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9. April 2009, 11:30 Uhr

Britischer Anti-Terror-Chef tritt zurück

Peinlicher Fehler bei Scotland Yard: Anti-Terror-Chef Bob Quick ist mit einer gut lesbaren Geheimakte unter dem Arm fotografiert worden und zwang britische Fahnder dadurch, eine Reihe von Razzien früher als geplant durchzuführen. Dabei nahm die Polizei zwölf Terrorverdächtige fest. Quick hat inzwischen die Konsequenzen aus der Panne gezogen.

Scotland Yard, Razzia, Sicherheitspanne, Bob Quick, England

Polizei in Manchester: Bei einer Terrorrazzia im Nordwesten Englands wurden zwölf Verdächtige festgenommen© Andrew Yates/AFP

Bei kurzfristig eingeleiteten Razzien nach einer Sicherheitspanne haben britische Terrorfahnder im Nordwesten Englands zwölf Männer festgenommen. Die Verdächtigen sollen Verbindungen zur Terrororganisation Al-Kaida haben. Kurz vor den Razzien am Mittwoch hatten Pressefotografen ein Bild des Anti-Terror-Chefs von Scotland Yard, Bob Quick, gemacht. Auf dem Foto trägt Quick ein gut lesbares Dokument mit dem Vermerk "geheim" unter dem Arm, auf dem Angaben über eine laufende Anti-Terror-Überwachung inklusive der geplanten Festnahmen zu sehen waren.

Offensichtlich mussten die Razzien wegen der Foto-Panne früher als geplant gestartet werden. Zwar hatte das Verteidigungsministerium kurzfristig noch versucht, britischen Medien von der Veröffentlichung des Fotos abzuhalten. Weil es aber vielen Zeitungen vorlag und auch im Ausland verbreitet wurde, entschlossen sich die Ermittler wohl zu dem ungewöhnlichen Zugriff bei Tageslicht.

Quick ist inzwischen von seinem Posten zurückgetreten. Der Londoner Bürgermeister Boris Johnson teilte mit, er habe den Rücktritt widerstrebend und mit Bedauern angenommen. Quick hatte sich noch am Mittwochabend bei Scotland-Yard-Chef Paul Stephenson für die Panne entschuldigt. Er "bedauert zutiefst", dass die Dokumente sichtbar wurden, sagte ein Scotland-Yard-Sprecher. Der Anti-Terror-Chef hatte sich mit dem unverhüllten Dokument auf dem Weg zu Premierminister Gordon Brown und Innenministerin Jacqui Smith für Gespräche über eine Polizeireform befunden. Das Foto entstand, als er aus seinem Wagen vor dem Regierungssitz Downing Street Nummer 10 ausstieg.

Mit offiziellen Angaben zu den Hintergründen der Razzien, bei denen unter anderem in Manchester und Liverpool mehrere hundert Ermittler eingesetzt waren, hielt sich die Polizei bisher zurück. Nach unbestätigten Medienangaben hatten die Männer möglicherweise einen Nachtclub und ein Einkaufszentrum in Manchester als Anschlagsziel im Auge, auch wenn die Tat wohl nicht unmittelbar bevorstand. Zehn Verdächtige sollen in Pakistan geboren sein und über Studenten-Visa verfügen. Die Polizei fasste die Männer an insgesamt zehn verschiedenen Orten, unter anderem vor der Liverpooler Universität und einem Internet-Café in Manchester.

In Großbritannien wird die Terrorgefahr seit knapp zwei Jahren als "ernst" eingestuft. Das bedeutet, dass Terroranschläge in der Zukunft sehr wahrscheinlich sind, aber nicht unmittelbar bevorstehen.

DPA
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
bluetoke (10.04.2009, 10:40 Uhr)
Falsche Schlussfolgerung, liebe Pressekritiker
Es ist offensichtlich, dass dieser Beamte mit Geheiminformationen nicht umgehen kann. Damit ist er ein klares Sicherheitsrisiko, und ein solches zu beseitigen ist kein Hochverrat, sondern verdient Lob und Anerkennung.
Blacky007 (09.04.2009, 13:07 Uhr)
@Huxley_82 - sehe ich auch so
Die Sensationsgeilheit vieler Journalisten und Medien ist mittlerweile unverantwortlich. Gegen andere wegen schlechter Moral und Werte zu Felde ziehen, aber selber keinen Deut besser. Für diese journalistischen Aasgeier, zählt doch nur das hohe Honorar. Moral? Kann man das essen?
Huxley_82 (09.04.2009, 13:00 Uhr)
Die Asoziale Presse
Veröffentlicht sowas dann natürlich auch sofort ohne Rücksicht auf Verluste. Es gibt keine schlimmeren Aasgeier. Wie viele Menschen hätten durch diese total blödsinnige Aktion sterben können? Aber das ist denen scheißegal, hauptsache Auflage und Kohle.
Die Medien wettern oft gegen Manager etc. die ohne an ihre Mitarbeiter zu denken Geld machen. Die Presse ist noch viel schlimmer!
Eigentlich gehören der Fotograf und sämtliche Redaktionschefs die dieses Bild verbreitet haben wegen Hochverat in den Knast.
auwei (09.04.2009, 12:43 Uhr)
Wer führt...
....bei den Briten eigentlich Regie? Monty Python? So viele Pannen wie bei unseren blassen Klassengesellschaftern von der Insel gibt es doch sonst nur in Bananrepubliken - und dort erfährt man nichts davon. Was ist los im Königreich? Ach ich weiß - das ist die Strafe für Teflon-Tonis Lügerei in der Causa Irak. Nun denn, der Kontinent hat wenigstens was zu lachen...
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