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23. Oktober 2008, 15:24 Uhr

Palins neue Kleider

Kleidung im Wert von 150.000 Dollar: Auf Kosten ihrer Partei hat sich Sarah Palin neu eingekleidet und damit eine Kontroverse ausgelöst. Darf eine Politikerin so viel Geld für Kleidung ausgeben? Überflüssig, meinen Parteispender, absolut notwendig, Stil- und Imageberater. Von Jens Maier

Sarah Palins rote Pumps sind in den USA ein Verkaufsrenner© Reuters

Ihre roten Schuhe sind der Renner in den Boutiquen: Seitdem Sarah Palin am 29. August neben US-Präsidentschaftskandidat John McCain in der Mehrzweckhalle von Dayton (Ohio, USA) in roten Pumps der Marke "Naughty Monkey" ("Ungezogener Affe") stand, ist die Nachfrage nach den Schuhen stark angestiegen. In vielen Läden sind die Designerschuhe, die sonst eher selten von 45-Jährigen Politikerinnen, sondern von Paris Hilton und 20-jährigen Partygirls getragen werden, bereits ausverkauft. Der 29. August, das war der Tag von Sarah Palins Nominierung als Vizepräsidentin. Und Amerika ist seitdem nicht nur daran interessiert, was die Gouverneurin aus Alaska sagt, sondern auch, was sie an hat. Offenbar Grund genug für die Republikanische Partei, Palin eine teure Einkaufstour durch diverse Boutiquen zu finanzieren.

Wie das Internetportal "Politico" unter Berufung auf Finanzunterlagen der Partei berichtete, wurden der Vizepräsidentschaftskandidatin seit ihrer Nominierung 150.000 Dollar (ca. 117.000 Euro) für Kleidung, Friseur und Schminke spendiert. Palin soll demnach für jeweils mehrere zehntausend Dollar in den US-Nobelkaufhausketten Neiman Marcus und Saks Fifth Avenue in St. Louis, New York und Minneapolis geshoppt haben, darunter auch Kleider und Kostüme von namhaften europäischen Designern wie Giorgio Armani. Die Ausgaben seien unter der extra neu eingeführten Kategorie "Wahlkampf-Zubehör" verbucht worden, berichtet das Portal weiter.

Auch Palins Brille findet reißenden Absatz

Der Look von Sarah Palin wird in amerikanischen Medien aufmerksam verfolgt. In vielen Internet-Foren wird über ihre Brille, ihre Frisur, ihre Schuhe und ihre Kostüme diskutiert. Während Gegner der konservativen Politikerin sich über den eher strengen Gouvernanten-Stil lustig machen, scheint dieser bei ihren Fans voll einzuschlagen. Denn nicht nur ihre Schuhe sind fast ausverkauft, auch ihre Brille erfreut sich großer Beliebtheit.

Was für die Demokraten der Hosenanzug von Hillary Clinton ist, sei für die Republikaner die Brille von Sarah Palin, behauptet der amerikanische Nachrichtensender "ABC News". Die Nachfrage nach dem 400 Dollar teuren rahmenlosen Gestell des japanischen Designers Kazuo Kawasaki ist nach Angaben des Herstellers "Italee Optics" stark angestiegen. "Viele wollen die Brille genau in der gleichen Form und Farbe, wie Sarah Palin sie trägt", sagte eine Firmensprecherin dem Sender.

Parteispender kritisieren Palins Einkaufstour

Obwohl der Palin-Look voll einschlägt, war ihre 150.000-Dollar-Einkaufstour selbst für eingefleischte Republikaner offenbar zu viel des Guten. Das Kleidergeld hat die harsche Kritik von Parteispender auf den Plan gerufen. "Ich will mein Geld zurück", zitiert "Politico" einen Geldgeber. Es scheine sich zu lohnen, im Rennen um das Weiße Haus anzutreten, sagte ein anderer Spender. "Selbst wenn man verliert, hat man einen Schrank voller neuer Kleider." John McCain ist seiner Vize-Kandidatin zur Seite gesprungen. Es sei von Anfang an geplant gewesen, die Kleider nach der Wahl einer Wohltätigkeitsorganisation zu spenden, rechtfertigte er die Ausgaben.

