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14. Januar 2010, 12:46 Uhr

Straßenbahnen kollidieren in Innenstadt

In der Karlsruher Innenstadt sind zwei Straßenbahnen frontal zusammengestoßen. 27 Menschen wurden bei dem Unfall verletzt. Am schlimmsten traf es die beiden Tramfahrer, sie schweben in Lebensgefahr. Möglicherweise war ein Fahrfehler Ursache für den Crash.

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Rettungskräfte versuchen, einen der beiden eingeklemmten Tramfahrer aus seinem Führerhaus zu befreien© Uli Deck/DPA

Beim Zusammenstoß zweier Straßenbahnen sind am Donnerstag in Karlsruhe 27 Menschen verletzt worden, einige von ihnen schwer. Am schlimmsten erwischte es die beiden Fahrer, sie wurden bei dem Unglück in ihren Fahrerkabinen eingeklemmt und mussten von den Rettungskräften befreit werden, wie die Polizei mitteilte. Beide seien mit schwersten Verletzungen in eine Klinik eingeliefert worden.

"Es ist der schlimmste Straßenbahnunfall in den letzten Jahren", sagte ein Karlsruher Polizeisprecher. Die Bahnen waren gegen 11.30 Uhr an einer Kreuzung in der Innenstadt ungebremst zusammengestoßen. Durch die Wucht des Aufpralls bohrten sich die Führerkabinen ineinander. Eine Tram sei auf das falsche Gleis geraten, obwohl die Weichensteuerung funktionierte, sagte Karlsruhes Straßenbahnchef Walter Casazza. "Anscheinend wurde ein Weichensignal nicht beachtet."

Beide Tramfahrer in Lebensgefahr

Während einer der beiden Fahrer schnell aus seiner demolierten Kabine befreit werden konnte, musste die Feuerwehr schweres Gerät zur Hand nehmen, um den anderen aus den Trümmern zu schneiden. Ihm wurde noch in der Bahn ein Fuß amputiert. Beide Männer schwebten nach Angaben der Rettungsdienste in Lebensgefahr.

Vier Fahrgäste erlitten schwere Verletzungen, weitere 21 wurden leicht verletzt und noch am Unfallort in einem Notfallzelt betreut. Danach wurden die Männer und Frauen auf die verschiedenen Krankenhäuser in Karlsruhe verteilt.

Der Unfall, bei dem ein geschätzter Schaden von 500.000 Euro entstand, ereignete sich wenige Tage vor dem ersten Spatenstich für den umstrittenen Bau eines Straßenbahntunnels in der Innenstadt. Für insgesamt 587 Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren zwei Tunnel gebaut werden. Durch den einen wird der Stadtbahntunnel in der Fußgängerzone unter die Erde verlegt, der andere soll das Verkehrsproblem auf einer der zentralen Verbindungsstraßen lösen.

DPA/APN
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
DerHeizer (15.01.2010, 13:23 Uhr)
äpfel und birnen...
inwiefern haben die u-strab, der pkw-tunnel und der straba-unfall von gestern miteinander zu tun? bitte kühlen kopf behalten und die themen trennen.
inwiefern die ZWECKGEBUNDENEN mittel von Land und Bund für die kombilösung in die sicherheit der ohnehin schon sehr sicheren Karlsruher straßenbahn investiert werden könnten und welche lösungen dafür angeschafft werden sollten, muss mir auch erstmal jemand erklären. ich fahre schon seit jahren in Karlsruhe straßenbahn und in der umgebung stadtbahn und ich werde das auch in zukunft mit ruhigem gewissen tun.

mein mitgefühl gilt den beiden fahrern und deren familien sowie den weiteren verletzten. aber menschliches versagen - egal an welcher stelle - ist nun einmal nicht abzustellen, sondern höchstens mit hilfe der technik zu minimieren. daher finde ich die rufe nach mehr sicherheit im Karlsruher straßenbahnverkehr auch völlig unangebracht. man schaue sich bitte mal die anzahl toter und verletzter im kraftfahrzeugverkehr zum vergleich an.

apropos sicherheit: hierzu wird ein tunnel auch beitragen. denn damit sinkt die zahl möglicher unfälle beim überqueren der gleise. weiterer vorteil: eine echte fussgängerzone.
Nardo (15.01.2010, 13:18 Uhr)
Ich bezweifle, dass dieser Unfall so in einem Tunnel hätte passieren können. An der Unfallstelle fährt die S4 nach BOStrab, also auf Sicht wie ein Autofahrer, während sie in einem Tunnel nach EBO auf Befehk fährt - bei einer nicht funktionierenden oder falsch gestellten Fahrstraße hätte sie gar keinen Fahrbefehl erhalten.
Außerdem kommt hinzu, dass die Strecken rund um den Marktplatz überlastet sind.

