HOME

Infiniti: Mit 300 PS durch die Krise

Jetzt kommt eine Marke nach Europa, die ausschließlich Geländewagen und Luxusautos mit mehr als 300 PS verkauft. Infiniti-Regionaldirektor Jürgen Schmitz spricht über einen schwierigen Markstart und den noblen Anspruch der Marke.

In den vergangenen 15 Jahren war Infiniti praktisch nur in den USA präsent. Nun folgt die große Expansion, warum?

Jürgen Schmitz: Lange wurden die Autos zu sehr mit Nissan in Verbindung gesetzt. Es gab zwei Schlüsselmodelle, die das Schicksal der Marke verändert haben: Die G35 Limousine und der FX. Vor allem der FX war sozusagen eine mobile Werbetafel für uns - aufregend gestylt, schnell und sexy. Das hat Infiniti völlig neue Luxusmärkte in der ganzen Welt eröffnet. In den USA haben wir im vergangenen Jahr 125.000 Autos verkauft, mehr als Audi. Weltweit waren es etwa 150.000 Autos.

Das heißt, dass Infiniti nach wie vor vom US-Markt extrem abhängig ist.

Die USA werden wahrscheinlich immer der wichtigste Markt für uns bleiben. Ende 2006 allerdings sind wir in Russland gestartet und haben im vergangenen Jahr dort schon 5000 Autos verkauft, in den nächsten zwei Jahren dürften sich die Zahlen verdoppeln. Wir wachsen auch auf anderen neuen Märkten, etwa Südkorea, Taiwan, China oder in den Vereinigten Arabischen Emiraten. In Dubai zum Beispiel sind wir der am schnellsten wachsende Luxuswagenhersteller - noch vor Lexus. Die deutschen Premiumhersteller sitzen in den neuen Märkten nicht so fest im Sattel. Zudem sind es Länder, in denen Benzinmotoren die Hauptrolle spielen. Es ist für Infiniti deshalb relativ leicht, dort Fuß zu fassen.

In den USA dagegen sacken die Verkaufszahlen vor allem bei großen SUV in den Keller.

Der Modellmix in den USA ist aber auch ein anderer als in den neuen Märkten. Rund 50% unserer US-Verkäufe entfallen auf die Limousine und das Coupé der G-Serie. Wir verkaufen in Nordamerika zwar auch den großen SUV QX, den es in anderen Ländern gar nicht gibt. Gleichzeitig haben wir mit dem EX aber auch einen kompakteren SUV gestartet. Wir gehen davon aus, dass wir uns auf dem US-Markt weiterhin gut behaupten werden. Unser weltweites Ziel lautet, die Verkaufszahlen bis 2013 auf 300.000 Fahrzeuge zu verdoppeln. Daran wird auch der westeuropäische Markt einen gewissen Anteil haben.

Das dürfte nicht leicht werden. In Frankreich beispielsweise sind die Verkaufszahlen großer Autos mit starken Benzinmotoren deutlich zurückgegangen, seit die Zulassungssteuer direkt an den CO2-Ausstoß gekoppelt wurde.

Der Zeitpunkt mag momentan nicht als der beste erscheinen, doch wir haben den Start in Westeuropa seit mehr als drei Jahren geplant. In den anderen neuen Märkten außerhalb der USA kam Infiniti gut an. In Westeuropa gab es bereits mehr als 2000 Modelle des alten FX als Grauimporte - die Marke ist also schon jetzt nicht mehr ganz unbekannt. In Italien kostete der FX etwa 85.000 Euro, und die Käufer schlugen trotzdem zu - obwohl es für diese Grauimporte weder ordentliche Garantien noch ein Servicenetz gab. Zudem starten wir in Westeuropa mit einer komplett erneuerten Modellpalette. Unser Hauptziel in Westeuropa für die nächsten Jahre ist es nicht, bestimmte Verkaufszahlen zu erzielen, sondern Infiniti als Premium-Marke neben Audi, BMW und Mercedes zu etablieren. Einer unserer Kernwerte lautet dabei nach wie vor Performance, und das heißt für uns: Starke Benzinmotoren. Mit unserer Modellpalette - alle Fahrzeuge haben mehr als 300 PS - erreichen wir gerade einmal 3% des europäischen Premium-Marktes. Uns ist durchaus bewusst, dass wir in der Anfangsphase vielleicht nur einige hundert Fahrzeuge verkaufen werden.