"Eine Goldgrube für die Second-Hand- Läden Alaskas ", spottete die britische Tageszeitung "The Times" daraufhin. Sarah Palin kann sich immerhin damit trösten, dass die Ausgaben ihren eigentlichen Zweck erfüllt haben: Sie hat sich in kürzester Zeit von einer Hockey-Mum aus den tiefen Weiten Alaskas, wo die meisten Frauen rot-schwarz karierte Holzfäller-Blousons anhaben, zur Kostüm tragenden Politikerin gemausert, die es zwar nicht in Sachen Afghanistanpolitik, aber immerhin in Stilfragen mit Außenministerin Condoleezza Rice aufnehmen könnte.

Imageberaterin hält Ausgaben für notwendig

Auch Image-Beraterin Patsy Cisneros aus Los Angeles, die Führungskräfte und Politiker in Stilfragen berät, findet die Verwandlung Palins geglückt: "Sie hat als Gouverneurin von Alaska die Weltbühne betreten und sah wie eine Provinzlerin aus", sagte sie. Inzwischen habe sie ihren Provinzlook gegen ein kosmopolitisches Outfit getauscht und das sei auch notwendig, wenn sie die USA international repräsentieren wolle, erklärte Cisneros und hält die Ausgaben deshalb für notwendig.

Kritik an teurer Kleidung von Politikern hat es in der Vergangenheit auch in Deutschland gegeben. Mit italienischen Anzügen der Marke Brioni sorgte Ex-Kanzler Gerhard Schröder 1998 für Aufsehen. Als er sich von einem Starfotografen im Kaschmir-Mantel für damals 4000 Mark fotografieren ließ, wurde er als "Brioni-Kanzler" verspottet. Im Gegensatz zu Palin hatte er seine Anzüge allerdings aus eigener Tasche bezahlt.

Ihre Meinung

Wie viel Geld dürfen Politiker für Kleidung ausgeben? Diskutieren Sie mit

Diskutieren Sie mit! Bisherige Beiträge (23)
Von Jens Maier
 
 
KOMMENTARE (10 von 23)
 
