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14. Dezember 2009, 10:45 Uhr

"Frau Merkel hat zwei Gesichter"

Die Entwicklungsländer sehen keinen Grund zur Dankbarkeit für die Finanzhilfen der Europäischen Union zur Klimawandelbekämpfung. Im Gegenteil: "Die EU wirft uns Brotkrumen hin", kritisierte ihr Sprecher Di-Aping. Auch an Bundeskanzlerin Merkel lässt er kein gutes Haar.

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Mann klarer Worte: Entwicklungsländer-Sprecher Lumumba Di-Aping hält die EU-Klimahilfen für "Brotkrumen"© Jens Astrup/Scanpix/AFP

Die Entwicklungsländer haben den von der Europäischen Union in Aussicht gestellten Beitrag zum Klimaschutz als ungenügend kritisiert. Die von der EU zugesagte Soforthilfe von 2,4 Milliarden Euro pro Jahr sei viel zu wenig, sagte der Sprecher der in der Gruppe G-77 zusammengeschlossenen Entwicklungs- und Schwellenländer, der Sudanese Lumumba Di-Aping, der "Frankfurter Rundschau". Für einen ökologischen Umbau in den Entwicklungsländern seien jährlich zwischen 300 und 500 Milliarden Euro erforderlich. Aber die EU werfe nur "Brotkrumen" hin.

Auch wenn das Geld sukzessive erhöht würde, gäben die EU und die USA "weit mehr Geld für Militär als für Klimaschutz aus", sagte Di-Aping. Zur Bewältigung der Finanzkrise seien gigantische Summen locker gemacht worden, bei der Klimakrise werde gespart. Di-Aping kritisierte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): "Frau Merkel hat zwei Gesichter. Sie ist zu Hause eine große Ökologin, aber wenn es ums Geld für den Klimaschutz geht, steht sie auf der Bremse."

Die Industriestaaten müssen ihren CO2-Ausstoß nach Ansicht von Di-Aping bis 2017 um mindestens 52 Prozent und bis 2020 um mindestens 65 Prozent gemessen am Basisjahr 1990 senken. Geschehe das nicht, bedeute dies den "Tod von Afrika", da die Temperatur dann um 3,75 Grad ansteigen werde und die afrikanischen Länder zum Backofen würden.

Grüne kritisieren Politik des Deals

Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt, die zurzeit ebenfalls am Klimagipfel in Kopenhagen teilnimmt, erwartet von dem Treffen als konkrete Beschlüsse die Verringerung der Treibhausgase bis 2020 um 40 Prozent und bis 2050 um bis zu 95 Prozent. Das erfordere eine doppelte Anstrengung der Industrienationen, sagte die Grünen-Politikerin der "Thüringer Allgemeinen". Sie müssten nicht nur selbst die Klimagas-Emission reduzieren, sondern auch den Entwicklungsländern helfen, wobei die Hilfe nicht einfach von der bereits zugesicherten Entwicklungshilfe abgezweigt werden dürfe. Notwendig sind laut Göring-Eckardt zusätzliche Ausgaben in Höhe von 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Ingesamt müssten die reichen Länder mittelfristig etwa 110 Milliarden Euro beitragen, um wirklich etwas bewirken zu können. Davon werde Europa ein Drittel tragen müssen. Allein Deutschland müsse jährlich sieben bis zehn Milliarden Euro aufbringen. Dass die EU nur bei einer Beteiligung weiterer Staaten zur Senkung ihres CO2-Ausstoßes um 30 Prozent bereit sei, kritisierte die Grünen-Politikerin als eine Politik des Deals. Solche Deals könne sich die Welt bein Klimaschutz nicht mehr leisten.

Gipfel in der entscheidenden Phase

Mit den Beratungen der Umweltminister aus 192 Staaten geht der Kopenhagener Klimagipfel jetzt in seine Endphase. Bislang war in der dänischen Hauptstadt auf Beamtenebene versucht worden, die Weichen für ein globales Klimaschutzabkommen zu stellen. Für die beiden letzten Gipfel-Tage am Ende der Woche werden dann die Staats- und Regierungschefs aus 115 Staaten erwartet, darunter auch US-Präsident Barack Obama. Bundeskanzlerin Angela Merkel soll am Donnerstag vor den Gipfelteilnehmern sprechen.

Umstritten zwischen Industriestaaten und Entwicklungs- sowie Schwellenländern sind neben der Verminderung von Treibhausgas-Emissionen vor allem Finanzfragen. Die Industrieländer sind bisher hauptverantwortlich für den bedrohlichen globalen Temperaturanstieg. Dessen Folgen treffen aber die Menschen in den ärmeren Ländern der südlichen Halbkugel viel härter. Die EU hat bisher 7,2 Milliarden Euro als Soforthilfe angeboten.

