre Wirkung gezielt zu testen. Diese Tests können gefährlich sein, deshalb muss ein Arzt sie betreuen, und es muss eine Notfallbereitschaft geben, um schwere allergische Reaktionen sofort behandeln zu können.

Keine voreiligen Schlüsse!

Ein allergisches Asthma kann mit anderen Krankheiten verwechselt werden, etwa mit einer Chronisch obstruktiven Bronchitis (COPD) oder einem Lungenemphysem.

Die COPD ist eine ständige Entzündung der Bronchien, welche die Atemwege verengt und vor allem das Ausatmen erschwert. Sie kann mit einem Lungenemphysem einhergehen. Die häufigste Ursache für die Erkrankung ist das Rauchen. COPD wird oft für Asthma gehalten, weil sich die Symptome sehr ähneln: Atemnot, Husten, pfeifende Atemgeräusche (Giemen) oder Brummen in der Lunge und Schwierigkeiten beim Ausatmen.

Das Lungenemphysem ist eine strukturelle Veränderung der Lunge. Dabei werden die Lungenbläschen teilweise zerstört, es kommt zu einem Spannungsverlust in der Lunge, so dass die Bronchien beim Ausatmen teilweise oder ganz zusammengedrückt werden. Wie bei Asthma kommt es auch bei einem Lungenemphysem zu plötzlicher Atemnot, vor allem bei Anstrengung.

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