Geschichte zum Anfassen und Mitfühlen - das ist das Motto des Deutschen Auswandererhauses in Bremerhaven. Das neue Erlebnis-Museum dokumentiert die Schicksale der Menschen, die zwischen 1830 und 1974 über Bremerhaven nach Übersee ausgewandert sind. Von Stefanie Mülheims

Punkt des Abschieds© David Hecker/DDP
"Es war eine Reise ins Ungewisse. Der Mut, ein solches Risiko auf sich zu nehmen, muss enorm gewesen sein." Die zierliche Frau mit dem blonden Zopf und den grünen, freundlich blickenden Augen lächelt. "Sein Leben so in die Hand zu nehmen, das ist etwas ganz Besonderes, egal in welcher Epoche." Sie rückt ihre große, schwarze Ledertasche zurecht und guckt ernst: "In der Masse gehen die Individuen oft unter. Deshalb stand für uns das Schicksal der einzelnen Auswanderer im Vordergrund. Ihr Leben ist das wirklich Spannende."
Dr. Simone Eick ist wissenschaftliche Leiterin des Auswanderungsmuseums Bremerhaven. In jahrelangen Recherchen und viel Arbeit ist es ihr und vielen anderen gelungen, eine ebenso authentische wie perfekte Illusion zu schaffen.
Das Ergebnis ist ein Erlebnismuseum, das dem Besucher Geschichte zum Anfassen und Mitfühlen bietet. Die Ausstellung ist breit gefächert: Angefangen bei den Gründen für das Verlassen der Heimat über Ahnenforschung bis hin zu praktischen Informationen für heutige Auswanderungswillige.