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25. Juli 2007, 11:22 Uhr

Oxford meldet 'Land unter'

Zwar sinken die Pegelstände in Englands Katastrophengebieten langsam, doch für die Universitätsstadt Oxford gibt es noch keine Entwarnung: Die Fluten bedrohen dort ein E-Werk. Und auch die Themse schwillt munter weiter.

Stephen Parker versucht sein überflutetes Pub "The Maybush" in Newbridge bei Oxford trocken zu kriegen© Sang Tan/AP

Sinkende Pegelstände in Englands Katastrophengebieten haben viele Menschen am Mittwoch aufatmen lassen. Dennoch schwoll die Themse in Zentralengland weiter an. Die Fluten überraschten in der Nacht die Universitätsstadt Oxford, wo das Hochwasser bis in die Innenstadt vordrang. Hier war seit Beginn der Woche nicht mehr mit einem Anstieg des Wassers gerechnet worden. Nach Angaben der örtlichen Behörden mussten in der Nacht etwa 250 Anwohner in Sicherheit gebracht werden. In den am schlimmsten betroffenen Gebieten im Südwesten ging das Wasser zwar langsam zurück, aber die Versorgung mit Trinkwasser war dort weiterhin das dringendste Problem. Geschätzte 350.000 Menschen sind immer noch auf eine Versorgung mit Trinkwasser angewiesen.

Mittlerweile haben die Überschwemmungen ein erstes Todesopfer gefordert, ein weiterer Mann wird vermisst. Wie die Polizei mitteilte, sprang in Bedford nördlich von London ein Mann in den Fluss Great Ouse, der Hochwasser führt. Augenzeugen sahen den Schwimmenden am Dienstag untergehen. Die Polizei teilte mit, er sei von Rettungskräften geborgen, später aber für tot erklärt worden. Der vermisste 19-Jährige habe in der überfluteten Gemeinde Tewkesbury am Wochenende eine Bar verlassen und sei seitdem nicht mehr gesehen worden, erklärte die Polizei in Gloucestershire.

Schlimmste Flut seit 60 Jahren

Großbritannien leidet nach heftigen Regenfällen unter dem schlimmsten Hochwasser seit sechs Jahrzehnten. Die Schäden könnten die Versicherer nach Angaben der Rating-Agentur Fitch mehr als drei Milliarden Pfund (4,4 Milliarden Euro) kosten.

Die Flut in Oxford sei durch die vielen Nebenflüsse verursacht worden, die in die Themse fließen, sagte Robert Runcie von der Umweltbehörde. Die Feuerwehr versuchte, ein Elektrizitätswerk vor den Fluten zu bewahren. Das Werk versorgt die Innenstadt von Oxford sowie mehrere Krankenhäuser mit Strom. "Es ist gut möglich, dass in vielen Haushalten der Strom ausfällt", sagte Eddie Murphy von der Feuerwehr in Oxfordshire. Viele Anwohner waren verärgert, denn sie hatten mit dem Hochwasser nicht gerechnet.

Birkshire wartet auf die Flut

Während die Themse weiter anstieg, bereiteten sich die Anwohner in der Grafschaft Berkshire auf die Fluten vor. Tausende von Sandsäcken wurden in den vergangenen Tagen angeliefert. In Reading, Marlow und Henley sollte das Hochwasser am Mittwoch seinen Höchststand erreichen.

Nach den verheerenden Überschwemmungen in Großbritannien will Premier Gordon Brown mehr Geld zur besseren Abwehr solcher Naturkatastrophen bereit stellen. Diese Mittel seien bereits vor den aktuellen Ereignissen auf 600 Millionen Pfund verdoppelt worden, sagte Brown in der Nacht zum Mittwoch im BBC-Fernsehen. Man sei sich nun aber darüber im Klaren, dass noch mehr getan werden müsse.

 
 
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