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12. März 2009, 07:35 Uhr

Polizei ermittelt gegen Tim K.s Vater

Am Tag nach dem Amoklauf im schwäbischen Winnenden ermittelt die Polizei gegen den Vater des jugendlichen Mörders. Es besteht der Verdacht, dass der Sportschütze gegen das Waffengesetz verstoßen hat. Die Ermittler deuten zudem an, dass sie erste Hinweise auf ein Tatmotiv gefunden hätten.

Amoklauf, Realschule, Winnenden, Unterricht, Baden-Württemberg

Vor dem Elternhaus des Amokläufers: Gegen den Vater wird wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt© Ronald Wittek/DPA

Nach dem Amoklauf von Winnenden bei Stuttgart, bei dem 16 Menschen getötet und neun verletzt wurden, wird gegen den Vater des Täters wegen Verstoßes gegen das Waffenrecht ermittelt. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der 17-jährige ehemalige Schüler Tim K. die Tatwaffe aus dem Schlafzimmer der Eltern entwendet. Alle anderen Waffen des Vaters lagen sicher in einem Tresor. "Es deutet alles darauf hin, dass der Vater hier nachlässig war, was das Verwahren dieser einen Waffe anbelangt", sagte der leitende Kriminaldirektor Ralf Michelfelder am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin. Michelfelder deutet zudem an, dass die Polizei "erste Ansatzpunkte für ein Motiv" habe. Einzelheiten wollen die Ermittler während einer Pressekonferenz am Mittag bekannt geben.

Unterdessen steht in Winnenden nun die Betreuung der Betroffenen im Mittelpunkt. Psychologen kümmern sich um die Angehörigen der Toten - und um die Schüler und Lehrer, die das Drama überlebt haben. Auch viele Polizisten suchen nach dem Einsatz Hilfe. Während die Albertville-Realschule vorerst geschlossen bleibt, wollen die Lehrer an vielen anderen Schulen im Land mit ihren Schülern über das Geschehene sprechen und ihnen die Angst nehmen. Zahlreiche Bundesländer schicken Schul- und Polizeipsychologen nach Baden-Württemberg.

Neun Verletzte werden derzeit noch im Krankenhaus behandelt. Wie die Polizei am frühen Morgen weiter mitteilte, befindet sich keiner von ihnen in Lebensgefahr. Bei den Angeschossenen handele es sich um fünf Schüler, zwei Lehrer und zwei Polizisten. Was genau Tim K., der die Schule im vergangenen Jahr nach dem Realschulabschluss verlassen hatte, zu der Bluttat bewegte, versucht die Polizei nun in seinem Elternhaus in einem Nachbarort von Winnenden zu ermitteln. Die Eltern haben den Ort verlassen. Im Haus seien mehrere Computer sichergestellt worden, auf denen sich auch gewaltverherrlichende Spiele gefunden hätten. "Ob das auf ein Motiv hinweist, steht noch nicht fest", sagte ein Polizeisprecher. Im Zimmer des 17-Jährigen seinen Softair-Waffen sichergestellt worden, ein Abschiedsbrief wurde bisher nicht gefunden.

Am Mittwochabend hatten hunderte Trauernde in der katholischen Kirche St. Karl Borromäus in Winnenden der Opfer des Amoklaufs gedacht. Auch viele Schüler der Albertville-Schule nahmen an dem ökumenischen Gottesdienst teil. Immer wieder brachen Menschen zusammen und mussten von Sanitätern aus der Kirche gebracht werden. Zum Ende der Feier entzündeten Dutzende Trauergäste Kerzen und legten sie unter dem Kreuz vor dem Altar der Kirche nieder. Vor der Albertville-Schule versammelten sich in der Nacht Dutzende zu einer Mahnwache. Hunderte Kerzen erinnerten an die Opfer. Trauernde hatten Kuscheltiere, Porzellanfiguren, Frühlingsblumen und rote Rosen niedergelegt.

