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30. April 2004, 14:00 Uhr

Wie geht es der Shareware?

Jutta Behling und Jürgen Schlottke leiten ehrenamtlich die "Deutsche Shareware-Autoren-Vereinigung" (SAVE). Carsten Scheibe sprach mit den beiden Shareware-Experten über den Status Quo und die Zukunft der Szene.

SAVE kümmert sich um das Wohlergehen der deutschen Shareware-Szene

Seit Jahren kümmern sich Jutta Behling und Jürgen Schlottke um das Wohlergehen der deutschen Shareware-Szene. Sie leiten zusammen und ehrenamtlich die "Deutsche Shareware-Autoren-Vereinigung" (SAVE).

Jutta Behling und Jürgen Schlottke - diese beiden Namen sind bereits seit vielen Jahren in der Shareware-Szene bekannt. Können Sie uns ein wenig über sich erzählen?

Jutta Behling: Ich arbeite jetzt seit rund zehn Jahren im Shareware-Geschäft. Nachdem ich zunächst als Anwender gute Erfahrungen damit gemacht hatte, sah ich hier eine Möglichkeit, meine eigenen Programme unters Volk zu bringen. Für mich ist Shareware seit jeher die fairste Art, Software zu kaufen: Erst testen, dann kaufen, getreu dem Motto "Shareware = Fairware!". Das gilt bis heute unverändert.

Jürgen Schlottke: Mein erstes Shareware-Programm habe ich 1988 für MS-DOS veröffentlicht. Das Shareware-Prinzip hat mich bereits damals überzeugt, weil es einem ohne große Investitionen ermöglicht, als unabhängiger Software-Entwickler selbstgeschriebene Software anzubieten und zu vermarkten.

Sie leiten beide zusammen die "Deutsche Shareware Autoren Vereinigung" SAVE. Was tut dieser Verband?

Behling: SAVE wurde vor acht Jahren von einer Gruppe von Shareware-Autoren als Hilfe zur Selbsthilfe gegründet. Uns ging und geht es darum, eine zentrale Anlaufstelle für deutschsprachige Software-Autoren und deren vielfältige Probleme zu bilden. Da werden nicht nur die Produkte von einem zentralen Server verbreitet, sondern man kann sich im SAVE-Forum mit Gleichgesinnten auszutauschen oder in der umfangreichen FAQ-Sammlung einen hilfreichen Link nachzuschlagen. Besonders beliebt ist auch unser SAVE-Pressedienst, der es gestattet, einem Klick ein neues Programm oder Update an einen langen Presseverteiler zu verschicken.

Schlottke: Wir sind kein Verband mit Rechtsform, Satzung, Mitgliedsbeitrag und Versammlungen, wir sind vielmehr eine Internet-Community, und die Mitgliedschaft ist bei uns traditionell kostenlos. Als nahezu Zero-Budget-Projekt (monatlicher Etat 0,02 Euro pro Monat pro Mitglied) sorgen bei uns ehrenamtliche Helfer und nicht zuletzt die Mitglieder selbst dafür, dass die gemeinsame Software-Datenbank in Form eines Linkverzeichnisses auf dem aktuellen Stand gehalten wird.

Haben Sie einen Überblick darüber, wie viele deutsche Shareware- und Freeware-Autoren es in Deutschland gibt?

Behling: Wir haben keine Daten über die Zahl der deutschlandweit aktiven Autoren und deren Einnahmensituation. Wir können natürlich nur etwas über die SAVE-Mitglieder sagen: Das sind zurzeit etwa 1.500 Autoren, die sich sowohl mit Freeware als auch mit Shareware befassen. Das Spektrum unserer Mitglieder ist recht unterschiedlich: Da gibt es sowohl alte Hasen, am Markt etablierte und gewachsene Firmen als auch nebenberufliche Programmierer oder Studenten, die sich auf diese Weise ihr BAFöG aufbessern.

Wie wirkt sich die Konjunkturschwäche auf die Shareware-Szene aus? Greifen die Leute wieder mehr oder eher noch weniger auf registrierte Shareware-Produkte zurück?

Schlottke: Shareware hat immer Konjunktur. Anbieter, die vorwiegend auf private Endanwender abzielen, werden natürlich spüren, wie der private Konsum anzieht oder abflaut. Andererseits gibt es gerade für Anbieter von Lösungen für gewerbliche Kunden neue Chancen in der Krise: Wenn Firmen den Gürtel enger schnallen müssen, öffnen sich für Shareware-Autoren sehr interessante neue Kundenpotenziale, die sich bei Software-Anschaffungen in der Vergangenheit oft auf hochpreisige etablierte Produkte verlassen haben und nun auch offen für Lösungen mit preiswerteren kreativen Produkten kleinerer Software-Anbieter werden.

Welche Programmtypen sind denn zurzeit besonders gefragt? Hat denn nicht jeder Anwender langsam einen Packer oder einen Dateimanager?

Schlottke: Wir stellen in den letzten Jahren einen extremen Anstieg bei den Internetprogrammen der unterschiedlichsten Art fest. Vom Antispam-Tool gegen die Flut an Werbe-Mails bis hin zu Anwendungen, die das Anbieten oder Mitsteigern bei Ebay erleichtern, ist immer wieder etwas Neues dabei. Auch bei den Büro- und Branchenanwendungen gibt es eine starke Zunahme.

Behling: Kleine Tools werden immer wieder gerne geladen, Helfer fürs Hobby wie etwa die Digitalkamera sind in letzter Zeit verstärkt zu beobachten. Natürlich ist es heute nicht mehr sonderlich sinnvoll, als Autor Energie auf das Schreiben eines neuen WinZip zu verschwenden, zumal seit Windows XP Zip-Archive schon von Haus geöffnet werden können, und auch die tausendste Adressdatenbank reißt niemanden so schnell vom Hocker.

Im Web www.s-a-v-e.com - Die SAVE-Website bietet jede Menge Infos für Shareware-Programmierer - und für Anwender eine riesige Software-Datenbank.

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