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13. November 2008, 16:14 Uhr

New Schiff on the Block

Der Infiniti FX ist ein extravagantes PS-Monster. Vieles kann das japanische Edel-SUV nicht besser als die Konkurrenz. Doch beim Preis-Leistungs-Verhältnis schlägt seine große Stunde.

Mit dem neuen FX50S wagt Infiniti den Frontalangriff auf deutsche Luxus-SUVs© Hersteller/Press-inform

Wer sich mit seinem SUV radikal von anderen Marken abheben will, hat wenig Auswahl. Ganz Mutige wählen einen Ssangyong, doch weder bei den Motoren noch beim Fahrverhalten sind die eigenwilligen Geländewagen eine Alternative zu BMW X5, Mercedes M-Klasse oder VW Touareg. Nun wagt ein neuer Hersteller den Frontalangriff auf deutsche Luxus-SUV. Infiniti ist in den USA ein alter Bekannter, in Deutschland genießt Nissans Edelsparte Exoten-Status. Der alte FX erreichte unsere Gestade nur als Grauimport.

Der neue FX wurde mit zahlreichen Modifikationen für den europäischen Markt fit gemacht und soll im Herbst 2009 ab ungefähr 55.000 Euro (FX37, V6 mit 320 PS) beziehungsweise 70.000 Euro (FX50S, V8 mit 390 PS) zu haben sein. Das Design ist ein Statement – wenn man den FX schwarz lackiert, könnte er glatt als Dienstwagen von Darth Vader durchgehen. Der Fahrer schaut über einen gigantischen Bug mit wulstigen Kotflügeln. Bei engen Platzverhältnissen gerät man in dem 4,87 Meter langen und 2,13 Meter breiten SUV schnell ins Schwitzen. Entschärft wird die Situation allerdings durch das im FX50S serienmäßige Rundumsicht-System, bei dem vier Kameras die Umgebung des Autos aufnehmen. Der Computer berechnet daraus eine Draufsicht mit dem Wagen als Mittelpunkt, so dass man den FX wie den Helden eines Computerspiels um Hindernisse herum bugsieren kann.

Mogelpackung

Wenn man das Design des Wagens und ein paar technische Highlights einmal ausklammert, entpuppt sich der FX als gewöhnlicher SUV. Beim Platzangebot ist er gar eine Mogelpackung: Der Wagen sieht von außen größer aus, als er tatsächlich ist. Auf den Vordersitzen kann man es sich noch bequem machen, doch hinten ist die Kniefreiheit nur Durchschnitt. Das Kofferraumvolumen bleibt mit 410 Litern weit hinter dem eines BMW X5 (620 Liter), Porsche Cayenne (540 Liter) oder Volvo XC90 (483 Liter) zurück. Die Laderaumöffnung ist zwar schön breit, die Ladekante aber viel zu hoch. Immerhin gleitet beim Umklappen der Rücksitze eine Teppichbrücke über den Spalt zwischen Laderaum und Sitzlehne und erleichtert so das Einladen sperriger Gegenstände.

Einmal in Fahrt gebracht, hinterlässt der FX einen angenehmen Eindruck. Der Federungskomfort ist ausgezeichnet, und auch wenn der Geländewagen in schnellen Kurven nicht so agil ist wie ein X6 oder Cayenne, lässt sich das Designer-Ungetüm gut beherrschen. Die mitlenkenden Hinterräder machen den FX überraschend wendig. Der 390 PS starke V8 befördert den zwei Tonnen schweren Wagen in 5,8 Sekunden auf 100 Km/h. An der Zapfsäule fordert die geballte Kraft ihren Tribut. 13 Liter lautet der Durchschnittsverbrauch pro 100 Kilometer (vorläufige Werksangabe).

Super Serienausstattung

In einer Disziplin kann der FX der Konkurrenz das Fürchten lehren: Die Serienausstattung sucht ihresgleichen. Schon das Basismodell FX37 GT bietet Siebengang-Automatik, Rückfahrkamera, Tempomat, Audiosystem mit sieben Lautsprechern und CD-Wechsler, elektrisch verstellbare und beheizte Sitze, Lederausstattung, Zweizonen-Klimaautomatik, Bi-Xenonscheinwerfer mit Kurvenlicht und Reinigungsanlage, Glasschiebedach, Dachreling, Kratzschutz-Lack und viele weitere Ausstattungsmerkmale. Da muss sich die Konkurrenz - zumal die deutsche - in die Ecke stellen und schämen.

