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13. Januar 2010, 10:36 Uhr

Taliban töten immer mehr Zivilisten

In Afghanistan sind 2009 bei Kämpfen und Anschlägen mehr als 2400 Zivilisten getötet worden - so viele wie noch nie seit dem Sturz der Taliban. Während die Zahl der Opfer bei Militäroperationen gesunken ist, nahmen Aufständische immer weniger Rücksicht auf die Bevölkerung.

Afghanistan, Krieg, Konflikt, taliban, Anschläge

Helfer bergen nach einem Anschlag in Kabul einen Leichnam. 2009 hat sich die Zahl ziviler Opfer in Afghanistan drastisch erhöht© Ahmad Masood/Reuters

Der Konflikt in Afghanistan hat im abgelaufenen Jahr mehr Zivilisten das Leben gekostet als je zuvor seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001. Die Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan teilte am Mittwoch in Kabul mit, 2009 sei die Zahl der getöteten Unbeteiligten verglichen mit dem Vorjahr um 14 Prozent auf 2412 gestiegen. Aufständische wie die Taliban seien für rund zwei Drittel dieser Toten verantwortlich gewesen. 25 Prozent der zivilen Opfer hätten Militäroperationen wie etwa der von der Bundeswehr angeordnete Luftangriff von Kundus verursacht. Die restlichen acht Prozent ließen sich keiner Konfliktpartei zuordnen.

Die UN-Mission teilte weiter mit, die Zahl der bei Angriffen und Anschlägen der Aufständischen getöteten Zivilisten habe im abgelaufenen Jahr um 40 Prozent zugelegt. Die Zahl der Opfer, für die ausländische und einheimische Sicherheitskräfte verantwortlich waren, habe seit dem Vorjahr dagegen um 28 Prozent abgenommen. Von diesen knapp 600 getöteten Unbeteiligten seien 60 Prozent bei Luftangriffen der Truppen ums Leben gekommen. Die Aufständischen seien weiterhin für den Großteil der Opfer verantwortlich und töteten dreimal so viele Unbeteiligte wie die Regierungstruppen, so die UN.

"Der Konflikt hat sich verschärft"

In Deutschland hatte besonders der von der Bundeswehr im vergangenen September angeordnete Luftangriff im nordafghanischen Kundus eine Debatte um zivile Opfer ausgelöst. Die UN-Mission machte keine Angaben zur Zahl der zivilen Opfer bei diesem Bombardement. Nach Angaben der von Präsident Hamid Karsai eingesetzten Untersuchungskommission waren damals 30 Zivilisten und 69 Taliban getötet worden. Die Nato hatte die Opferzahl insgesamt mit bis zu 142 angegeben, darunter eine nicht näher genannte Anzahl Zivilisten.

Die UN-Verantwortliche für Menschenrechte, Norah Niland, sagte, der Rückgang ziviler Opfer bei Militäroperationen sei auf das vorsichtigere Vorgehen der Truppen zurückzuführen. Die Sicherheitskräfte müssten ihre Anstrengungen aber noch verstärken. Sie rief beide Konfliktparteien dazu auf, ihren internationalen Verpflichtungen nachzukommen und die Auswirkungen auf Zivilisten zu minimieren. "Der Konflikt hat sich verschärft und in Gegenden ausgebreitet, die zuvor als sicher galten", sagte Niland. "Die Sicherheit und das Wohlergehen der Zivilbevölkerung müssen an erster Stelle stehen."

DPA
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
Administrator (13.01.2010, 14:47 Uhr)
Liebe User,
vielen Dank für Ihre Beiträge. Wir schließen die Debatte an dieser Stelle.

Herzliche Grüße,

Ihre stern.de-Admins
Mule (13.01.2010, 14:37 Uhr)
und täglich grüßt der Taliban.....
Zynismus an:
"Wenn die Taliban schon für die Dezimierung der Zivilbevölkerung sorgen, dann können die Nato-Truppen doch endlich abziehen!" Zynismus aus.
Wir Deutschen haben dort überhaupt nichts verloren!! Unterstützung für Frau Käßmann!
Oluja (13.01.2010, 13:56 Uhr)
bevor jetzt jemand mit dem 9/11 oder terror unsinn noch daherkommt:

1. die taliban haben absolut nichts mit 9/11 zu tun, nachweislich

2. die taliban waren bereit osama bin ladne auszuliefern, wurde von der buschclique aber abgelehnt, sonst wäre ja der schöne invasionsgrund wieder futsch.