AFP/AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 42)
 
kb26919 (15.12.2009, 17:35 Uhr)
Wennn es moeglich waere
die Unsummen der schon nach Afrika geflossenen Entwicklungshilfe zusammen zu rechnen dann kommt sicherlich zu einer Zahl,von der alleine Afrika laengst saniert werden haette koennen.Leider sind all diese Gelder in den tiefen Taschen der politschen Kasten geflossen und nun fordert Afrika noch mehr....was? keine Gelder mehr fuer neue Buergerkriege und Waffenkaeufen.,
Es ist an der Zeit dass sich dieser Kontinent vom Tropf entwoehnt und die Aermel aufkrempelt.,
tannebaum (15.12.2009, 10:31 Uhr)
eines der größten probleme...
..die die zunahme der bevölkerung. je mehr wir uns ausbreiten, desto höher auch der konsum. mehr autos, mehr klimaanlagen, etc...

hatten in den 60er jahren nur die hochentwickelten industrieländer schornsteine und massig abgase zu hauf, so breiten sich diese heute immer weiter aus.
in den 60er jahren hatte auch nicht jeder amerikaner einen wagen mit v8-motor und eine klimagerät zu haus.

der konsum, an dem nun auch immer mehr schwellenländer teilnehmen, ist unser problem. denn die zunahme der bevölkerung -gerade in den entwicklungsländern- verursacht weitere zunahmen.

der verzicht auf alles überflüssige wäre sinnvoll, aber ist nicht machbar. und hatten wir in den 60er jahren 30 millionen klimageräte mit hohem stromverbrauch, so werden 300 millionen mit energieeffiziens a dennoch mehr verbrauchen als die 30 millionen.... ganz zu schweigen von der herstellung, der rohstoffe dafür und so weiter.

würden aber wir auf das lebensniveau der 60er zurückgehen, würde hier die wirtschaft zusammenbrechen. und alle schwellenländer würden fragen, warum nur wir einmal die hochmomente der entwicklung ausleben durften und sie selbst kleingehalten werden sollen. sie wollen ja auch den wohlstand (verbunden mit tausend überschüssigen und unnützen geräten). und daran wird es scheitern...
Vincent_Vega (15.12.2009, 09:47 Uhr)
Ganz egal ob CO2 oder nicht CO2
wenn das Klima heißer wird, muss man was ändern. Und wenn man nicht will, dass Millionen Menschen aus den Entwicklungsländern über die Meere zu uns schippern oder unsere Botschaften wegen eines Visums belagern - wie das wohl zur Rot-Grün in der Ukraine gewesen ist - muss man auch versuchen, etwas sinnvolleres zu machen, als sich mit Krediten für "Entwicklungshilfe" einen willfährigen Machthaber zu mieten. Da ist nämlich unser Geld hingeflossen. Mag zwar sein, dass die Afrikaner keine uns vergleichbaren Strutkuren hatten oder zur Zeit haben. Die Europäer haben aber auch ihre Kolonialzeit inder erster Linie dazu genutzt, Rohstoffe zu importieren und ihre Machtansprüche durch "Teilen und Herrschen" zu untermauern. Das funktioniert heute genauso. Was machen denn Belgien und Frankreich heute noch klammheimlich in ihren ehemaligen Kolonien? Warum engagiert sich China dort unten so stark? Aus keinen anderen Gründen wie Machterhalt und eigener wirtschaftlicher Vorteil. Nix mit hoher Moral.
nightmare_online (15.12.2009, 09:20 Uhr)
Und nun mal ein Schuss Realität
- Die Skeptiker werden von Exxon und Co. finanziert. Millionen und Abermillionen steckt allein diese Firma in die Skeptikerkampagne.
http://www.edf.org/article.cfm?ContentID=4870
- Die Kampagne wird - u.a. - von Exxon gesteuert. Und es werden genau jene Mechanismen benutzt, die sich bei der Kampagne gegen die Schädlichkeit des Rauchens so erfolreich erwiesen haben.
http://www.ucsusa.org/global_warming/science_and_impacts/global_warming_contrarians/exxonmobil-report-smoke.html
Die Sonne, die die Skeptiker gerne als Ursache für den Klimawandel nennen ist als primäre Ursache spätestens seit 2007 auszuschliessen.
http://www.pubs.royalsoc.ac.uk/media/proceedings_a/rspa20071880.pdf
Und die Skeptiker werden auch keineswegs irgendwie verfolgt, diskriminiert oder ähnliches, sie publizieren systematisch in "eignen" Zeitschriften, damit sie sich der Kritik nicht stellen müssen. Speziell dafür wurde z.B.
Energy & Environment gegründet
http://www.sourcewatch.org/index.php?title=Energy_and_Environment
Das von einer Gasthörerin (!) in Geographie (!) "geleitet" wird.
Aber es ist selbstredend (ROTFL) schuld der Wissenschaft, wenn die Skeptiker in Blättchen von der wissenschaftlichen Relevanz des "Goldenen Blattes" publizieren, nicht?
vegefranz (15.12.2009, 08:17 Uhr)
Klimalüge - cui bono?
Klimalüge - cui bono?

