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29. November 2007, 20:32 Uhr
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Sudanesisches Gericht verurteilt Lehrerin

Peitschenhiebe, Gefängnis und Geldstrafe: Diese Konsequenzen drohten einer britischen Lehrerin im Sudan, die einen Teddy-Bären "Mohammed" nannte. Nach nur einem Verhandlungstag fällte das sudanesische Gericht nun ein Urteil.

Lehrerin Gillian Gibbons, hier abgebildet mit einem Geparden, wurde wegen der Namensgebung eines Teddys im Sudan verurteilt© EPA/MySpace

Ein Gericht im Sudan hat eine britische Lehrerin verurteilt, in deren Unterricht ein Teddy-Bär nach dem Propheten Mohammed benannt wurde. Der Schuldspruch erging am Donnerstag in Khartum wegen Beleidigung des Islams. Das Urteil: 15 Tage Gefängnis und Abschiebung. Der Anwalt der 54-jährigen Gillian Gibbons kündigte Berufung an. Das Urteil sei höchst ungerecht, sagte Ali Mohammed Adschab, der auch für ein Menschenrechtszentrum in Khartum tätig ist. Das Verfahren sei von Hardlinern aufgebracht worden, die auf sich aufmerksam machen wollten.

Die Anklage gegen die am Sonntag verhaftete Lehrerin einer Privatschule lautete ursprünglich auf Anstiftung zum Religionshass, was eine Strafe von 40 Peitschenhieben und sechs Monaten Haft hätte nach sich ziehen können. Der Direktor der Unity High School, Robert Boulos, sprach unter Hinweis auf dieses mögliche Strafmaß von einem sehr gerechten Urteil. Allerdings sei die Schule sehr traurig über die angeordnete Abschiebung, da Gibbons eine gute Lehrerin sei. Die obersten muslimischen Geistlichen im Sudan hatten am Mittwoch eine harte Bestrafung der Lehrerin wegen Gotteslästerung gefordert. Sie stellten sie auf eine Stufe mit dem britischen Autor Salman Rushdie, dessen "Satanische Verse" 1989 zum Mordaufruf des damaligen iranischen Ayatollah Chomeini geführt hatten.

Britischer Außenminister: Missverständnis

Der britische Außenminister David Miliband hatte den Vorfall zuvor als "harmloses Missverständnis" bezeichnet. Keinesfalls handele es sich hier um eine mutwillige Beleidigung des Islams. Britische Diplomaten würden alles in ihrer Macht Stehende tun, um eine Verurteilung der Pädagogin zu verhindern. Miliband hatte den sudanesischen Botschafter in London, Omer Mohammed Ahmed Siddig, einbestellt, um den Fall zu erörtern.

Der Verteidiger der Lehrerin, Kamal Dschizuri sagte vor Prozessbeginn der Nachrichtenagentur AP, er werde vor Gericht geltend machen, dass seine Mandantin keinerlei Absicht gehabt habe, eine Gotteslästerung zu begehen. Es gebe einen klaren Unterschied zwischen dem Propheten Mohammed und dem Namen Mohammed, der für Jungen üblich sei. "Wenn jemand, der von seinen Eltern den Namen Mohammed erhielt, später zum Dieb wird, ist es dann eine Beleidigung der Religion, wenn man sagt: 'Mohammed ist ein Dieb'? Natürlich nicht!" betonte Dschizuri. Der Anwalt musste zunächst darum kämpfen, in den Gerichtssaal eingelassen zu werden. Britische Diplomaten sowie Vertreter der Unity High School, Gibbons' Arbeitgeber, mussten draußen bleiben.

AP
KOMMENTARE (10 von 42)
 