3. die taliban haben nachweislich noch nie einen anshclag ausserhalb afghanistans oder der grenzregion pakistans begangen, wie kommt man daher dazu zu behaupten sie würdne uns alle bedrohen, ja sogar deutshcland???.

4. die angeblichen al quaida und terror ausbildugscamps befandne sich mehrheitlich in pakistan, nicht in afghanistan, trotzdem wurde anfangs behauptet alle seien in afghanistan um einen wieteren kriegsgrund herbeizulügen.

wer es imme rnoch nicht kapiert, die usa samt ihrer vasallen sind NUR dirt aus eigeninteresse, die afghanen interessieren sie trotz aller beteuerungen in wirklichkeit einen dreck.
es geht einzig um die pipelinepläne und die geostrategisch wichtige lage afghanistans als keil zum iran, gegen russland und als block gegen das vorrückende china.
Oluja (13.01.2010, 13:51 Uhr)
@freedyma und ceeto, die taliban sind auch mir hochgradig zuwieder, in jeder hinsicht, dennoch ändert es nichts an der tatsache das immer mehr afghanen die besatzung ablehnen und bekämpfen.

selbst unter dem talibanregime sind weit wneiger menschen umgekommen, als seit dre besatzung und der drogenertrag wuchs von 400 tonnen auf heute fast 10.000 tonnen.

wundert es sie nicht das die taliban von 1996-2000 die besten verbündeten der usa waren und sogar finanz- und militärhilfe bekommen haben?, nein?, warum nicht?.

erst als sie sich weigerten eine besatzung zu akzeptieren und den pipelinenplänen zuzustimmen, wurdne sie vom freund zum feind, von heute auf morgen.

sie glauben doch nicht im ernst den unsinn wir wären dort nur um die taliban zu vertreiben und irgendwelche frauenrechte zu sichern oder? LOL

die usa und der wetsen haben noch NIE irgend etwas für andere getan, sondren imme rnur aus eigennutz, so wie dieses mal, und wieder bezahlen dafür die afghanen, nur die besatzer irren sich, denn kein afghanen duldet auf dauer eine besatzung und wird daher früher oder später zur waffe greifen.
CeeTo (13.01.2010, 13:19 Uhr)
Oluja
So wie du redet nur jemand der nicht unter einem Regime der Taliban leben muss. Aus einem schön gewärmten Zimmer in Deutschland lässt es sich ja ganz einfach reden.

Dieser Bericht zeigt mir wie wichtig der Krieg dort für die Menschen ist.
fredyma (13.01.2010, 13:16 Uhr)
@ Oluja
Sehr naiv, was du schreibst.
Was haben denn die Talibanmordbanden gemacht, bevor die Amis diese vertrieben hatten?
Sie hatten das Land mit ihrer demokratischen Grundeinstellung zu blühenden Landschaften gebracht.
Gleichberechtigung und Wohlstand für alle.
Träum du einfach weiter mit deiner naiven Einstellung.
kralli19 (13.01.2010, 12:35 Uhr)
Soso....
In Algerien hieß es auch, nachdem die demokratisch gewählte islamische Regierung durch das Militär mit der Unterstützung des Westens geputscht wurde, das die "Islamisten" hier und da Greueltaten an der Bevölkerung begangen hätten, Massaker verübt hätten usw.
Als dann Jahre später herauskam, das diese Taten nicht von "Islamisten", sondern von Militär- und Geheimdienstangehörigen begangen wurden, die sich als solche Ausgaben, um eben jene in Miskredit zu bringen und das putschen des demokratischen Vorgangs zu rechtfertigen, war das hier kaum eine Schlagzeile wert....
Und hier will man uns jetzt weis machen, das nur noch die Taliban dort Menschen umbringen aber die westlichen Militärs Friedensengel sind, oder wie ?
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