. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
3. Mai 2010, 07:36 Uhr

Die Rechnung für BP wird teuer

Angesichts der Ölpest im Golf von Mexiko hat US-Präsident Barack Obama BP in die Pflicht genommen, für die Schäden aufzukommen. Bei einem Besuch in Louisiana bezeichnete Obama den Ölteppich als "womöglich beispiellose Umweltkatastrophe". BP will auch zahlen - es könnte sehr teuer werden.

Ölpest, Golf von Mexiko, Obama, Besuch, BP, Haftung, Barack Obama, US-Präsident Obama,

Verschaffte sich vor Ort einen Überblick über das Küstengebiet: US-Präsident Barack Obama© Reuters

Eine Naturkatastrophe von nie dagewesenem Ausmaß? US-Präsident Barack Obama befürchtet das Schlimmste für den von der Ölpest bedrohten Golf von Mexiko. Bei einem Besuch in der Katastrophenregion sagte er, die Regierung werde tun, "was immer und wie lange nötig ist, um diese Krise zu beenden".

Die Lage in der Region wird immer dramatischer. Die US-Behörden verfügten ein Fischereiverbot für die am stärksten bedrohten Küstengewässer. Zigtausende Fischer bangen nun um ihre Existenz. Der Ölteppich hatte sich zuvor rapide ausgedehnt, schnelle Rettung ist nicht in Sicht.

Obama: "Noch nie dagewesene Naturkatastrophe"

Der Präsident traf in Venice am Mississippi-Delta mit Vertretern der Küstenwache und anderen Experten zusammen, um sich aus erster Hand über das Ausmaß der Ölpest und über die Gegenmaßnahmen informieren zu lassen. "Wir haben eine massive und möglicherweise noch nie dagewesene Naturkatastrophe", sagte Obama anschließend. Er bekräftigte, dass der britische Konzern BP für den anhaltenden Ölaustritt verantwortlich sei, und "BP wird die Rechnung dafür bezahlen". Dazu sind die Briten auch bereit, müssen nach Expertenschätzungen aber tief in die Tasche greifen. Der Schaden wird derzeit auf 14 Milliarden Dollar geschätzt. Zeitungen nannten BP-Belastungen von 8 Milliarden Dollar.

Die Ursachen für den Unfall müssten gründlich aufgeklärt werden, sagte der US-Präsident aber im Mittelpunkt stehe jetzt "der unermüdliche Versuch", den Ölfluss ins Wasser zu stoppen. "Wir werden nicht ruhen, bis die Lecks geschlossen sind und die Region gesäubert ist."

Ein einzelnes Bauteil könnte Katastrophe ausgelöst haben

Vor seinem Besuch hatte es Kritik gegeben, er und die Regierung hätten nicht rasch genug auf die Katastrophe reagiert. Obama verteidigte sich energisch dagegen. Die Regierung habe sich vom ersten Tag an auf das Schlimmste vorbereitet. Auch wenn man das Beste gehofft habe, sagte der Präsident.

Der Chef von BP in den USA, Lamar McKay, sagte dem Fernsehsender ABC, vermutlich habe der Ausfall eines einzelnen Bauteils in der Technik der Plattform "Deepwater Horizon" die Katastrophe ausgelöst. Zugleich verteidigte er den BP-Konzern gegen Kritik. Seine Firma arbeite zeitgleich an mehreren "Fronten". Eine davon sei eine "Kuppel", die über das Bohrloch gestülpt werden solle. "Die werden wir wahrscheinlich in sechs Tagen bis acht Tagen einsetzen können", sagte McKay.

Ölteppich binnen weniger Tage verdreifacht

Die von BP geleaste Bohrinsel war am 22. April nach einer Explosion gesunken. Seitdem sprudeln in 1500 Meter Tiefe täglich knapp 700 Tonnen Rohöl ins Meer, der Ölteppich hat sich nach Experteneinschätzung binnen weniger Tage verdreifacht. In einigen Küstengebieten wurden erste verschmutzte Vögel gefunden. Inzwischen haben vier Bundesstaaten wegen des gefährlichen Ölfilms auf dem Wasser den Notstand ausgerufen.

Verschlimmert wird die Lage durch schlechtes Wetter mit heftigem Wind: Der hohe Wellengang erschwert das Auslegen schwimmender Barrieren und das Absaugen des Ölfilms. Das Abfackeln von Teilen des Ölteppichs ist seit Tagen nicht mehr möglich gewesen.

Fangverbot dauert mindestens zehn Tage

Die US-Behörde für Ozeanographie verfügte ein Fangverbot zunächst für mindestens zehn Tage. Es gilt für kommerzielle und Hobbyfischer. Wissenschaftler sollen prüfen, ob der Verzehr von Fischen und Meeresfrüchten noch sicher ist. Die Fangverbotszone reicht von den Gewässern vor Venice bis zur Pensacola Bay an der Westküste Floridas.

