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6. Januar 2010, 19:07 Uhr

Boni-Steuer? Interessiert mich nicht!

Gehen oder bleiben? Londons Banker sollen angeblich eine Massenflucht vorbereiten, um der Bonus-Supersteuer zu entkommen. Zu merken davon ist in der Stadt allerdings wenig. Im Gegenteil: Der Markt für Luxus-Apartments boomt. Von Cornelia Fuchs

 
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Die Banken-Skyline von London: In der britischen Hauptstadt boomt der Markt für Luxusimmobilien© Oli Scarff/Getty Images

Zwei Zimmer für 1,3 Millionen Pfund - das ist das letzte Appartement, das im Luxus-Bau der St Pancras Chambers noch zu haben ist. Der Grundriss Nummer 3.04 mit dem Schlafzimmer auf kleiner Maisonetteebene ist auf der dritten Etage gelegen und eine von 68 Wohnungen in einem riesigen viktorianischen Baudenkmal direkt am Bahnhof St Pancras, Blick auf die historische Glaskuppel über den Gleisen und den abfahrenden Eurostar-Zug nach Paris inklusive.

Das Fünf-Sterne-Hotel im ersten Stock wird nach seiner Fertigstellung im nächsten Jahr Zimmerservice anbieten. Interessenten wird geraten, sich ziemlich schnell zu entscheiden. Bald könnte der Markt von Luxus-Appartements leergefegt sein wie zu den Zeiten vor der Krise.

Es ist eine Situation, die sich Londoner Immobilien-Makler so schnell nicht wieder erträumt hatten. Der Immobilienmarkt der britischen Hauptstadt lag am Boden, überall wollten Besitzer verkaufen und konnten nicht. Preise schienen ins Bodenlose zu sinken.

Der Kampf um die beste Wohnung

Doch die Entwicklung hielt nicht lange an. Insgesamt 93 Makler konnten in einer Umfrage vor wenigen Wochen steigende Nachfragen vermelden, ein Viertel aller Immobilien wird teurer verkauft als angeboten. Und das betrifft vor allem die Angebote, die angeblich so schnell keiner mehr haben wollte: die Bonus-Appartements.

Es war fast ein Jahrzehnt lang ein jährlich wiederkehrendes Spektakel - sobald die Banken ihre Angestellten über die Summe der zu erwartenden Boni-Zahlungen informierten, wurden Maklerbüros gestürmt, Anzahlungen getätigt, begannen wilde Bieter-Wettbewerbe um die besten Wohnungen.

Ganze Stadtviertel wurden so von Wohnungsangeboten leergefegt, Islington im Norden Londons, Notting Hill im Westen und Kensington und Mayfair, die Viertel der Hedgefonds, sowieso. Mit dem Ende der Banken-Bonanza, so war es nach der Pleite des Investmenthauses Lehmann vorausgesagt worden, sollte es auch mit diesem Wettlauf um die teuerste Wohnung ein Ende zu haben.

Doch Pustekuchen, die Boni sind zurück und damit auch die Bieterwettbewerbe. Noch immer gilt in London, dass eine Bonus-Zahlung am besten in eine Immobilie investiert werden sollte. Und diese Immobilie wiederum muss im richtigen Viertel liegen, um dort die Kinder auf die richtigen Privatschulen schicken zu können.

Denn entgegen den Gerüchten sind Banker doch nicht ganz so mobil, wie sie gerne dem britischen Schatzkanzler Alistair Darling drohen, der sie Anfang Dezember mit einer einmaligen Sondersteuer auf Boni über 25000 Pfund überrascht hat. Zehntausende hätten schon die Umzugskisten bestellt, hieß es da. Von 300000 Angestellten in der Londoner City kommen 75000 aus dem Ausland.

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KOMMENTARE (2 von 2)
 
Aquarius2 (07.01.2010, 20:31 Uhr)
Wie in Deutschland
Hier weiß auch jeder, dass "Leistungsträger" mit ihrem Geld sofort das Land verlassen, wenn man sie angemessen an der Finanzierung des Gemeinwesens beteiligt.
Es gibt zwar auch hier keine praktischen Beispiele dafür, aber die Politik tut so, als wäre es so.
Was zeigt uns dies:
Gute Lobbyarbeit!
jomimo (06.01.2010, 21:26 Uhr)
Wieder einmal wurde nichts veröffentlicht ...
STON , ist das Methode oder Versehen?

Du schreibst einen Beitrag, achtest auf Orthografie und die versenken alles !!
Very British

Die wöchentliche Kolumne von Cornelia Fuchs

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