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Diese Drei-Tonnen-Kanone soll Putins Panzer knacken

In Paris hat die Rüstungsschmiede Rheinmetall eine neu entwickelte Panzerkanone gezeigt. Mit einem mächtigen Geschoss und dem größeren 130-Millimeter-Kaliber soll sie es mit Putins Armata-Panzer aufnehmen können.

  In Paris wurde die neue Kanone mit zwei Geschosstypen vorgestellt.

In Paris wurde die neue Kanone mit zwei Geschosstypen vorgestellt.

Auf der Rüstungsmesse Eurosatory 2016 in Paris hat der deutsche Konzern Rheinmetall neben dem Schützenpanzer Lynz erstmals eine neue 130-mm-Glattrohrkanone vorgestellt. Angekündigt wurde diese Entwicklung schon zuvor.

Als Einsatzzweck hat Rheinmetall einen neuen Panzertyp genannt. "130mm-Waffenanlage L/51 ist ein in Eigenentwicklung entstandener Demonstrator für eine Hauptbewaffnung einer künftigen Kampfpanzergeneration." Gemeint ist der Nachfolger des Leopard 2 mit der Bezeichnung "Main Ground Combat System" (MGCS), der gemeinsam von Frankreich und Deutschland entwickelt wird, in Deutschland aber auch schlicht Leopard 3 genannt wird.

Eventuell Modernisierung von Altpanzern

Es wird angenommen, dass sich die Kanone auch dazu eignet, bestehende Panzertypen zu modernisieren. Das wäre nötig, weil der MGCS kaum vor 2030 einsatzbereit sein wird. Die neue Kanone könnte ein wichtiger Baustein sein, um Panzer wie den Leopard 2 so auszurüsten, dass er russischen Panzern wie dem T-90 und dem neu entwickelten T-14 Armata entgegentreten kann. Der Armata befindet sich noch in der Erprobung. Die russische Armee hat aber etwa 350 T-90 im Dienst. Die derzeitige Hauptwaffe des Leopard 2 soll schon die verbesserte Panzerung des T-90 nicht durchschlagen können. Neuartige aktive Verteidigungssysteme zerstören Anti-Panzer-Raketen wie die TOW im Anflug. Tatsächlich könnte sich so die Situation ergeben, dass die Bundeswehr über kein geeignetes Kampfmittel verfügt, das die modernen russischen Panzer stoppen könnte.

Lücke von neun Jahren

Die bisherigen Panzerkanonen von Rheinmetall nutzten das Kaliber 120 Millimeter. Die Entwicklung einer Kanone von 140 Millimetern wurde gestoppt, weil sie sich nicht in die bestehenden Türme integrieren ließ. Die Lauflänge der neuen Waffe dürfte das 51-fache des Kalibers betragen. Das ganze System mit dem Verschluss soll drei Tonnen wiegen, das Rohr allein 1400 Kilogramm. Insgesamt soll die Leistungsfähigkeit 50 Prozent über der 120-mm-Kanone liegen. 

Parallel wurde ein neues panzerbrechendes Geschoss entwickelt. Wie schon bisher soll auch das neue Wuchtgeschoss vom Typ APFSDS einen Kern aus Wolfram besitzen. Die Bundeswehr wird also auch in Zukunft auf abgereichertes Uran für panzerbrechende Munition verzichten. Erste Erprobungen finden bereits im Sommer statt. Mit einer Serienproduktion wird allerdings erst ab 2025 gerechnet.


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