Auch am Montag hielt das stürmische Wetter vor der Golfküste an. Der Ölteppich befand sich noch etwa acht bis 14 Kilometer vor der Küste. BP-Konzernchef Tony Hayward spricht mittlerweile öffentlich vom "worst case scenario". Es könnte zwei bis drei Monate dauern, das Leck zu stopfen.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 17)
 
Facti (03.05.2010, 15:31 Uhr)
Einfach unbezahlbar
der angerichtete Schaden und ebenso die Naivität von Obama.
iosono (03.05.2010, 13:12 Uhr)
Banken
und warum zieht man die Bankenmanager für den Billionen-schaden nicht zur verantwortung?
weil der schaden nicht sichtbar ist?zumindestens nicht so deutlich und konzentriert?
wenn jeder ein sein haus mit öl beschmieren würde der schaden genommen hat durch die Banker dann..........naja,quatsch
Heinerich (03.05.2010, 12:06 Uhr)
@nightmare_online (03.05.2010, 10:58 Uhr)
Was Exxon bezahlt hat war nur ein Teil des angerichteten Schadens.
H.
Lazarus09 (03.05.2010, 11:23 Uhr)
@vombromsberg so schauts aus ...
Obama ist maßlos überbewertet was ja auch der Effekt sein sollte,er kann weniger als Bush er sollte nur die Bittere Pille des Kapitals ans gemeine Volk applizieren mit höherer Akzeptanz durch die Bevölkerung ...das ist der ganze Glanz .
Ist ja auch gelungen so wie Schröder in Deutschland ... Verräter am Wählerauftrag
Lazarus09 (03.05.2010, 11:17 Uhr)
@auwei Sie machen Ihrem Namen Ehre
Das dumme Zeug von Knauserigen Kunden der ja " nichts " zahlen will und nur und ausschließlich deshalb Mitschuld trägt an :

Gammelfleisch
Gen Lebensmittel
Schlechter Qualität im Allgemeinen
und,und,und
natürlich Umweltzerstörende Katastrophen

Kann keiner mehr höhren.... hier wird abkassiert und der Profit Maximiert und am Limit geschröpft ..und wenn wir uns totbezahlen wird sich daran nichts ändern.
trespuntos (03.05.2010, 11:08 Uhr)
@eisvogerl
Sie haben recht, ist nicht wirklich eine Naturkatastrophe, sondern eine Katastrophe für die Natur, eine schreckliche...
BiffBoffo (03.05.2010, 11:05 Uhr)
Wer ist BP ?
Das ist eine gute Frage. Wird diese dann auch Persönlich haften wie der Kioskbesitzer um die Ecke ? Oder ist BP die Menschn die es Kaufen also wir ?

Was ich nicht verstehe, wo ist der sicherheitsplan ? Ich kann es nicht glauben das es hierzu keinen plan gibt. Wenn leitung a von b getrennt wird müssen doch ventile da sein die sowas komplett stoppen ? Was ist da los ? Ich glaubs einfach nicht.

Ich bin mal richtig dick gespannt wer hier was zahlt. Der schaden ist nie wieder gut zu machen ? Also zahlt BP dauerhaft ? Wie deutschland nach dem krieg ? Wir zahlen heute auch noch!
nightmare_online (03.05.2010, 10:58 Uhr)
@Heinerich, JetRabbit
Exxon hat damals in Alaska zwischen 2.5 und 8 Milliarden USD bezahlt. Und selbstverständlich wird auch BP bezahlen. Nur: Das ist überhaupt nicht der Punkt. Der Punkt ist, das nur die direkten Kosten (-> Schäden) erfasst werden können. Rückgänge des Tourismus (-> Image), langfristige Rückgänge der Einnahmen der Fischer etc. , sowie die "nicht monetären" Werte, also die Auswirkungen auf das Ökosystem vor Ort sind das reale Problem.
auwei (03.05.2010, 10:37 Uhr)
Fortschritt und Wohlstand
...so wie wir ihn/sie verstehen, haben ihren Preis. Also was soll das Geheule? Warum wohl macht Obama eine halbherzige Klima-/Energie-Politik? Weil genau das das Mandet der Wählermehrheit ist. Nicht anders ist es hierzulande. Es ist leicht, jetzt entsetzt zu sein (ich bin es auch), aber WEHE die Öl- oder Spritpreise steigen. DANN ist aber ganz schnell Schluss mit dem Umweltgedöns. Und solange das so ist, sind es Krokodilstränen, die bei einem solchen Betriebsunfall zerdrückt werden. Dummerwiese - und entgegen anderslautenden Behauptungen - haben wir den Gegensatz Wohlstand - Umwelt zu keinem Zeitpunkt auflösen können. Also: Zurück auf die Bäume oder hin und wieder Öl an der Küste - oder?
jetrabbit (03.05.2010, 10:36 Uhr)
BP zahlt keinen cent.
obama und seine seifenblasen sprüche. genau wie unsere politiker. suggerieren, dass die eliten zur verantwortung gezogen werden. und ausserdem ist noch nicht mal bekannt wie BP diese katastrophe auslösen konnte.
MEHR ZUM ARTIKEL
Ölpest im Golf von Mexiko Katastrophe in Zeitlupe

Die Verantwortlichen haben das Ausmaß des Öl-Desasters vor der US-Küste unterschätzt. Jetzt schaltet sich Präsident Barack Obama persönlich ein, doch die Betroffenen vor Ort fühlen sich getäuscht. Denn der Ölteppich breitet sich weiter aus. mehr...

Ölpest im Golf von Mexiko "Hier ist bald alles tot"

An der US-Küste droht eine Umweltkatastrophe. Der Kampf gegen die Ölpest läuft schlecht, Naturschutzgebiete sind bedroht, Fischer fürchten um ihre Existenz. Eine Reportage aus dem Mississippi-Delta. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe