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13. Juli 2008, 21:18 Uhr

Todesdrama auf der Zugspitze

Tödliches Ende eines Extrem-Berglaufes: Bei dem Rennen knapp unter den Gipfel der 2962 Meter hohen Zugspitze sind zwei Männer gestorben. Sie brachen nach einem plötzlichen Wetterumsturz kurz vor dem Ziel vor Erschöpfung zusammen. Viele andere Läufer mussten von Rettungskräften wiederbelebt werden.

Helfer der Bergwacht stützen einen völlig erschöpften und durchgefrorenen Aktiven während des Extrem-Berglaufes auf die Zugspitze© Anton Meier/DPA

Bei einem Extrem-Berglauf auf die Zugspitze sind am Sonntag zwei Sportler gestorben. Sie brachen nach einem plötzlichen Wetterwechsel etwa 150 und 350 Höhenmeter unterhalb des 2962 Meter hohen Gipfels erschöpft zusammen und starben noch auf der Strecke. Nach Angaben der Polizei in Weilheim handelt es sich um einen 41-Jährigen aus dem nordrhein-westfälischen Witten und einen 45-Jährigen aus Ellwangen in Baden-Württemberg. Sechs Läufer kamen mit schweren Unterkühlungen und völlig erschöpft in das Klinikum Garmisch-Partenkirchen.

An der alljährlichen Extrem-Sportveranstaltung nahmen mehrere hundert Läufer teil. Die Distanz des Berglaufes auf Deutschlands höchsten Gipfel beträgt 16,1 Kilometer bei 2100 Metern Höhenunterschied. Die Sportler waren gegen 9 Uhr im österreichischen Ehrwald bereits bei Regen gestartet. Bei zunehmender Höhe gingen die Niederschläge allmählich in Schnee über. Hinzukam ein eisiger Wind. Streckenweise liefen die Teilnehmer in kurzen Hosen und T-Shirts durch zehn Zentimeter Neuschnee. "Nach wenigen Minuten war alles weiß", schilderte ein Bergwacht-Mitglied den Wetterumsturz.

Rettungskräfte im Großeinsatz

Für viele der Extremsportler wurde die Anstrengung zu groß: Sie brachen nach Angaben des Bayrischen Roten Kreuzes (BRK) erschöpft zusammen. Von mehreren Hütten wurden die Rettungskräfte alarmiert. Nahe der Knorrhütte in 2051 Metern Höhe wurde vergeblich versucht, zwei der Sportler zu reanimieren. Sie starben an Erschöpfung und Unterkühlung. In den Berghütten spielten sich nach Berichten von Augenzeugen dramatische Szenen ab. Zahlreiche Läufer mussten reanimiert werden. Andere waren stark unterkühlt.

Der Großeinsatz der Rettungskräfte wurde von dem schlechten Wetter erschwert. Von vier angeforderten Hubschraubern konnten sich nur zwei einen Weg durch die dichten Wolken auf die Zugspitze bahnen und die Verletzten ins Tal fliegen. Insgesamt waren 80 Helfer von BRK und Bergwacht im Einsatz. Die Sicherheitskräfte nannten es leichtsinnig, bei derart schlechtem Wetter das Rennen nicht abzusagen.

Der Streckenrekord für den Extrem-Berglauf liegt nach Veranstalterangaben bei zwei Stunden und drei Minuten. Normale Bergsteiger brauchen bis zu neun Stunden. Selbst die Veranstalter hatten vor dem Rennen auf das schlechte Wetter aufmerksam gemacht. Sie sprachen im Internet von Gewitterneigung und Schneeschauern, auch Böen wurden angekündigt. Dies hinderte aber offensichtlich die Teilnehmer nicht am Start. Vielleicht reizte sie der Hinweis des Veranstalters: "Gerade aufgrund dieser unvergleichlichen Besonderheiten des Laufes in einer traumhaften Bergwelt wird jeder, der eines der Ziele erreicht, ein Sieger sein."