"Dort darf kein Unterricht mehr stattfinden"

Nach diesen Erfahrungen könnten die Schüler nie wieder unbeschwert in ihre Schule zurückkehren, sagte der Psychologe und Trauma-Spezialist Christian Lüdke. In der "Neuen Presse" forderte er deshalb die Schließung der Albertville-Schule. "Die Schule ist zum Tatort geworden. Dort darf kein Unterricht mehr stattfinden." Schlimmstenfalls könnten Kinder sonst noch in einigen Wochen in das Trauma des Tat-Tages zurückversetzt werden. "Da hilft es auch nicht, wenn man die Wände streicht", sagte der Experte. Lüdke hatte 2002 nach dem Amoklauf am Erfurter Guttenberg-Gymnasium die Schüler betreut.

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KOMMENTARE (10 von 107)
 
Administrator (13.03.2009, 10:48 Uhr)
Liebe User,
die Diskussion wird an dieser Stelle geschlossen, gerne können Sie zu folgendem Artikel http://www.stern.de/panorama/:Amoklauf-Ank%FCndigung-Falschmeldung-Verr%FCckten/657754.html das Thema weiter diskutieren.
Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
Astsaft (13.03.2009, 10:09 Uhr)
Widersprüche
In einem Artikel hier auf Stern.de heißt es "Vor dem Autohaus feuerte ihm ein Polizist zwei Schüsse in die Beine, Tim schleppte sich blutend zurück in den Verkaufsraum und [erschießt einen Verkäufer]..."
--> Seltsam: Das Video von seinem Tod zeigt das Geschehen aber ganz anders! Er steht auf dem Parkplatz, knickt zusammen und bleibt liegen. Er schleppt sich nicht ins Autohaus. Was stimmt denn nun?
unglaeubiger (13.03.2009, 01:59 Uhr)
zu Elternhaus
er hat nicht seine eltern erschossen, sondern schüler und lehrer!
riesenbaby, loser, potentieller amokläufer usw. waren sprüche seiner mitschüler. "du landest bei der müllabfuhr" ein spruch einer lehrerin.
keine freunde, für alle nur das OPFER.
mobbing in reinkultur.
die lehrer machen nichts dagegen,
viele kinder haben angst in die schule zu gehen weil sie geschlagen, ausgeraubt und gedemütigt werden und alle schauen zu.
wenn dann einer durchdreht sind es die waffen und videospiele schuld.
wenn aus opfern täter werden, dann werden täter zu opfern.
wer produziert aussenseiter? wir!
grafbyte (12.03.2009, 22:35 Uhr)
Geld lndert den Schmerz der Eltern.
Der Schmerz der Eltern ist Furchtbar! Und wir sollen lernen mit sowas umzugehen oder Löscungen suchen ein Leben ohne Waffen zu schaffen!!
Mein Vorschlag ist und das würde bestimmt viel Schmerz lindern! Das die Waffenproduzenten die genau diese Waffen hergestellt/verbreitet haben jedem der Opfer 100 000€ auszahlt! Diese Unternehmen stellen Waffen nur mit dem Ziel her Leben auszurotten!!
..und wenn es mal dazu kommt dass es tote gibt. Soll jemand dafür gradestehen. Einfache Rechung wie ich finde.. Das selbe wie bei dem Atommüll Problem.. Die die Dem Müll Produzieren sollen auch die Entsorgung zahlen!
Über diesen Weg würde dieses Land etwas besser und gerechter werden! Das sicher!
Es ist auch eine Schande! Dass am selben Tag schon so ein Ar*** von einen Waffengremium im TV berichten darf dass man Waffen nicht verbieten wird und kann.
chatahootchee (12.03.2009, 21:41 Uhr)
WERDEN DIE ERMORDETEN WIEDER
lebendig durch die oeffentliche und besserwisserische Anklage hier im Forum? Nein. Man sollte es den behoerden ueberlassen; die Eltern sind wahrlich schon genug gestraft.
appaz (12.03.2009, 21:12 Uhr)
Verlogenes, irreführendes Geschwafel vonseiten der Politik
Und da sind sie wieder, die meist stockkonservativen Kämpfer gegen sog. Ballerspiele [die auch ich, allerdings aus anderen Gründen, verabscheue], die Rufer nach mehr Sicherheit und Kontrolle.
Seltsamerweise ist aber gerade einer deren Anführer, nämlich unser Bundesinnenminister, genau gegen den einzig sinnvollen ordnungsrechtlichen Vorschlag, nämlich eine Verschärfung des Waffengesetzes dahingehend, dass Schusswaffen in Privathaushalten nichts zu suchen haben. (!?)
. . .
Vor allem aber - und das ist mindestens so traurig und verwerflich wie solche Taten selbst ! - fürchtet man sich offenkundig davor einzuräumen, dass die Gründe, die Auslöser für solch unverständliches (?) Verhalten womöglich überwiegend in unserer Gesellschaft selbst zu suchen sein könnten.
. . .
Ich vertrete hier die durchaus fundierte Ansicht, dass ein Mensch, dessen Leben Perspektive hat, der sich vor allem in einer gerechten, insbesondere humanen Gemeinschaft aufgehoben fühlt, zu Gewalttaten gegen Mitmenschen kaum fähig sein dürfte.
Insofern rate ich zuallererst dringend dazu, die Bedingungen unseres Zusammenlebens kritisch zu überdenken. - Kein Mensch sollte in einer Gesellschaft, die sich selbst als „zivilisiert“, „sozial“ etc. bezeichnet, auch nur annähernd den Zustand von Verzweiflung erreichen dürfen !
HombreUno (12.03.2009, 20:13 Uhr)
@ butcher99,
noch abartiger ist es, wenn im Zusammenhang mit dem Amoklauf der Kölner U-Bahn-Bau oder ähnliches genannt wird.
.
Das einzige was ein Amoklauf mit einem Baustellenunfall gemein hat, beides gab es schon immer.
Sternobyl (12.03.2009, 20:01 Uhr)
"... und nahm sich selbst das Leben"
Langsam kommt mir das als Sprachregelung vor, für Leute, deren Handeln ihnen letztlich den Tod durch eine Kugel eingebracht hat.
 
