Schicht für Schicht

28. März 2006, 11:03 Uhr

Als Carl Benz vor 120 Jahren auf seinem dreirädrigen "Motorwagen" über beschauliche Sträßchen tuckerte, reichten ihm hölzerne Speichenräder mit einer Gummiauflage. Wenn heute ein schwerer Mercedes S 500 mit 250 Sachen über die Autobahn jagt, muss es schon etwas mehr sein.

Auch ein Formel-1-Reifen folgt einen bestimmten Aufbau©

Moderne Autoreifen sind überaus komplexe Gebilde, die extreme Belastungen aushalten müssen. Ein Reifen besteht grob gesagt aus der Karkasse und dem Laufband. Beide Teile bestehen aus vielen verschiedenen Schichten. Im Querschnitt kann man - von innen nach außen gesehen - folgende Schichten unterscheiden:

Karkasse:

Wulstverstärker: Er besteht unter anderem aus Nylon, sorgt für Fahrstabilität und präzises Lenkverhalten. Die Wulst ist der Teil des Reifens, der mit dem Rad in Verbindung steht.

Stahlgürtel: Der in Kautschuk eingebettete Stahlkern sorgt für einen festen Sitz auf der Felge.

Kernprofil und Seitenstreifen: Beide Bestandteile werden aus Kautschuk gefertigt. Das Kernprofil ist wichtig für den Federungskomfort, der Seitenstreifen schützt die Karkasse vor Beschädigungen, zum Beispiel beim Entlangschrammen an der Bordsteinkante.

Innenschicht: Sie dichtet den mit Luft gefüllten Innenraum ab und ersetzt bei modernen schlauchlosen Reifen den Schlauch.

Textilkordeinlage: Besteht in der Regel aus gummiummantelten Textilfasern und bildet den letzten Bestandteil der Karkasse. Daher kommt auch der Spruch, dass ein Reifen "bis auf die Karkasse abgefahren" ist: Wenn man bei seinem Reifen diese Fasern sehen kann, hat man die Reifen schon sehr, sehr lange nicht mehr gewechselt.

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Laufband:

Stahlcord: Die wie ein Seil verknüpften Stahlbänder sorgen für Stabilität und verbessern den Rollwiderstand. Das ist der Widerstand, der beim Rollen dem Vortrieb des Autos entgegensteht. Je niedriger der Rollwiderstand, desto geringer ist auch der Spritverbrauch. Der Rollwiderstand ist bis zu einer Geschwindigkeit von etwa 100 Km/h sogar größer als der Luftwiderstand des Autos.

Spulbandlage: Sitzt über dem Stahlcord und besteht aus Nylon, das in Kautschuk eingebettet ist. Die Spulbandlage ist besonders wichtig bei Hochgeschwindigkeitsreifen.

Laufstreifen: Die Lauffläche hat direkten Kontakt zur Fahrbahn und ist mit dem Profil versehen. Die Seite des Laufstreifens nennt man Flanke, der Punkt, an dem Flanke und Lauffläche aufeinander treffen, ist die Reifenschulter. Der Laufstreifen besteht aus künstlichem Kautschuk und Naturkautschuk.

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