Letztendlich kommt der Karlsruher Straßenbahntunnel ca 40 Jahre zu spät ...
Lettuce (14.01.2010, 19:38 Uhr)
...immer höher, immer schneller, immer weiter
Tobias aus Karlsruhe. Ich bin heute mittag um 12:30 durch einen Zufall an der Unfallstelle gewesen. Es war erschreckend!!!
Ich kenne die Eilzuglinie S4 von Heilbronn sehr gut und mir ist schon oft aufgefallen, dass die Züge zu schnell durch die Innenstadt fahren, da Sie wahrscheinlich unter starkem Zeitdruck stehen.

Meiner Meinung nach ist das auch ein Problem der Verkehrsbetriebe, die den Druck auf Ihre Fahrer, durch Ihren Fahrplan dermassen erhöhen.

Was schliessendlich der Auslöser des Unfalls war ist im Moment doch eher zweitrangig. 2 Menschenleben in Gefahr, einem Fahrer musste das Bein vor Ort abgenommen werden, viele verletzte.

Immer höher, immer schneller, immer weiter.

Nur mal so am Rande, es gab am 17.10.2008 einen ähnlichen Unfall in Karlsruhe. Das ist eine Sauerei was hier passiert und man lernt nichts aus den Fehlern. Und dann für knapp 600 Millionen Euro eine U-Strab bauen. In wenigen Tagen ist der Spatenstich und über 20.000 Tausend gültige Unterschriften aus Karlsruhe konnten keine Verhinderung erwirken.
Mal ganz ehrlich liebe Politiker und Verwaltungbeamten, haben Sie ein Problem damit, dass Karlsruhe hinter Stuttgart anstehen muss(te)?
Ihr teilweise feudalistisches Weltbild verlangt vielleicht Prestigeobjekte zu erbauen, dass Sie event. irgendwann auch in Sandstein geschlagen oder in Bronze gegossen werdet. Hören Sie doch bitte erst auf die Bevölkerung.

Liebes Karlsruhe schaffe es erst mal über der Erde zu funktionieren, bevor Du Dich verkrichst!
MarkaO (14.01.2010, 17:49 Uhr)
Ort
Habe ich Marktplatz geschrieben? Meinte natürlich das Kongresszentrum.
MarkaO (14.01.2010, 17:48 Uhr)
Gleise
Die Züge sind ja nicht auf ein und demselben Gleis gefahren, sondern auf der Kreuzung am Marktplatz zusammengestoßen.
Hart für den Fahrer, eine Stunde später und ich wäre in dem Zug gewesen.

Ob für oder gegen den Tunnel ist wieder eine andere Geschichte.
Tom82 (14.01.2010, 15:26 Uhr)
Lieber Geld für Sicherheit
als für einen Tunnel.
Ich hoffe, den Verletzten geht es bald wieder besser.
Karlsruhe sollte lieber in die Sicherheit der Tram investieren, als eine halbe MRD in einen Tunnel zu stecken.

Passiert so ein crash im Tunnel, dann hat die Feuerwehr ein Problem.
Bin mal gespannt, was hierfür die Ursache ist. 2 Bahnen auf einem Gleis. Wäre das in einem Entwicklungsland passiert, wäre das Gelästere wieder groß.

Es ist gar nicht so lange her, da sind 2 Bahnen vor dem HBF frontal ineinander gefahren.

Da kann man nur hoffen, dass die Fahrer bald wieder gesund sind und der KVV sein Sicherheitsproblem in den Griff bekommt.
Liebesspieler (14.01.2010, 14:31 Uhr)
Sicherheit
Da wird man echt noch paranoid - kann man sich eigentlich überhaupt noch irgendwo sicher fortbewegen?

Der Unfall sieht echt schlimm aus - ka-news hat Bilder dazu (http://www.ka-news.de/region/karlsruhe/Schwerer-Strassenbahnunfall-in-der-Innenstadt;art6066,334002). Da muss man doch echt Angst bekommen, wenn man in so ne Bahn steigt....
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