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 47)
 
sportartmakler (15.07.2008, 08:39 Uhr)
was für widerwärtige kommentare!
da wird nach dem ausgesagt wird selbst schuld noch mitleid an die angehörigen geheuchelt, so was kann man sich echt sparen. die fülle von den kein mitleid meinungen ist erschreckend. gleichzeitig wird auf extremsportarten aller art eingehackt, weil der jeweilige user in seinem ( einzig richtigen!) weltbild es nicht fassen kann wie menschen so etwas tun. die hobbypsychologenclique attestiert natürlich ein geltungsbedürfnis, nicht etwa adrenalinkick und grenzen austesten, die in unser regulierten welt eben nicht immer schnell zu finden sind. was ist das hier für ein peinlicher haufen? olga1805?? die sportler wollten also zittern und erfrierungen davon tragen? die brauchten das? gott was sind sie.....
blackview (15.07.2008, 01:11 Uhr)
Na ja
Str. Wer sich in Gefahr begiebt, kommt darin um.Die Verantwortung auf den Veranstalter schieben, na ja, man kan sich immer irgend einen Schuldigen suchen.Was heutzutage alles als Sport bezeichnet wird, spottet jeder Beschreibung.
Wenn ein Veranstalter einen Wettkampf " Der beste Sprung vom Fernsehturm ohne Seil und ohne Fallschirm" und den schoensten freien Fall bewerten, traegt der Veranstalter dann die Schuld, oder vielmehr der Springer? Ich kann das Gejammer nicht verstehen. Wenn es dem Esel zu gut geht, will er auf dem Eis tanzen.Wohlstandsextremsport
mit oder ohne " Extraversicherung" ist reine Selbstüberschätzung, Egoaufwertung und rein gar nichts mit einer " Neid" debatte zu tun. Auf was soll man den neidisch sein ?? Das man keine abgefrorenen Zehen im Sommer hat?? Oder das man nicht so früh und an so einem schönen Tag in Gesellschaft den Löffel abgegeben hat? Leute die diese " Ich bin so cool und stark" Sportarten ausfuehren, muessen sich immer selbst beweisen und im Mittelpunkt stehen. Ich denke sie haben ein ausgeprägtes Geltungsbedürfnis.
Enia (14.07.2008, 19:02 Uhr)
Verantalter?
Eigenverantwortung hin oder her, ich habe letztes Jahr an der Veranstaltung
teilgenommen und kannte die Strecke.
Bei schlechtem Wetter wird verkürzt, hieß es. Wenn ich an den Start gehe, gehe ich davon aus das die Bedingungen
so sind das ich keinen außergewöhnlichen Gefahren ausgesetzt bin und der Veranstalter die Strecke verkürzt, bzw. bei zu erwartenden Wetterumschwüngen das Ganze abbläst. Sollten dann noch einige meinen das Ganze durch ziehen zu müssen, dann halt privat auf eigene Gefahr.
Sich mit kurzer Laufkleidung in diesen Regionen zu begeben, bei der
Wetterprognose dem ist wirklich aber
auch nicht zu helfen.
Unzureichend aber auch wenn sich die
Wärmekleidung nicht im Ziel befindet,
wenn der Start verlegt werden musste und Markierungen fehlen im Geröll oder bei Schneefeldern. Nebel ist in
der Region immer ein Thema.
Aus zu löffeln haben es die leute der
Bergwacht und des BRK die unter
übelsten Bedingungen Erste Hilfe leisten.
Solange Veranstalter so handeln,
wird es auch leute geben die die
Risiken nicht erkennen (wollen)
olga1805 (14.07.2008, 18:16 Uhr)
Die Läufer zitterten, weinten, konnten nicht mehr sprechen
ja, mein Gott, dass wollen die doch so extrem. Dafür machen sie es. Was für Dummköpfe schreiben denn hier laufend was von Zynismus und Arroganz, diese Menschen brauchen und wollen das. Ich würde übrigens keinem helfen !
Badmax (14.07.2008, 15:08 Uhr)
Mir gehen diese...
...Extremtrottel immer mehr auf den Sack! Springen von Fernsehtürmen oder Brücken runter und bleiben mit dem Gleitschirm hängen, Selbstverstümmelung als Körperkult (Jack Ass), rennen einen Berg halbnackt hoch und erfrieren, schwimmen mit Haien, Fassaden von Wolkenkratzern ungesichert hochklettern usw. Passiert etwas, so erwarten diese Deppen, das die Allgemeinheit die Klappe hält und ihnen hilft.
