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Russen bauen Straßenbahn im Batman-Design

Endlich wird eine Super-Straßenbahn fürs iPhone-Zeitalter gebaut. Verwunderlich ist allerdings, dass ausgerechnet Putins Panzerfabrik die coole Tram mit futuristischer Technik und ultramodernen Design herstellt.

  Ein Straßenbahn wie aus einem Science-Fiction-Film

Ein Straßenbahn wie aus einem Science-Fiction-Film

In Russland ist die Straßenbahn nach wie vor allgegenwärtig. Großstädte wie Moskau und St. Petersburg unterhalten riesige Netze. Während in Deutschland viele Gemeinden die Straßenbahn zugunsten von Bussen zurückdrängten, hielt die UDSSR an dem schienenbasierten System fest - heute ist das rollende Material allerdings hoffnungslos veraltet. Bedarf für die Bahn R1 (Russland 1) ist also da.

  Die passende Uniform für die Fahrerin wurde auch entworfen.

Die passende Uniform für die Fahrerin wurde auch entworfen.


Business-Class im Nahverkehr

Bei der Planung ließ der Hersteller Uralwagonsavod den Designern frei Bahn. Und man merkt, dass hier nicht die Ingenieure federführend waren. Das vorgeführte Vorserienmodell wurde im auffälligen Batman-Schwarz gebaut. Stolz spricht die Firma davon, die erste Straßenbahn der Business-Class gebaut zu haben. Dabei kann Russland 1 nicht nur mit dem spektakulären Design, sondern auch mit zahlreichen technischen Innovationen glänzen. Die Straßenbahn ist das zweite Produkt von Uralwagonsawod, das in letzte Zeit weltweite Aufmerksamkeit auf sich zog. Denn Uralwagonsawod stellt auch Putins neuen Superpanzer, den T 14 Armata, her. Er gilt derzeit als modernster Panzer der Welt.

Hygiene-Vorsorge an Bord

Damit die Ansteckungsgefahr der Passagiere gering bleibt, wurden die Haltestangen aus einer keimabtötenden Kupferlegierung gefertigt. Spezielle Quarzlampen desinfizieren nachts den Fahrgastraum. Der Fahrer residiert in einem vorgelagerten Führerhaus, das man eher in einem Hochgeschwindigkeitszug erwarten würde. Sein großes Sichtfeld soll eine typische Gefahrensituation entschärfen: Passagiere, die die Gleisen an der Haltestelle überqueren wollen und bisher im toten Winkel verschwanden.

  Die R1 wurde 2014 auf einer Messe vorgestellt, nun sind die ersten Exemplare im Testbetrieb.

Die R1 wurde 2014 auf einer Messe vorgestellt, nun sind die ersten Exemplare im Testbetrieb.


Läuft auch mit Batterie

Nikolai Kirnos, Leiter des Produktionsbereichs Straßenbahnbau bei Uraltransmash, weist auf eine Besonderheit hin: Alle acht Räder eines Triebwagens verfügen über einen eigenen Antrieb, auch bei Ausfällen einzelner Motoren könne die R1 problemlos weiterfahren. Der ganze Antrieb folgt also einer anderen Philosophie als bisher. Doch der größte Unterschied ist, dass die Russen-Tram auch per Batterie fährt. 50 Kilometer soll die Reichweite betragen, danach muss die Bahn wieder ans Stromnetz. Für Kunden bedeutet das, dass sie auf die teueren Überleitungen verzichten können. Entweder ganz, oder auch nur dann, wenn sich auf einzelnen Abschnitten die hohen Leitungen nicht errichten lassen. Auch Kreuzungen von mehreren Linien und Unterführungen ließen sich weit einfacher einrichten als bisher.

Ein Showcase für die Messe

Bei den ersten Modellen wurde an nichts gespart: Handläufe aus Holz, Böden aus Linoleum, coole Loungemöbel und Wlan befinden sich an Bord. Unklar ist, was davon später über die Gleise rollen wird. Denn beim gezeigten Modell handelt es sich um einen Showcase, der zeigt, was möglich ist. Am Ende werden die Kunden bestimmen, was sie kaufen wollen. Auf der Firmenseite ist ein Entwurf für Marokko zu sehen, dort musste das wuchtige Schwarz schon einem freundlichen Himmelblau weichen.

Export geplant

Gezeigt wurde das Modell auf einer Messe im vergangenen Jahr, einige Modelle laufen jetzt im Testbetrieb, die Serienfertigung soll 2016 beginnen. Erste Kunden sind russische Großstädte. Aber die R1 ist ein Eroberer: Die Superstraßenbahn soll exportiert werden. Dabei wird nicht nur die führende Technik helfen, für die Super-Straßenbahn muss man auch nur etwa die Hälfte der Summe bezahlen, die für westliche Modelle verlangt wird..


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