Die globale Erwärmung ist ein Riesengeschäft. Die Klimalüge: Eine Geschichte von Zensur und Einschüchterung. Der größte Betrug der Menschheitsgeschichte.

Das Geschäft mit der Erderwärmung ist zu einer Art Religion geworden. Die Berichte über die Folgen der globalen Erwärumung werden immer apokalyptischer. Und wer eine andere Meinung vertritt, wird als "Rechter" bezeichnet.

Die Erkenntnisse über CO2 als Auslöser der globalen Erwärmung wird als "Wissenschaft" vermittelt. Aber es ist keine Wissenschaft. Es ist pure Propaganda. Im Verlauf der Erdgeschichte gab es Phasen, in denen der CO2-Gehalt der Atmoshpähre bedeutend höher war als heute. Und neue Erkenntnisse belegen: CO2 ist nicht die Ursache.

Die Erwärmung selbst hat andere Ursachen. Zudem ist bekannt, dass Temperaturen und Meeresspiegel seit Bestehen der Erde ständiger Veränderungen unterworfen waren. Klima war nie konstant. Die aktuelle Hysterie dient nur dem Geldtransfer in Richtung bestimmter Interessensgruppen und den Politikern weltweit als willkommene Gelegeneheit, versteckte Steuern in Form von Klima-Abgaben zu erheben oder - wie die Sonnenherrscher der Entwicklungsländer - zusätzliche Milliarden für ihr Luxusleben einzusacken .

Fakt jedenfalls ist: In der Vergangenheit können Klimaveränderungen nicht mit einem Anstieg von CO2 erklärt werden. Trotzdem hat sich dieses Märchen dank Medien in die Hirne der Menschen eingraviert. Nicht das Klima spielt verrückt, sondern viele Wissenschaftler und Politiker. Allen voran spielt der Klima-Rat der UNO (IPCC) eine äußerst korrupte Rolle im Ringen um die wahren Ursachen des Klimawandels.

So ist die Diskussion um den Klimawandel letztlich nichts anderes als ein Machtmittel, um Menschen globalen Interessengruppen - wie den Sonnenkönigen in den Entwicklungsstaaten - zu unterwerfen, welche vom selbst ausgerufenen CO2-Klima-Killer zu profitieren.
Johann58 (14.12.2009, 19:09 Uhr)
@Chatahoochee
die ehemals besetzten nehmen sich das Land von den Besetzern zurueck. Da diese es nicht freiwillg hergeben geschieht das mit Gewalt. Das bedeutet nicht, dass ich das gute finde aber so ist der Lauf der Dinge. In anderen Laendern hat man die Ureinwohner so weit platt gemacht, dass diese sich ihr Land nicht mehr zurueckholen koennen oder konnten. Da ist dann die Frage was hat beispielsweise ein Britte in Simbabwe zu suchen? Hat er das Land rechtmaessig erworben? Hat er einen Pachtvertrag mit den Besitzern? Hat er ueberhaupt einen Vertrag? Das gleiche gilt uebrigens fuer die Deutschen im ehemaligen deutsch Suedwest Afrika.
Johann58 (14.12.2009, 18:58 Uhr)
@papier
Das ist eine gute Frgae, wann werden die fuer sich selbst verantwortlich? Viele Staaten sind Kunstgebilde wie das ehemalige Jugoslawien, das nachdem die starke Hand Tito's weg war auseinandergefallen ist. In Afrika bekaempfen sich Staemme und Volksgruppen wie zu Zeiten der Kleinstaaterei in Europa und so kann es noch hunderte von Jahren dauern.
chatahootchee (14.12.2009, 18:52 Uhr)
UND SIMBABWE?
Ich glaube, den ging es besser nach Abmarsch der "Kolonialmacht", aber nur so lange bis die (weissen) Leute, die den Laden am laufen hielten, vertrieben oder ermordet wurden. Jetzt will man wieder Geld vom weissen Mann?
So viel in Sachen Verantwortung.
Johann58 (14.12.2009, 18:48 Uhr)
@georgeus08
um nur ein mal ein paar zu nennen

England,
Frankreich
Deutschland
Spanien,
Portugal
Italien

da haben wir dann flaechemaessig sich schon 80% von Europa zusammen. Und noch etwas, es gab keine guten und schlechten Kollonialmaechte, alle wollrten sich ein Stueck von der Welt sichern, ihren Einflussbereich ausweiten und wirtschaftichen Nutzen ziehen.
Papier (14.12.2009, 18:26 Uhr)
?
bürgerkrieg und unterdrückung,ok. aber es ist nunmal schon ein halbes jahrhundert vergangen, seitdem die kolonialmächte ausmarchiert sind, jedenfalls größtenteils. wann fangen sie selbst an zu denken?
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