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13. März 2009, 11:16 Uhr

Staat nimmt rund zwei Milliarden Euro ein

Laut eines Medienberichtes nimmt der Staat bei voller Ausschöpfung der Abwrackprämie rund zwei Milliarden Euro an Mehrwert- und Gewerbesteuer ein. Ein Plus von 500 Millionen Euro. Das Finanzministerium spricht dagegen von einer "Milchmädchenrechnung".

Abwrackprämie, Umweltprämie, Steuereinnahmen

2500 Euro stellt der Staat als Umweltprämie pro Neuwagenkauf zur Verfügung, insgesamt 1,5 Milliarden Euro© Armin Weigel/DPA

Die Autokäufe mit Abwrackprämie bringen dem Staat nach Berechnungen des Magazins "auto motor und sport" mehr Geld ein, als die Prämie kostet. Wie die Zeitschrift am Donnerstag berichtete, stehen Ausgaben von 1,5 Milliarden Euro Steuermehreinnahmen von 1,98 Milliarden Euro gegenüber. Das Finanzministerium nannte das eine "Milchmädchenrechnung", da den Steuereinnahmen durch Neuwagenkäufe Steuerausfälle gegenüberstünden, weil die Autokäufer wegen des Autos auf andere Anschaffungen verzichten würden. Nach Angaben des Magazins wird der Staat allein über den Verkauf von Neu- und Jahreswagen rund 1,19 Milliarden Euro Mehrwertsteuer einnehmen. Dazu kämen 790 Millionen Euro Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer, die in die Kassen der Kommunen flössen. Die Berechnung stützt sich auf Daten des Zentralverbands des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK). Dabei wurde ein Durchschnittspreis von 11.000 Euro für einen Neuwagen und von 16.500 Euro für einen Jahreswagen angenommen.

"Leider" handele es sich um eine Milchmädchenrechnung, erklärte dazu der Sprecher des Finanzministeriums, Stefan Olbermann. Er machte geltend, dass Mindereinnahmen in gleicher Größenordnung gegenüberstünden. "Schließlich können die Bürgerinnen und Bürger jeden zum Konsum zur Verfügung stehenden Euro nur einmal ausgeben." Wer sich in diesem Jahr, angeregt durch die Abwrackprämie, ein neues Auto kaufe, verschiebe zum Beispiel den Kauf der neuen Ledergarnitur oder die Anschaffung einer teuren Heimkino-Anlage. "Wäre dem nicht so, würden wir uns vehement für zusätzliche Prämien stark machen als Teil einer ausgeklügelten Strategie zur Sanierung der Staatsfinanzen", erklärte Olbermann.

Nach stern.de-Informationen konnte Volkswagen bislang am stärksten von der Abwrackprämie profitieren. So habe VW bis Anfang März rund 90.000 Kaufverträge aufgrund der Prämie abgeschlossen. Danach folgten die VW-Tochter Skoda mit 49.000 Verträgen, Opel mit 40.000 Verträgen sowie Fiat und Renault mit jeweils 30.000 Verträgen. Der Autobauer Ford meldete, dank Abwrackprämie habe er seinen Absatz im Februar deutlich steigern können. Im Vergleich zum Vorjahresmonat legte Ford in Deutschland vor allem durch den Verkauf seiner Kleinwagen um knapp 44 Prozent zu.

Zur Zeit sind beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) 241.280 Anträge auf Gewährung der Umweltprämie eingegangen (Stand: 13. März 2009). Anfang der Woche hatte der Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes allerdings mitgeteilt, dass bei Händlern und Herstellern bereits 420.000 Kaufverträge auf Basis der Abwrackprämie vorliegen (Stand: 6. März 2009). Für viele PKW konnte der Antrag beim Bafa vor allem aufgrund langer Lieferzeiten nicht eingereicht werden, da dies momentan nur mit dem Nachweis der Zulassung des neuen Autos und dem Verschrottungsnachweis für den Altwagen möglich ist. Ab dem 30. März führt das Bafa eine Reservierungsmöglichkeit gegen Vorlage eines rechtsverbindlichen Kaufvertrages ein.

Der Verkehrsclub Deutschland wandte sich am Donnerstag gegen eine Ausweitung der Abwrackprämie. Die Prämie sei an keinerlei Umweltkriterien geknüpft und benachteilige Menschen, die ohne Auto mobil sein wollten, kritisierte der VCD. Außerdem tauge die Abwrackprämie auch als Konjunkturprogramm nur wenig, weil vor allem ausländische Autohersteller profitierten. Der Staat dürfe aus diesen Gründen auf keinen Fall weitere Steuergelder für den Autoneukauf ausgeben. Mit dem Argument, schon in vier Wochen könnten die 600.000 Abwrackprämien für 1,5 Milliarden Euro vergeben sein, setzte sich VW-Chef Martin Winterkorn für eine Aufstockung ein.