Ich kann mich nicht entsinnen, dass die letzten Jahre jemand eine ähnliche Situation mit einem ähnlichen Polizeiaufgebot überlebt hätte. Oder täusche ich mich da?
butcher99 (12.03.2009, 19:30 Uhr)
Gewissen
Ermittlungen hier Ermittlungen da.
Ich kann nur immer wiedder mein tiefstes Mitgefühl für alle Opfer, deren Angehörige und die beteiligten Retter und Sicherheitskräfte ausdrücken.
Ansonsten glaube ich, dass das was der gesunde Menschenverstand Gewissen nennt, bereits alle Verantwortlichen ereicht hat und sie drückt. Hoffentlich sind alle lernfähig.
Dann kann selbst so ein tragisches Ereignis dazu beitragen, dass unsere Welt sich letztendlich in eine humanere Richtung entwickelt.
Derzeit überfordern die Menschen sich selbst, weil sie versuchen, allem was "machbar" erscheint hinterherzuhetzen. In der Tat es gab eine Welt ohne IT, Internet, personal PCs, Chatrooms, Handys, strukturierte Produkte(Lehmann Fonds), Doping im Sport, Hanball Championsleage mit Betrug oder Verdacht auf Betrug, Bürgermeister, die einen U-Bahn Bau forcieren und sich, Herr schmeiss Hirn, nach einer absehbaren Katastrophe fragen, ob man in Städten mit geologischen Verhältnissen und anderen, et hät noch immer jot jegange, wie in Köln fragen, ob man dort U-Bahnen bauen sollte; die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.
Bitte haltet alle mal einen Augenblick inne, und überlegt Euch, was habe ich heute getan, dass diese Welt besser geworden ist.
Ich wünsche mir auch oft einen Menschen, der mich hin und wieder bremst, damit das eigentliche Leben wieder wahrnehme.
ein schuldbewusstes Alphatier
bolg (12.03.2009, 19:12 Uhr)
Fake
"Wir sind gespannt, was denn nun wirklich stimmt. Fake, oder kein Fake?"
1. Es handelt sich nicht um den Beitrag, sondern um das Bild des Beitrags.
2. Der Chatroom ist ein imageboard - ähnlich einem Forum. Jeder Post erhält eine Nummer basierend auf dem Erstellungsdatum des Posts.
Diese Nummer ist auf dem Bildschirmfoto (Screenshot) falsch.
3. Es ist nicht möglich in diesem imageboard fett zu schreiben.
- Ein schlechter, geschmackloser Fake, dem die deutsche Presse allem Anschein nach aufgesessen ist.
heise.de & verschiedene recherchefreudigere Blogger bestätigen dies.
mfg, Bolg.
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