Im Vergleich zu mehr als 100.000 Fahrzeugen in den USA?

Das gilt wie gesagt nur für die erste Phase. Die Infiniti-Strategie ist langfristiger Natur - wir machen das ordentlich und ohne Eile. Es ist eine vernünftige, clevere und pragmatische Art und Weise, einen neuen Luxuswagenhersteller auf dem härtesten Luxusmarkt der Welt zu etablieren. Wenn wir im Jahr 2013 in Westeuropa 25.000 Autos verkaufen, dann genügt uns das.

Steht mittlerweile das Händlernetz?

Wir starten mit 14 Infiniti-Centern auf 9 westeuropäischen Märkten, im nächsten Jahr kommen 7 weitere Center auf 5 Märkten hinzu. In Frankreich, Italien und Spanien sind wir bereits gestartet, und interessanterweise gingen die meisten Vorbestellungen bislang für unser teuerstes und stärkstes Produkt ein, den FX. Der FX ist das neueste "Must-Have" in einem Marktsegment, dessen Kunden nach wie vor wohlhabend sind. Für viele ist der FX ein Zweit- oder sogar Drittwagen.

Wie sieht es mit dem deutschen Händlernetz aus?

Bis auf England und Deutschland haben wir pro Land einen bestimmten Partner gewinnen können. Alle wurden sorgfältig ausgewählt und haben Erfahrung im Premium- oder Luxusbereich. Auf vielen Märkten werden unsere Autos neben Rolls-Royce, Ferrari oder Maserati stehen. In England und Deutschland gelang es uns nicht, einen einzelnen Partner zu finden, der das gesamte Land für uns abdecken konnte. Dafür haben wir regionale Experten gefunden, die Teile des Marktes übernehmen. Bis 2010 wird es 13 Standorte geben. Sicher sind bereits Standorte in Berlin, Stuttgart und Hamburg.

Infiniti verspricht, dass diese Center etwas ganz Besonderes seien. Was kann man sich darunter vorstellen?

Wir haben ein globales Konzept für unsere Infiniti-Centers entwickelt, das immer gleich sein wird - egal, ob man ein Center in München, Manchester oder Moskau betritt. Es gleicht mehr einer Lounge oder einem Hotel als einem traditionellen Verkaufsraum. Insgesamt werden wir mehr als 78 Infiniti-Centers in Europa haben. Ein wesentliches Element darin ist der 72 Zoll große Bildschirm, auf dem unsere Händler das persönliche Wunschauto der Kunden virtuell zusammenstellen können. Gleichzeitig liegen großzügige Materialproben aus, mit denen die Kunden "Look und Feel" ihres zukünftigen Autos erleben können. Bei der Fahrzeugübergabe im Center wird dem Kunden die Technik erklärt. Und weil gerade Männer dabei so aufgeregt sind, dass sie nicht richtig aufpassen, gibt es ein paar Tage oder Wochen später ein zweites Handover in aller Ruhe.

Welche Pläne gibt es für neue Motoren und Modellen?

2010 kommen Hybridantrieb sowie ein V6-Dieselmotor für die Modelle EX und FX. Wir werden außerdem die größte Herausforderung des Premium-Marktes angehen, nämlich das E-Segment. Unser Fahrzeug dort wird die nächste Generation der M-Serie sein. Wir werden unser Line-up auch nach unten abrunden, dieses Modell wird aber nicht aussehen wie ein Audi A3 oder 1er BMW. Langfristig wäre für Infiniti auch ein Elektroantrieb vorstellbar -wenn die Performance stimmt.

Sebastian Viehmann, press-inform / press-inform

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.