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20. Oktober 2009, 18:51 Uhr
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Wer hat Angst vor Steve Jobs?

Wenn Steve Jobs über Arbeit oder Freizeit nachdenkt, ändert sich unser Leben. Und ein ganzer Markt gleich mit. Jetzt braucht der Konzernchef dringend einen neuen Bestseller. Also Vorsicht, Microsoft, Sony, Nintendo und Canon! Von Helene Laube

Apple, Steve Jobs, Mac, iPhone, OSX, Snow Leopard, iPod

Rekorderegebnisse trotz Wirtschaftskrise: Apple ist ein IT-Phänomen© Russel A. Daniels/AP

So also sieht das Ende aus. Schwarze Kabel hängen wie leblose Tentakel aus der Wand, unter der Rolltreppe prangt noch ein riesiges Totenkopfplakat der Hippieband Grateful Dead. Ansonsten: 4500 Quadratmeter Dunkelheit und Leere in Betongrau. Das Gebäude in der Stockton Street, Downtown San Francisco, war einst einer der angesagtesten Plattenläden Amerikas. Hier verkündete Richard Branson 2003 das Revival seiner Virgin Megastores. Mit einer Kette gigantischer Musikgeschäfte überzog der britische Selfmademilliardär die USA, sechs Jahre später ist kein einziges mehr übrig. Der Laden an der Stockton Street steht leer, ein Mahnmal über drei Etagen. Nicht einmal der Ausverkauf der letzten CDs und DVDs zu Niedrigstpreisen vor wenigen Wochen sorgte noch für nennenswerte Kundenzahlen. Die Leute strömten lieber ins Geschäft direkt gegenüber, Stockton Street Nummer 1. Hier residiert die neue Macht im Musikgeschäft: Apple .

Konzernchef Steve Jobs höchstpersönlich eröffnete den 77. Apple Store im Februar 2004 - keine drei Monate nach Sir Richards Kalifornientour. Seitdem herrscht Massenandrang. iPods, Mac-Computer und neuerdings auch iPhones, die Leute reißen sich um die digitalen Musikspieler. Und die passenden Songs kommen nicht mehr aus dem Plattenladen, sondern als MP3-Datei aus dem Internet. Nur acht Jahre ist es her, dass Jobs bei einer Pressekonferenz im Silicon Valley den ersten iPod aus der Hosentasche zog. Heute dominiert der Winzling den US-Markt für mobile Abspielgeräte mit einem Anteil von weit über 70 Prozent. Der iPod bedeutete das Aus für einst tonangebende Handelsketten wie Virgin oder Tower Records. Und er revolutionierte die gesamte Branche. Inzwischen steht Apple für 25 Prozent aller Musikverkäufe in den USA, den Onlinemarkt hat der Konzern über seine Plattform iTunes fest im Griff. Marktanteil: fast 70 Prozent. Es ist nicht die erste Industrie, die Steve Jobs auf den Kopf gestellt hat - und es wird kaum die letzte sein. Egal welchen Markt der "erfolgreichste aller Vorstandschefs" (Ex-GE-Chef Jack Welch) und "globale kulturelle Guru" ("Fortune") sich vornimmt: Er verändert ihn für immer.

Von Apple lernen und Apple fürchten

Moderne Personal Computer? Nicht vorstellbar ohne Apples Macintosh-Rechner. Microsofts Betriebssystem Windows? Anfangs nicht mehr als eine hastige Kopie der grafischen Benutzeroberfläche des Rivalen aus Cupertino. Und heute? Lehrt das iPhone Handymarktführer Nokia das Fürchten. Aus dem Stand schwang sich Apple zum drittgrößten Smartphone-Hersteller der Welt auf.

Apple-Produkte prägten, wie wir mit Computern arbeiten, Musik hören, Filme anschauen oder telefonieren. Konzernchef Jobs spürt, was die Leute wollen, bevor sie es selbst wissen. "Steve hat eine phänomenale Intuition, wie man Branchen umwälzt", sagt Paul Saffo, Zukunftsforscher aus dem Silicon Valley, der als einer der Ersten den Siegeszug des Internets voraussagte. "Und schon bald werden wir ein weiteres Beispiel dafür sehen."

Die Fantasie kennt keine Grenzen

Die Auguren trauen Jobs und Apple so ziemlich alles zu: ein Mini-Notebook, eine Spielkonsole, sogar einen Internetfernseher. Die Fantasie kennt keine Grenzen. Für den Unternehmenserfolg scheint Ähnliches zu gelten. In den vergangenen fünf Jahren verfünffachten die Kalifornier ihren Umsatz auf 32,5 Millarden Dollar. Der Gewinn schnellte von 69 Millionen Dollar auf 4,8 Millarden Dollar. Apples Bruttomarge liegt trotz Wirtschaftskrise bei 34 Prozent - davon können Konkurrenten wie Dell (etwa 20 Prozent) oder HP (knapp 24 Prozent) nur träumen.