tricky_dude (24.10.2008, 15:03 Uhr)
@keinheiliger
Zusitmmung! Bei den reliösen Eiferern heißt dann ja oft "es war Gottes Wille" wenn eine der "Präzisionsbomben" mal eben so eine Hochzeitsgesellschaft auslöscht, anstatt die feindlichen Kämpfer.
Ich erkennen da eine Paralelle zu einem Gewissen Frank Burns in dem Kinofilm MASH. Regiesseur Robert Altman hat diese Klientel mit der Figur des Burns sehr genau und authentisch beschrieben. Inkompetenz? Egal, Hauptsache er/sie glaubt an Jesus.
keinheiliger (24.10.2008, 12:53 Uhr)
@PreachTheGospel
Religion ist und sollte eine Privatsache bleiben, sie hat in der Politik nichts zu suchen und ich misstraue grundsaetzlich jedem PolitikerIn, der im Namen des Herrn herumgeistert. Mit Herrn Bush hat die Welt ja auch so einen gottesfuerchtigen Eiferer, wobei ich meine aergsten Zweifel hege, ob sein Handeln christlichen Werten entsprach und entspricht. Das allerdings Frau Palin gesegnet sein soll, vermag ich nicht zu erkennen, zumindest hat es ihren Intellekt nicht signifikant gestaerkt, aber vielleicht ist mir das entgangen. Mein Eindruck ist eher der, der Glaube an Jesus allein macht nicht schlau. Kurz zu Obama. Habe in den letzten Tage ein paar Statements von ihm gehoert und die waren allemal ueberzeugender, als die persoenlichen Angriffe, die von McCain/Palin, neben der Hetze von FOX NEWS, auf den guten Mann prasseln. MfG
tricky_dude (24.10.2008, 11:27 Uhr)
@042020
Howdy, ach keine Sorge, ich hab schon mal geschrieben das ich auch Anhänger der Republikaner in der Familie habe und wir mögen uns trotzdem. Obama und McCain gehen privat ja auch ganz anders miteinander um als in der Öffentlichkeit.
Ja, ich fürchte auch das wenn Obama Präsident wird und der Hype vorbei ist dann geht das Ami-Bashing wieder los.
Haxen-Bauer hab ich leider nicht mehr in den Yellow Pages gefunden, aber es gibt andere gute Plätze in Munich wenn du wirklich mal vorbei kommst. :-)
UweBerlin (24.10.2008, 11:23 Uhr)
Better the Devil you know
Die Frau kann sich anziehen was sie will, ich finde das Gesicht und die Mimik einfach unheimlich.
bei der Cdu in Deutschland weiß man sowas wenigstens hinter rosanen Kostümchen, Allerwelts-BlaBla und anderen Accessoires zu verstecken.
tricky_dude (24.10.2008, 11:21 Uhr)
@mats123
Linke medien? Sorry Meister, ich habe meine infos direkt aus den USA und selbst die "rechten" Medien dort unterstützen so langsam, aber immer mehr Obama.
Eines zu Mrs.Palin: wenn die Welt einen Dan Quayle ausgehalten hat, dann kann sie auch nicht viel Schaden anrichten. Es sei denn McCain stirbt und sie wird Präsident.
Neutral bin ich eh nicht da in diesem Haushalt Obama gewählt wurde, per Briefwahl. Ich kümmer mich jetzt eh nicht mehr darum, da wir am 05. November klüger sein werden.
Am besten unterhalten wir uns in exact einen Jahr wieder darüber. es wird spannend, so oder so.
mr_s (24.10.2008, 11:07 Uhr)
@PreachTheGospel
Ich find es es schon lustig, wie Sie immer Politik und Glauben vermischen. Betet ein Christ nicht im Vaterunser um das Königreich Gottes? Warum sollte dann ein Christ politische Systeme unterstützen. In Daniel 2:44 wird z.B. doch davon gesprochen, dass dieses göttliche Königreich alle Königreiche der Erde einstampfen wird - oder irre ich mich? Und was die Kriegstreiberei von Bush/Palin angeht, die mit Gott in Verbindung gebracht wird, so steht in 2. Kor. 10:3,4 geschrieben dass die Kriegsführung nicht fleischlich (also mit Waffen) sondern im Geiste stattfindet - wenn sie soch stattfindet. Also entweder Christ oder nicht... Aber keine halbe Sachen machen. Wenn jemand Krieg im Namen Gottes führt ist er definitiv auf dem Holzweg. So oder so...
PreachTheGospel (24.10.2008, 10:53 Uhr)
Die Nackten
Lieber Stern, seid Ihr eigentlich eine Softporn Seite oder warum muß man sich immer mehr nackte Tatsachen wie Olga ins Gesicht springen lassen?
PreachTheGospel (24.10.2008, 10:52 Uhr)
@kleinHeiliger
Wenn jemand nach dem Willen Jesus lebt, ist es auch durchaus des öfteren der Fall, das diese Person sehr gesegnet wird. Sehr zum Verdruß von Religiösen, Atheisten etc. die sich und anderen rein gar nichts gönnen oder es als Verschwendung ansehen.
Jesus wurde gesegnet durch eine Frau, die Ihn salbte mit einem sehr teuren Parfüm, sehr zum Verdruß von Judas...aber nicht Jesus!
Es ist aber so:
1. Palin kann neue Kleider haben - Sie wird verklagt.
2. Palin hat keine neuen Kleider läuft altbacken rum - Sie wird verklagt.
Mal ehrlich, Palin kann gerade machen was Sie will, Sie wird verklagt werden.
Obama blendet wie Er will und Er wird regelrecht vergöttert...obwohl Er eigentlich nur das Wort "Change" blubbert, Palin aber tut was Sie sagt.
Urteilt nicht immer nach dem Äußeren, sondern nach dem was eine Person sagt und dann auch tut.
Und, was echt irgendwann nervig ist, hört auf zu sagen was Jesus gefällt oder nicht ohne Euch um Ihn wirklich zu kümmern sondern lernt Ihn erst kennen - Bibel - und dann urteilt.
mr_s (24.10.2008, 10:04 Uhr)
kann mal jemand...
... den dicken, nackten Wikinger von der Startseite löschen. Das tut ja weh... DANKE!!!
keinheiliger (24.10.2008, 08:44 Uhr)
@PreachTheGospel
Ich weiss nicht, ob Frau Palin nach dem Willen des Herrn lebt, ich entnehme einfach mal ihrem posting, dass diese Dame gemeint ist, kann mir aber kaum vorstellen, das er es gutheissen wuerde 150 000 Tacken mal eben so in Klamotten zu investieren, damit die Waehlergunst erlangt wird. Eine vom Geist Jesu beseelte Botschafterin wuerde in meinen Augen eigentlich eher auf so einen Popanz verzichten, oder? Sie scheinen aber auch eine Menge Beseelung abbekommen zu haben, aber irgendwie hat es wohl nicht ausgereicht, um in kompletten Saetzen zu kommentieren, das waere aber noetig, um ihre Botschaft, durchaus wohlmeinend, verstehen zu koennen. MfG
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