Der Bundesverband der freien Kfz-Händler (BVfK) und der Zentralverband des Deutschen Kfz-Gewerbes (ZDK) erklärten am Donnerstag in der "Bild"-Zeitung, bislang seien 430.000 Kaufverträge für Neu- und Jahreswagen mit Abwrackprämie abgeschlossen. Das Geld reiche nur noch für 170.000 Verträge. Dem Bericht zufolge hat allerdings Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) am Mittwoch intern erneut deutlich gemacht, dass nicht mehr Geld zur Verfügung gestellt werde.

be/AP

 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
emanuel (14.03.2009, 20:30 Uhr)
Abwrackprämie
Die Menschen, die noch über genug gespartes haben und unbedingt der Meinung sind die kaufen sich mit dieser Abwrackprämie ein neues Auto. Die anderen lassen Finanzieren. Die sogenannten Reichen können sich immer wenn sie es brauchen ein neues Auto kaufen. Dann kommen noch die, die kein Geld für solch große Geldausgaben haben. So und nun Halleluja der Autohandel macht eben das Geschäft des Jahrhunderts. Aber hat sich schon mal jemand gefragt was die Autohändler danach verkaufen? Denn im nächsten Jahr werden die Umsätze einbrechen und das wiederum wird eine menge Arbeitsplätze in der Autoindustrie und den Zulieferern kosten. Was auch immer die Herrschaften in der Regierung sich dabei gedacht haben, ich kann mir nicht vorstellen, dass sie so Blauäugig sind und denken das die Kriese im nächsten Jahr überstanden ist. Also was haben sie wohl damit bezweckt? Die Mehrwertsteuer Erhöhung zurück nehmen wäre auf lange Sicht Erfolgversprechender gewesen. Aber vielleicht irre ich mich auch. Wer weiß das schon.
Leondriel (13.03.2009, 15:18 Uhr)
Doch ist es, Troll
Rechnung der Auto Motor & Sport:
Steuersatz * Neupreis = Steuerplus durch Abwrackpremie
.
Wohl eher zutreffende Rechnung:
Steuersatz * (Abwrackpremie - Wert des Altfahrzeugs) = Steuerplus durch Abwrackpremie
.
Denn alles, was nicht Abwrackprämie ist ist Privatvermögen, und da spielt es keine Rolle was ich mir damit kaufe.
Ihr Name ist Programm, oder?
troller (13.03.2009, 13:18 Uhr)
Es ist keine
Milchmädchenrechnung, da andere Konsumgüter NICHT vom Staat bezuschußt werden. Im üngünstigsten Fall wird für den Staat eine Null herauskommen. Kein Politiker würde im Traum darauf kommen, dem Bürger etwas zu schenken. Im übrigen: Mit einem Ledersofa oder einer Stereoanlage läßt sich´s schlecht zur Abeit oder dem AA fahren...
Leondriel (13.03.2009, 12:50 Uhr)
@yahbluez: Eigentor
Na und dass der Bürger den Spargroschen, den er nun für sein Auto ausgibt, nicht für seine Heimkino-Anlage ausgeben kann, darauf kommen Sie wohl nicht. Analog zu Ihnen müsste ich Sie nun als Dummkopf titulieren.
.
Ich gebs ja auch nur ungern zu, aber ausnahmsweise macht das durchaus Sinn, was der Politiker da vorbringt. Geld kann man nur einmal ausgeben, auch den Spargroschen. Man könnte höchstens noch sagen dass mancher sonst einfach weiter sparen würde und so zum Ausgeben animiert wurde, aber das dürfte trotz allem die Minderheit sein. Zumal die Abwrackprämie garnicht sooo hoch ist, wenn man von ihr den Wert des Altfahrzeugs abzieht.
yahbluez (13.03.2009, 12:27 Uhr)
Was für ein Dummkopf
Auf die Idee das die Bürger für den Autokauf ihre Spargroschen verwenden kann er als Politiker natürlich auf keinen Fall kommen. Da er also Politiker das verschwenden und auf pump kaufen gewohnt ist ist alles andere für den Dummkopf schon eine Milchmädchen Rechnung. So sind sie die Volksvertreter der Horizont reicht Tapfer bis zum Rand der Brille.
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