Der FX50S hat zusätzlich die aktive Hinterradlenkung, Rundumsicht-Monitor, Navigationssystem, Abstandstempomat, Sportsitze und elektronische Fahrwerksregelung an Bord. Aufpreis kosten nur ein Reserverad und Metalliclack. Wenn es beim angedeuteten Preis von 70.000 Euro bleibt, würde der FX50S mit Vollausstattung soviel kosten wie ein BMW X5 (V8, 355 PS) und rund 8000 Euro weniger als ein Cayenne GTS - beide mit Basisausstattung, wohlgemerkt.

Das persönliche Wunschauto

In der gegenwärtigen Absatzkrise der Branche dürfte es eine Marke mit ausschließlich PS-starken Motoren dennoch schwer haben. "Mit unserer Modellpalette decken wir nur etwa 3% des Premium-Marktes ab", beschreibt Infiniti-Sprecher Wayne Bruce die Nische, in die sich Infiniti quetschen will. Für den europäischen Marktauftritt gebe es in den nächsten Jahren deshalb auch keine Zahlenvorgaben, sondern nur ein Ziel: "Infiniti als Marke neben Audi, BMW und Mercedes zu etablieren", sagt Bruce. Dennoch will man bis 2013 die weltweiten Verkaufszahlen im Vergleich zu 2007 auf 300.000 Fahrzeuge verdoppeln. Einen V6-Dieselmotor und Hybridantrieb stellt Infiniti für 2010 in Aussicht.

Abheben wollen sich die Japaner mit exklusiven Vertriebszentren, in denen die Händler Kaufinteressenten auf einem 72 Zoll großen Bildschirm mit einem virtuellen Baukasten das persönliche Wunschauto zusammenstellen. Zur Inspektion wird der Wagen auf Wunsch abgeholt und zurückgebracht. Der "Touring Assistance"-Service der Marke ist nicht an das Fahrzeug gebunden, sondern seinen Besitzer - Infiniti verspricht auch dann Hilfe, wenn man mit dem Wagen einer anderen Marke liegen bleibt.

Sebastian Viehmann, press-inform
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
Buureremmel (14.11.2008, 09:54 Uhr)
Vielleicht macht sich die Redaktion
nur ein Späßchen daraus, die forums-notorischen Schreihälse und Neiddebattanten zu foppen? Pawlow sei dank springen die ja auch auf Knopfdruck an.
Ereichle (14.11.2008, 08:46 Uhr)
Ziemlich bigott das ganze
im einen Artikel Horrormeldungen über die angeblich so bedrohlichen Klimaveränderungen und ersaufende Eisbären, auf den nächsten Seiten Hymnen über saufende Dickschiffe.
Ist das Meinungsvielfalt oder lässt sich lediglich mit beidem Zeilenhonorar schinden
Aber Hallo?
MRP66 (13.11.2008, 19:43 Uhr)
ailenrog
das mit der PR-Masche haben schon viele gemerkt und ignorieren diese Artikel meist...
Aber der Spiegel macht's genauso. Stecken alle in einem Sack ;-)
ailenrog (13.11.2008, 17:07 Uhr)
Wieviel Geld bekommt der Stern für derartige PR?
Berichte über derartige Monster und Klimakiller finden sich in dieser Rubrik in schönster Regelmäßigkeit. Da fragt sich der naive Leser doch, wieviel Geld die PR-Agenturen für die 1:1 Übernahme ihres schwachsinnigen Geschreibsels wohl lockermachen?
Vor nicht allzulanger Zeit wollte man dem geneigten Leser hier sogar den Kauf des Hummers schmackhaft machen. Nach dem Motto, schaun mer mal, ob wir noch ein paar doofe deutsche Käufer finden können, nachdem der Heimatmarkt zusammengebrochen ist. Hallo, geht's noch?!?
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