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14. April 2010, 11:21 Uhr

Australien bringt Kapitän vor Gericht

Die Irrfahrt der "Sheng Neng 1" hat eine drei Kilometer lange Schneise der Verwüstung im Naturwunder Great Barrier Reef hinterlassen. Nun müssen sich der Kapitän und ein Offizier des chinesischen Frachters vor Gericht verantworten.

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Der Frachter wurde nach neun Tagen freigeschleppt© AP

Wie bestraft man die Zerstörung eines einzigartigen Naturwunders? Die australischen Behörden wollen es jedenfalls versuchen: Am Mittwoch hat die Polizei in Brisbane zwei Besatzungsmitglieder des im Great Barrier Reef havarierten chinesischen Frachters "Shen Neng 1" festgenommen. Der Kapitän des Schiffes und der zum Zeitpunkt des Unglücks wachhabende Offizier werden einem Richter vorgeführt, wie die Behörden mitteilten.

Die beiden 47 und 44 Jahre alten Chinesen sollen den folgenschweren Unfall am Ostersamstag verschuldet haben. Der Frachter lief abseits der erlaubten Schifffahrtsstraße auf das Korallenriff. Die "Shen Neng 1" hatte dabei eine rund drei Kilometer lange und bis zu 250 Meter breite Spur der Verwüstung hinterlassen.

Korallen brauchen 20 Jahre

Ein Teil der Korallen sei völlig pulverisiert worden, berichteten australische Wissenschaftler. Die Natur werde in dem betroffenen Gebiet wohl bis zu 20 Jahre brauchen, um sich vollständig zu erholen. Der Frachter wurde am Dienstag nach neun Tagen freigeschleppt.

APN/DPA
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
LaoLu (15.04.2010, 12:52 Uhr)
Dann ist die Seeamtsverhandlung also schon gelaufen, Antipode?
Grob fahrlässiges schuldhaftes Verhalten - da sind Kapitän und Wachhabender natürlich dran!
kabelmann (15.04.2010, 08:23 Uhr)
radikaler sein...
....20 Jahre braucht das Riff, bis es sich erholt hat?

Bitte, dann 20 Jahre Knast.

Clinton hatte furchtbar unrecht...

It's NOT the economy, stupid!
Antipode (14.04.2010, 16:11 Uhr)
Wenig Laerm um sehr viel
Ich lebe in Queensland, habe daher etwas mehr Information:
Der Frachter befuhr nach meines Wissens eine Seeschiffartsstrasse, die vor dem Riff abbiegt. Der Frachter ist geradeaus weiter gefahren. Es besteht daher der Verdacht, dass der wachhabende Offizier geschlafen hat oder nicht auf der Bruecke war. Das ist grob fahrlaessiges schuldhaftes Verhalten und hat nichts mit Brummi-Stress zu tun! Es ist bekannt wie gefaehrlich die Coral Sea ist!
Die Spur? Das aufgelaufene Schiff wird wohl in der Stroemung weiter gedriftet sein, quer nicht laengs - logisch? Da die Korallestoecke poroes sind werden sie von diesem dicken Brocken zermalen wie nichts, das sind keine Granitfelsen.
giangastone (14.04.2010, 16:07 Uhr)
Vogel-StraußPrinzip
Die Probleme sind doch seit jahrzehnten bekannt. Australische Umweltschutzverbände fordern seit langem ein Sperrung für Risikotransporte und eine Lotsenpflicht. Bisher vergeblich. Ohne eine ordentliche Ölpest werden die verantwortlichen Politiker aber leider nicht umdenken...
dido09 (14.04.2010, 13:18 Uhr)
Viel Lärm um nichts
Wer weiß, wie viele Schiffchen da schon lang geschrammt sind - ohne dass es bemerkt wurde. Der Chinese hatte das Pech 4 Eimer Öl zu verlieren.
Corazito3333 (14.04.2010, 12:47 Uhr)
nicht nur klären - abschaffen- bestrafen
Die Verantwortlichen nicht die "unter Druck gesetzten" Ist schon eine Frechheit wie schön das in Deutschland funktioniert bei den LKW-Fahrern!!!
Tom3 (14.04.2010, 12:42 Uhr)
man sollte auch klären,
in wieweit der Kapitän von seinem Chef unter Druck gesetzt wurde.
Evtl. verhält es sich hier ähnlich wie bei den meistern Spediteuren, die ihre LKW-Fahrer auch enorm unter Druck setzen, die Waren möglichst schnell von A nach B zu bringen, wider jede Regel u. Ordnung... wer nicht mitmacht fliegt...

LaoLu (14.04.2010, 12:29 Uhr)
Ist der Dampfer ins Schleudern geraten???
"...drei Kilometer lange und bis zu 250 Meter breite Spur der Verwüstung..."

Würde mich wirklich interessieren, wie sie das hinbekommen haben.
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