Wahr ist aber auch: Apple braucht dringend neue Produkte, um das hohe Niveau halten zu können. Während das Wachstumstempo bei den Computern zuletzt nachließ, ging der Absatz bei den iPods zurück. Seit Jobs Apple vor 33 Jahren zusammen mit Steve Wozniak gründete, demonstriert er, wie man mit einer Mischung aus leicht zu bedienenden Geräten gepaart mit wegweisendem Design bestehende Produktgattungen von Grund auf neu definiert. "Es ist eigentlich ganz einfach: Instinkt, Vision und Ästhetik - aber bei wie vielen Menschen findet sich schon diese Kombination?", fragt Jobs-Fan Saffo.

Gefunden in ... ... der Online-Ausgabe der Financial Times Deutschland: www.ftd.de

Seite 1: Wer hat Angst vor Steve Jobs?
Seite 2: Fans haben schon Namen für Newcomer
Seite 3: App Store bringt 200 Millionen Dollar Umsatz pro Jahr
KOMMENTARE (8 von 8)
 
S7rik3r11 (21.10.2009, 10:19 Uhr)
Ich zitiere
"... Auszeichnen sollen ihn die Apple-typische Benutzerfreundlichkeit, eine lange Batterielaufzeit und ein schneller Internetzugang zum Herunterladen von Spielen, Filmen oder Musik aus dem Internet."

Schneller Internetzugang....? Kann mir das jemand erklären. Steve Jobs entwickelt die n²- WLAN Technik. Dann habe ich eine Rate von 10Gb/s, schade das ich nur eine 16k Leitung habe.....
Freaker (21.10.2009, 09:29 Uhr)
Naja
ich find apple komisch, und ich find auch die leute komisch die ganz stolz auf ihre gekauften apple produkte sind. ich find die produkte auch komisch, ABER mir gefällt die bedienung. die ist echt hammer, und ich finds gut das sich andere an der bedienung eine scheibe abschneiden. was mir aber nicht gefällt sind die sau teuren preise. ich hab mir den neuen shuffle geholt. das einzige apple produkt was ich hab und könnt mich ärgern soviel geld dafür rausgeschmissen zu haben. alles in allem. mein leben ändert sich nur dahingehend das ichs gut finde das sich microsoft bei windows 7 an der leichten bedienung orientiert hat und ich mich über das teure geld beim shuffle ärgere... also allem in allem. danke steve aber nochmal apple kaufen... nope...
jockel_us (21.10.2009, 01:00 Uhr)
Bahnbrechendes Porträt
Die Autorin hat ja offenbar ungehinderten, uneingeschränkten Zugang zum Großen Meister gehabt, durfte womöglich sogar die selbe Luft atmen, im selben Gebäude.

Beeindruckend vor allem die neuen Einsichten und langen Interview-Passagen, in denen einem der Mann so richtig nahe gebracht wird.

Kisch-Preis-verdächtig, sage ich!
acitapple (20.10.2009, 21:16 Uhr)
man muß....
ihm eines lassen: er hat offenbar ein goldenes händchen im business. man denke nur an seinen clou mit pixar und disney !! und ja, auch das iphone. ohne das, gäbe es heute noch kein handy mit touchscreen. vor allem, weil es zu anfang von der konkurrenz belächelt wurde und nun wirds von jedem kopiert... irgendwie niedlich.
Lynx2 (20.10.2009, 20:01 Uhr)
Neidisch?!
Genau wegen solcher Kommentare mag ich Apple. Wer sich so provozieren lässt, muss eine Menge zu verlieren haben.
schreibtherapie (20.10.2009, 19:43 Uhr)
Neues Prdoukt
das gibt es doch schon: http://www.apple.com/de/magicmouse/

Ansonsten ist es mir auch völlig egal, ob Steve sich was ausdenkt oder seine Mitarbeiter ausnutzt, mein Leben wird es nicht beeinflussen.
forever_techno (20.10.2009, 19:40 Uhr)
Man kann von Apple halten ...
... was man will - und meinetwegen auch schimpfen und lästern (zu Recht, vor allem wenn es um die Kompatibilität der einzelnen Produkte zu den Komponenten anderer Anbieter geht). Doch eines darf man bei allem eben auch nicht unter den Tisch fallen lassen: Ob Personal Computer oder Handy, Musik- oder Filmindustrie - Apple hat die Märkte revolutioniert, Meilensteine gesetzt, zum Teil für die Zukunft geebnet - siehe Musik- & Filmindustrie.

Dass Apple - wie jedes andere Unternehmen auch - wirtschaftlich denkt, tja, that's life & business ...
Impaler (20.10.2009, 19:24 Uhr)
Hallo?
Bei der Überschrift kommt es mir ja schon wieder hoch:

"Wenn Steve Jobs über Arbeit oder Freizeit nachdenkt, ändert sich unser Leben."

Mein Leben ändert sich kein bisschen, wenn irgendein Pseudoguru ein neues "Lifestyle-Gadget" vorstellt.

Dieses quasi-religiöse Getue um Apple geht mir ganz schön auf den S...!!
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