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5. Oktober 2009, 08:31 Uhr

Wie nah ist Iran der Atombombe?

Die Internationale Atomenergiebehörde geht davon aus, dass Iran genügend Informationen zum Bau einer Atombombe besitzt. Das geht aus einem internen Bericht hervor, der in Auszügen in der "New York Times" veröffentlicht worden ist. Ein Sicherheitsberater der US-Regierung spielt das Papier herunter.

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Vereinbarten die Kontrolle einer neuen iranischen Urananreicherungsanlage: IAEA-Chef Mohamed El Baradei (l.) und der Leiter der iranischen Atombehörde, Ali Akbar Salehi© EPA/DPA

Der Sicherheitsberater der US-Regierung, Jim Jones, hat einen Bericht von Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) heruntergespielt, nach dem der Iran in der Lage sei, eine Atombombe zu bauen. Dem Fernsehsender CNN sagte Jones, er halte an bereits existierenden Analysen fest, nach denen der Iran sein Programm zum Bau der Atombombe im Jahr 2003 gestoppt habe.

In dem am Wochenende durch die "New York Times" bekannt gewordenen Bericht heißt es, Teheran habe genügend Informationen für die Entwicklung und den Bau einer funktionierenden Atombombe. Der Expertenbericht betone aber, dass die Schlussfolgerungen weiterer Bestätigung durch Beweise bedürften. Die Hinweise stammten von Geheimdiensten und IAEA-Untersuchungen.

"Ich denke, es gibt in beide Richtungen viele Spekulationen", sagte Jones. Er setze auf einen Durchbruch bei den Verhandlungen mit Teheran. "Was sich in den vergangenen Wochen im Zusammenhang mit dem Iran getan hat, ist sehr bedeutsam."

Iran lässt Inspektion der neuen Atomanlage zu

Am Sonntag hatte der Chef der IAEA, Mohammed El Baradei, in der iranischen Hauptstadt konkrete Schritte zur Überwachung des umstrittenen Atomprogramms vereinbart. Danach sollen unter anderem IAEA-Inspekteure am 25. Oktober die neue Urananreicherungsanlage nahe der Stadt Ghom kontrollieren.

El Baradei bewertete sein Treffen mit Präsident Mahmud Ahmadinedschad und dem Leiter der iranischen Atombehörde, Ali Akbar Salehi, am Sonntag in Teheran positiv: "Wir befinden uns in einer kritischen Phase, aber ich glaube, dass wir auf dem richtigen Weg sind." Ahmadinedschad erklärte: "Dank der Kooperation zwischen dem Iran und der IAEA sind die Zweideutigkeiten ausgeräumt." Die Zugeständnisse hatte der Iran am Donnerstag bei Gesprächen mit Vertretern der Vetomächte im Weltsicherheitsrat plus Deutschlands in Genf gemacht. Diese Gespräche, es waren die ersten seit 14 Monaten, sollen noch in diesem Monat fortgesetzt werden.

El Baradei sagte zu der vereinbarten Inspektion der Anlage bei Ghom rund 130 Kilometer südlich Teherans: "Es ist für uns sehr wichtig, die friedliche Natur der neuen Fabrik zu verifizieren". Er warf dem Iran erneut vor, die IAEA nicht rechtzeitig über den Bau der Anlage informiert zu haben. Er teile die Auffassung der Führung in Teheran nicht, das sie dies nach den Abkommen im Rahmen des Atomwaffensperrvertrags erst drei Monate vor Inbetriebnahme tun müsse, sagte El Baradei.

Der Iran hatte vorvergangene Woche den Bau der Anlage eingeräumt, die Ende 2010 mit Uran beschickt werden solle. Das hatte das Misstrauen vieler Länder gegenüber den Beteuerungen der Führung in Teheran geschürt, dass sie keine Atombombe anstrebt.

DPA/AP
 
 
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