. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
3. Februar 2012, 14:36 Uhr

Chamenei droht mit Vergeltung

Säbelrasseln, kalkulierte Drohung - oder steht wirklich ein Angriff auf iranische Atomanlagen bevor? US-Medien berichten, Israel könne bereits im Frühjahr zuschlagen. Irans geistlicher Führer Ajatollah Ali Chamenei kontert mit unverhohlenen Warnungen.

Iran, Chamenei, Israel, USA, Drohung, Angriff, Drohung, Satellit

Ajatollah Ali Chamenei warnt die USA und Israel vor einem Angriff auf den Iran© Abedin Taherkenareh/DPA

Der geistliche Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, hat die USA und Israel eindringlich vor militärischen Angriffen auf seine Atomanlagen gewarnt. "Schon das Nachdenken über solche Angriffe wäre für sie von Nachteil. Das Einleiten dieser Angriffe wäre zehn Mal so nachteilig für sie", sagte Chamenei beim Freitagsgebet in Teheran. Gleichzeitig machte er klar, dass sich der Iran durch keine Drohungen oder Sanktionen von seinem Atomprogramm abbringen lasse. Wie Teherans Antwort auf Angriffe aussehen könnte, sagte er nicht.

Chamenei reagierte damit auf einen Bericht der "Washington Post", nach dem Israel schon in diesem Frühjahr iranische Atomanlagen bombardieren könnte, um Teheran die Möglichkeit zu nehmen, Atomwaffen zu entwickeln. Der Zeitung zufolge geht US-Verteidigungsminister Leon Panetta von einer "starken Wahrscheinlichkeit" aus, dass Israel den Iran im April, Mai oder Juni angreife. Damit wolle Israel verhindern, dass der Iran Atomwaffen fertigstelle und für israelische Angriffe unerreichbare unterirdische Uranlager anlege.

Israels Verteidigungsminister Ehud Barak leistete solchen Erwartungen weiteren Vorschub: "Wer 'später' sagt, könnte herausfinden, dass es (für einen Angriff) schon zu spät ist", zitierte ihn die Zeitung "Haaretz".

Chamenei: "Zionistisches Regime ist ein Krebsgeschwür"

"Wir haben unsere eigene Art, auf solche Drohungen zu antworten", sagte Chamenei, der laut der iranischen Verfassung das letzte Wort in allen Staatsangelegenheiten hat. "Die USA drohen dem Iran mit Krieg, weil die Amerikaner das Gespräch mit dem Iran fürchten. Ihre einzige Logik zur Erreichung ihrer Ziele sind Krieg und Blutvergießen."

Er fügte hinzu, Teheran mische sich nicht in andere Länder ein, unterstütze aber Gruppen, die gegen das zionistische Regime stünden. "Wir sagen: Das zionistische Regime ist ein Krebsgeschwür und sollte beseitigt werden, und es wird beseitigt werden." Teheran hält Israels Haltung für den Hauptgrund der westlichen Kritik an seinem Atomprogramm.

Der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) warnte Israel vor einem Militärschlag gegen den Iran. "Die Lage rund um das Thema Iran und sein Nuklearprogramm ist besorgniserregend", sagte der Minister der Zeitung "Die Welt". Angesichts der in Israel geführten Debatte über einen militärischen Präventivschlag gegen Teheran fügte er hinzu, man nehme die Sorgen Israels sehr ernst. "Aber wir warnen Israel auch vor Abenteuern."

Iran startet Satelliten

Mit einem erfolgreichen Satellitenstart hat der Iran am Freitag unterdessen seine Fähigkeit in der Raumfahrt- und Raketentechnik demonstriert. Der nur 50 Kilogramm schwere Satellit soll nach Berichten der iranischen Nachrichtenagenturen Irna und Fars 15 Mal am Tag in 250 bis 375 Kilometern Höhe die Erde umkreisen. Er habe die Aufgabe, Daten zu Wetter, Klimawandel und Naturkatastrophen zu sammeln. In westlichen Hauptstädten wird befürchtet, er könnte militärischen Zwecken dienen.

Die USA und Israel weisen auch darauf hin, dass Teheran seine Raumfahrttechnik zum Bau ballistischer Raketen nutzen könnte. Teheran weist die Verdächtigungen zurück und wirft dem Westen vor, seine wissenschaftlichen Errungenschaften als Angriffsakte zu verunglimpfen.

Der Iran hatte im Februar 2009 seinen ersten Satelliten "Omid" (Hoffnung) gestartet. 2010 präsentierte das Land drei Fernmeldesatelliten und eine Trägerrakete mit 100 Kilogramm Tragkraft. 2011 wurde der im Iran entwickelte und gebaute Beobachtungssatellit Rassad-1 in den Orbit geschossen.

mlr/DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
US-Verteidigungsminister Leon Panetta spekuliert über Angriffspläne Israels auf Iran

Säbelrasseln, kalkulierte Drohung - oder steht tatsächlich ein israelischer Angriff auf iranische Atomanlagen bevor? US-Verteidigungsminister Leon Panetta glaubt nach Angaben der Washington Post, dass Israel Angriffspläne gegen den Iran schmiedet. Schafft es Obama, Israel von einer Aktion abzuhalten? mehr...

Konflikt mit Iran USA befeuern Angst vor der Atombombe

Das Atomprogramm des Iran sorgt für Verunsicherung und Besorgnis in den USA. Verteidungsminister Leon Panetta geht davon aus, dass Teheran innerhalb eines Jahres nukleare Waffen herstellen kann. mehr...

Atomkonflikt mit dem Iran Schwere Mission für die IAEA

Dreht der Iran Europa den Ölhahn zu? Während sich die Beobachter der IAEA auf ihre Mission im Land vorbereiten, diskutiert das Parlament den sofortigen Öl-Exportstopp - für fünf bis 15 Jahre. mehr...

Embargo sei "nutzlos" Iran will den Ölhahn zudrehen

Ahmadinedschad spielt die EU-Sanktionen herunter, "nutzlos" seien sie. Das Parlament in Teheran aber prescht vor und will die Öl-Exporte nach Europa schon ab sofort stoppen. Die Atomgespräche will Teheran fortsetzen, beteuert indessen Ahmadinedschad. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe