Eine Veranlagung ist nicht allein für die Entstehung von allergischem Asthma verantwortlich. Zwar konnten bereits einige Gene identifiziert werden, die womöglich die Anlagen für atopische Erkrankungen wie eben Asthma, aber auch Neurodermitis oder Heuschnupfen tragen. Jedoch scheinen sie nicht alleinverantwortlich für eine Erkrankung zu sein. Offenbar muss noch eine Erbanlage für die ständige Entzündungsbereitschaft der Bronchien hinzukommen.
Bislang gab es nur Theorien darüber, weshalb immer mehr Bürger der Industrienationen an Allergien und Asthma erkranken. Ein groß angelegte europäische Studie mit dem Kurznamen "Gabriel" will Fakten schaffen: 150 Wissenschaftler aus vierzehn europäischen Ländern untersuchen seit 2006, welchen Anteil Gene und Umwelteinflüsse tatsächlich haben. Die Studie läuft noch bis August 2010. Gefördert wird sie mit elf Millionen Euro von der EU.
Gespannt sind die Forscher vor allem darauf, ob die Ergebnisse auch die so genannte "Hygiene-Hypothese" stützen: Danach soll ausgerechnet die saubere Umgebung, in der wir heute leben, die Überempfindlichkeit des Immunsystems verursachen. Insgesamt sollen rund 40.000 Menschen für die Studie untersucht werden. Erste Ergebnisse unterstützen die Hygiene-Hypothese. Kinder, die auf Bauernhöfen leben und somit mehr Allergenen in den ersten Lebensjahren ausgesetzt sind, scheinen seltener unter Allergien und Asthma zu leiden.