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3. November 2011, 08:35 Uhr

Worum es in Cannes geht

Die neue griechische Volte in der Eurokrise überschattet den G20-Gipfel. Eigentlich haben sich die großen Staaten andere Themen vorgenommmen. Worum es in Cannes geht.

Die Entwicklung der Weltwirtschaft, eine Reform des internationalen Währungssystems und eine weitere Regulierung der Finanzmärkte - das sind die Schwerpunktthemen des G20-Gipfels in Cannes. Weil die schweren Turbulenzen in der Euro-Zone praktisch alles andere überlagern, rücken beim Treffen der Staats- und Regierungschefs am Donnerstag und Freitag andere Themen der G20 in den Hintergrund. Darüber spricht der Gipfel:

Großbanken

Internationale und stark vernetzte Banken und Versicherer, sogenannte systemrelevante Finanzinstitute, müssen sich auf strengere Vorgaben für das Eigenkapital einstellen. Auch soll es wie in Deutschland ein spezielles Verfahren für Bankenpleiten geben, damit sie ohne Hilfe der Steuerzahler abgewickelt werden können.

Schattenbanken

Da Banken und Versicherer zunehmend unter die Lupe genommen werden, weichen Finanzjongleure in unregulierte Bereiche aus. In diese "Schattenbanken" werden Risiken ausgelagert. Inzwischen sollen Schattenbanken mancherorts mehr Kapital verwalten als herkömmliche Geldhäuser. Das soll eingedämmt werden.

Währungen

Es gilt, offensichtliche Schwächen zu beheben - dazu gehören hohe und andauernde Ungleichgewichte, die starke Dominanz des US-Dollars als Reservewährung sowie starke Schwankungen bei Wechselkursen und Kapitalströmen.

Kritik gibt es an Staaten, die ihre Währung künstlich niedrig halten und so Exporte ankurbeln. Vor allem China tut sich hier hervor, aber auch die USA stehen wegen des niedrigen Dollar-Wechselkurses und der Liquiditätsflut in der Kritik. Unter dem schwachen Dollar leiden andere Exportnationen. Brasilien und Japan etwa versuchen, eine Aufwertung ihrer Währung zu verhindern.

Diese Länder kaufen daher Dollar oder Euro, was zu einem enormen Anstieg der weltweiten Währungsreserven führte. Diese lagen Ende des ersten Quartals 2011 weltweit bei 9640 Milliarden US-Dollar.

Kapitalströme

Problematisch sind auch wieder wachsende Kapitalflüsse in die Schwellenländer. Dort legen viele Investoren ihr Geld an, was zu einer Aufwertung der Währung eines Schwellenlandes mit negativen Folgen für dessen Exporte führt. Sie sind so auch anfälliger für einen abrupten Kapitalabzug im Zuge spekulativer Attacken. Viele Schwellenländer steuern daher mit Kontrollen für den Devisenverkehr gegen, um große Schwankungen zu vermeiden und Kapitalzuflüsse zu bremsen. Die G20 wollen jedoch Eingriffe, die den freien Kapitalverkehr einschränken, nur als letztes Mittel zulassen.

ben/DPA
 
 
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