Ich bin fassungslos wie manche Menschen kopflos mit ihrem Leben und ihrer Gesundheit umgehen. Gerade als Mensch, der schon einen Krieg hinter sich hat und unglaubliches Leid gesehen hat (unfreiwillig), erscheint es mir unbegreiflich, wie manche Idioten aus Mangel an "echten" Erlebnissen, diese Lehre meinen füllen zu müssen, mit solchen und ähnlichen selbstmörderischen Taten, alles natürlich unter dem Wort "Sport" als Deckmantel getarnt.
Auch interessant, die Verantwortungsschieberei einiger Forums-Schreiber: Man verlässt sich voll und ganz auf den Veranstalter und schaltet sein Hirn aus. Erinnert mich irgendwie auch ein bisschen an die Verbrechen im zweiten Weltkrieg (wenn der da oben sagt, dann wird es halt gemacht, ohne über den Sinn oder Unsinn nachzudenken). Hoffentlich kommt demnächst ein Veranstalter auf die Idee, Wettstoßen mit dem Schädel gegen eine Betonwand zu veranstalten. Ich bin mir sicher, genügend Freiwillige wird man schon finden.
OnkelHo (14.07.2008, 14:09 Uhr)
Da nützen
… alle Beschönigungen nichts. Solche widerlichen und menschenverachtenden Hetzer-Beiträge sind eine Schande für die Stern-Community. Basta!
EVITA-1 (14.07.2008, 13:45 Uhr)
......erst mal müssen
.......die Veranstalter zur Rechenschaft gezogen werden, die diesen hirnrissigen "Sportlern" das Podium geboten haben, bar jeglicher Vernunft, ihr Leben und das der Rettungskräfte leichtfertig aufs Spiel zu setzen.
Der Mensch hat scheinbar vergessen, dass keiner auf Dauer gegen Naturgesetze leben kann.
sotospeak (14.07.2008, 13:29 Uhr)
Wer freut sich?
Ich kann aus den Kommentaren keine Schadenfreude herauslesen. Zynismus ja, aber keine Schadenfreude. Vielleicht mal in Wikipedia nachschauen was Zynismus ist. Für mich selbst kann ich sagen, dass ich mich nicht darüber freue. Meine ersten Reaktionen, wenn ich solche oder ähnliche Meldungen lesen, sind absolutes Unverständnis und Fassungslosigkeit. Da gehen Leute in haiverseuchten Gewässern schwimmen, klettern in Höhlen herum und wer weiß was noch alles. Und ich frage mich jedesmal: "Warum machen die das?". Einige Kommentare hier zeigen aber doch deutlich wo bei manchen Leuten das Problem liegt. Alles machen und haben wollen (Egotrip), aber Gehirn nicht einschalten und keine Verantwortung übernehmen wollten (die anderen sind Schuld). Zitat: "Ich hätte mich auch auf den Veranstalter verlassen". Da kann ich nur sagen, das tut mir sehr leid.
Clamaria (14.07.2008, 11:36 Uhr)
@heartlander
Ich stimme Ihnen zu. Als Bergunerfahrener verlässt man sich auf die Veranstalter. Das hätte ich sicher auch getan.
Aber: Muss so ein Extremmist eigentlich sein? Hinterher ist das Geschrei immer groß.
MisterBrezeldent (14.07.2008, 11:31 Uhr)
zug. Spitze...,
ausgeschrieben: Zugegebenermassen "Spitze", was da "gelaufen" ist. Aber nu sind Sie doch mal bitte alle gaaaaanz entspannt. Schliesslich ist ein vergl. - äh, vergleichbarer - Vorgang schon ein paar tausend Jahre her. Ötzi war zwar auch recht spärlich bekleidet unterwegs gewesen, aber seitdem ist doch Generationen von Nudisten und Anhängern der freien Körperkultur im Bergland nix dramatisches passiert. Auch von den extrem sportlichen Happenings wie "Wettmelken mit Sauerstoffmaske im Stringtanga auf dem Nanga Parbat" oder dem sonst völlig hüllenlosen "Sackhüpfen auf den Mount Everest" hört man doch nix dramatisches, oder? Also, liebe extrem bekl. - äh, beliebten - Extremsportler: weiter so. Und achtung - Tipp: Apropos "Zugspitze". Wie wärs ganz nackisch bei 300 vorn am ICE?
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