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8. Januar 2003, 07:55 Uhr

Scotland Yard findet tödliches Gift

Die britische Polizei hat bei einer Razzia im Nordosten Londons Spuren eines tödlichen Gifts gefunden, das als biologischer Kampfstoff eingesetzt werden kann.

In der Wohnung über dieser Apotheke wurde das Rizin gefunden© AFP

Die britische Polizei hat bei einer Razzia im Nordosten Londons Spuren eines tödlichen Gifts gefunden, das als biologischer Kampfstoff eingesetzt werden kann. Sechs Männer nordafrikanischer Abstammung wurden festgenommen, wie die Anti-Terror-Abteilung von Scotland Yard am Dienstag mitteilte. Demnach handelte es sich um das pflanzliche Gift Rizin, von dem schon wenige Milligramm einen Menschen töten können. Über mögliche Anschläge war aber zunächst nichts bekannt.

Hinweise aus Geheimdienstkreisen

Den Angaben zufolge wurden in einem Haus im Stadtteil Wood Green Rizin-Spuren an Geräten und Materialen nachgewiesen. Die sechs Verdächtigen seien am Sonntag nach Hinweisen aus Geheimdienstkreisen festgenommen worden, hieß es weiter. Das tödliche Gift wurde in der Vergangenheit wiederholt mit Irak sowie mit dem Terrornetzwerk El Kaida von Osama bin Laden in Verbindung gebracht. Konkrete Verbindungen der Festgenommenen zu El Kaida waren aber nicht bekannt.

Doppelt so giftig wie Kobragift

Rizin ist doppelt so giftig wie das Gift der Kobra. Es gibt kein Gegenmittel. Rizin wurde in der Vergangenheit eingesetzt, um einzelne Personen umzubringen, so 1978 in London den bulgarischen Dissidenten Georgi Markow.

Herstellung relativ einfach

Der britische Premierminister Tony Blair erklärte, der Fall zeige abermals, welche potenziell hohen Gefahren von Terroristen ausgingen. Ein Experte für Bio- und Chemiewaffen, Andy Oppenheimer, wies darauf hin, dass Rizin relativ leicht zu produzieren sei. Schwieriger sei es, das Gift in Sprühdosen einzufangen. Wenn dies Terroristen jedoch gelänge, könnten sie in engen Räumlichkeiten wie etwa der Londoner U-Bahn zahlreiche Menschen töten.

Ein Regierungssprecher betonte, dass bislang keinerlei Warnungen dieser Art eingegangen seien. Die Gesundheitsbehörden wurden jedoch aufgerufen, auf Anzeichen etwaiger Rizin-Vergiftungen gezielt zu achten.

 
 
 
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