Cairol (30.11.2007, 23:25 Uhr)
Aurum
"Schau mal, ein Neger Bimbo". Heute würden die Kleinen sofort angezeigt werden...
Und das ist richtig so! Wenn ich ein Schwarzer wäre und du würdest das zu mir sagen würde ich dir eine verpassen und zwar nicht zu knapp du rassistisches Arschloch.
WhiteHaven (30.11.2007, 22:48 Uhr)
Andere Länder, andere Sitten
Vor kurzem ist hierzulande dieser Wirrkopf namens Horst Mahler zu 8 Monaten Gefängnis OHNE Bewährung verurteilt worden, weil er "Heil Hitler" gesagt hat und dabei den Arm hochgestreckt hat. Hhmmm, jetzt kann man sich ja fragen, was hat Hitler mit Mohammed gemeinsam...? Aber anscheinend gibt es auch bei uns Gesetze, deren Nichtbeachtung zu harten Strafen führt...! Und das im Sudan seit Jahrzehnten die islamische Rechtsprechung praktiziert wird, sollte man als englische Bildungsbürgerin, als Lehrerin, schon wissen.
WhiteHaven
Frederik72 (30.11.2007, 17:28 Uhr)
@RomanTicker
...oder im Namen der "nationalen Sicherheit"....
Frederik72 (30.11.2007, 17:24 Uhr)
seit jeher...
...sind Religionen mehr oder weniger doch nur Mittel zum Zweck das einfache Volk zu beherschen. Dabei kommt es überhaupt nicht auf die Grundsätze einer Religion an, sondern was die Führer einer Religion daraus machen. ZB gibt es die 10 Gebote, aber hätte sich auch nur ein Christ, Jude oder Moslem daran gehalten ? Nein. Das selbe was im Sudan passiert ist, ist vor nicht sooo langer Zeit auch in Europa passiert. Nur hat das Christentum die Zeit der Aufklärung bereits hinter sich, der Islam eben nicht. Ich will das jetzt nicht verteidingen , sondern nur darauf aufmerksam machen, daß es nichts mit einer bestimmten Religion zu tun hat, sondern mit deren religiösen Führer und Fanatiker und deren Interpretation und Strategie das Volk zu beherrschen.
1974 (30.11.2007, 14:52 Uhr)
Aurum
"Als meine Kinder klein waren und einen Neger sahen, riefen sie voller Freude:"Schau mal, ein Neger Bimbo". Heute würden die Kleinen sofort angezeigt werden..."
Und sie waren ganz bestimmt Stolz auf ihre Kinder. Heute ärgern sie sich, dass ihre Kinder die Farbigen Menschen nicht mehr Neger nennen dürfen und deswegen angezeigt werden. Aber wenigstens dürft ihr in euren vier Wänden über Farbige, Ausländer und Muslime herfallen und sie beleidigen.
Aurum (30.11.2007, 13:16 Uhr)
@StefanAugsburg
So schlecht ist der Vergleich von 1974 gar nicht, auch wenn er das Beispiel etwas grob formulierte. Ich denke, er wollte damit die Toleranz beschreiben, welche uns aufgezwungen wurde und andere, meist islamische Völker eben nicht besitzen. Früher standen in den Kirchen in D kleine Mohren Figuren. Wenn man Geld in den Mund steckte, nickten sie. Später wurde das ganz schnell abgeschafft. "Negerküsse" wurden umbenannt und die kleinen Knallkörper, früher als "Judenfurz" bezeichnet vielen auch aus dem Programm. Als meine Kinder klein waren und einen Neger sahen, riefen sie voller Freude:"Schau mal, ein Neger Bimbo". Heute würden die Kleinen sofort angezeigt werden...
Der Islam ist keine Auslegungssache! Sie wollen die Weltherrschaft.
StefanAugsburg (30.11.2007, 12:32 Uhr)
Blödsinn Israel
@Israel - das ist ja wohl vollkommen daneben, erstmal lesen, bevor man so was Bescheuertes von sich gibt, Du vegleichst Äpfel mit (brauner) Leberwurst. Wenn überhaupt, dann höchstens Adolf - und dafür wird niemand abgeschoben, wenn es auch sicherlich nicht gern gesehen wird. Hier wird definitiv im Sudan überreagiert, dann mir einer erzählen, was er will. Es geht eben nichts über religiöse eiferer, egal von welcher Religion sie kommen ...
1974 (30.11.2007, 12:08 Uhr)
Israel
Wenn diese Dame in Israel die Puppe Hitler getauf hätte, wäre sie auch eingesperrt und abgeschoben worden.
eurokrat (30.11.2007, 10:50 Uhr)
@Evil-King
"Aber wie du schon sagst, es sind die Menschen, nicht die Religion."
Na klar! Natürlich war an Auschwitz nicht der Nationalsozialismus schuld, bloss die blöden Menschen die ihn falsch ausgelegt haben. Und von den Massenmörden in der UDSSR hat ja der liebe Genosse Stalin auch nichts gewusst. Klar ist auch dass Fieber und Kopfweh bei weitem nichts mit der Grippe zu tun haben, nein...
master_of_chaos (30.11.2007, 10:48 Uhr)
"Globalisierung" ist schuld.
Nicht umsonst gibt es Ländergrenzen, verschiedene Sprachen, verschiednee Kontinente.
Die einen beten Allah an, preisen Mohammed, andree schlagen ihren Heilsbringer ans Kreuz, ein anderes Völkchen rottet mal eben Indianer aus. So ist es auf der Welt. Wenn das ganze vermischt wird, kann das ja icht gutgehen.
Am besten bleibt jeder dort , wo er sich wohlfühlt und aufggrund seiner Mentalität hingehört und gut ist.
Dann gibts auch keine Integrations und Mentalitätsprobleme.
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