Das Luxuscoupé für jedermann

19. Januar 2012, 12:15 Uhr

Der schönste WVW wurde gründlich überarbeitet, Glubschaugen und Chromlatz sind Vergangenheit. Entfernt wurde auch der Name "Passat" – er klang zu sehr nach Biedermann.

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VW CC, Passat, Coupe, Volkswagem

Langgestreckte Eleganz auf bewährter Technik: Das CC-Konzept begeistert die Käufer©

Dass man bei Volkswagen stets lieber abwartet als den Trendsetter zu spielen, ist hinlänglich bekannt; genauso wie der Ausgang dieser Strategie. Ob es sich nun um den Familien-Van Touran oder den kompakten SUV Tiguan handelt, kaum auf der Straße, führen sie bereits mit weitem Abstand die Zulassungsstatistik an – zumindest in Deutschland.

Ähnlich erging es den Wolfsburgern mit dem viertürigen Coupé Passat CC, das 2008 auf den Markt kam, und von dem nicht wenige behaupteten, es sei nur eine, wenn auch gelungene, Kopie des Mercedes CLS.

Dem Erfolg hat dies jedenfalls keinen Abbruch getan. Über 320.000 Kunden haben sich für den emotionalen VW entschieden. So viele Einheiten wollte Volkswagen eigentlich über den gesamten Produktionszeitraum (etwa sieben Jahre) hinweg verkaufen. Dass dies bereits nach knapp mehr als der Hälfte der Zeit erreicht wurde, hat selbst intern die kühnsten Prognosen der Marketing-Strategen übertroffen.

Um den "Must-have-Faktor" weiterhin hoch zu halten, hat man dem CC für seine restliche Laufzeit nun eine üppige Modellpflege spendiert. Angefangen beim Namen: Das Auto heißt nicht mehr Passat CC, sondern nur noch CC. "Wir möchten diesem Modell dadurch einen eigenständigeren Charakter geben", so Anna Trauter von VW. In den USA und Kanada heißt das Passat-Derivat ohnehin schon längst CC. Bei uns rollt der CC Anfang Februar zu Preisen ab 31.800 Euro zu den Händlern. Auch wenn wie üblich bei sogenannten Facelifts meist die Front des Autos am meisten optische Änderungen erfährt, beim CC sticht noch mehr das neu gestaltete Heck ins Auge. Grund: Der Vorgänger besaß Rückleuchten im Glubschaugen-Design, mit denen man auch in Wolfsburg alles andere als glücklich war. Exterieur-Designer Oliver Stefani redete 2008 denn auch bei der Präsentation der ersten Version nicht lange um den heißen Brei herum: "Wir hätten die Dinger gern anders gehabt, aber diesmal gewannen die Techniker und Finanzleute."

Und es bleibt doch ein Passat

Nun geht der Sieg an die Stylisten. Die LED-Leuchten (serienmäßig) lassen den hinteren Abschluss des Coupés deutlich knackiger und profilierter wirken – nicht zuletzt geben sie dem Wagen auch insgesamt eine höherwertige Anmutung. Vorne blickt man in das mittlerweile gewohnte VW-Familiengesicht. Kein Chrom-Lätzchen mehr, sondern Grill und Scheinwerfer sind betont horizontal ausgelegt, die Haube neu geformt, ebenso der Stoßfänger.

Selbst wenn VW den Namen Passat vom CC getrennt hat, den Einfluss des Mittelklasse-Bestsellers ist noch immer im Cockpit zu spüren. Was nicht schlecht sein muss. Im Gegenteil, Layout und Bedienung geben nicht den geringsten Anlass zur Kritik. Die Qualität der verbauten Materialien hat Premium-Niveau. Das zeigt sich in Sachen Fahrkomfort auch auf einer ersten Testfahrt mit dem CC. Nochmals hat VW die Geräuschdämmung verbessert. Unter anderem ist die Windschutzscheibe mit einer speziellen Akustikfolie ausgerüstet, die es gegen Aufpreis auch für die Seitenscheiben gibt. Wer diese ordert, bekommt ein ganzes Akustik-Paket mit zusätzlichen Dämmmatten in den Türen geliefert.

Empfehlenswerte Einstiegsmotorisierung

Bislang am meisten verkauft hat sich in Deutschland der CC mit dem 170 PS starken TDI-Diesel-Motor, gefolgt von der Einstiegsversion mit 140 PS, die erneut die ideale Kombination aus Leistung und Wirtschaftlichkeit ist. 320 Newtonmeter Drehmoment bei 1750 U/min bietet nicht einmal der Zweiliter-Turbobenziner mit 210 PS. Zudem läuft der Diesel leise und geschmeidig, lässt sich wunderbar leicht schalten und bestätigt den richtigen Kauf jedes Mal aufs Neue an der Tankstelle: VW gibt einen Normverbrauch von 4,7 Litern an. Wer selten die volle Leistung abfordert und den CC vorausschauend fährt, bewegt sich auch im Alltag um die Fünf-Liter-Marke. Sportlichste Variante bleibt der 3,6-Liter-V6 mit 300 PS, Doppelkupplung und Allradantrieb. Ihn lieben vor allem die Amerikaner.

Ganz dicht an der Oberklasse fährt Volkswagen beim Thema Assistenzsysteme. Erstmals in einem Volkswagen warnt die Elektronik vor einem Fahrzeug im toten Winkel und greift, wenn nötig, in die Lenkung ein. Von der Verschmelzung beider Einzelsysteme verspricht sich VW eine höhere Sicherheit. Gleiches gilt für den serienmäßigen Müdigkeitswarner, die Verkehrszeichenerkennung und das adaptive Fernlicht. Weitere Hilfestellung soll der Park Assist der zweiten Generation geben. Er kann nicht nur parallel, sondern auch quer zur Fahrbahn alleine einparken. Und nicht zuletzt fließt auch in den CC VWs Easy-Open-Erfindung ein. Ein Fußschwenk unter dem Heckstoßfänger reicht und automatisch öffnet sich der Kofferraum.

Michael Specht/MID
 
 
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