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29. Januar 2012, 08:35 Uhr

Ermittler durchsuchen Glaeseker-Büro im Bundespräsidialamt

Durchsuchung im Bundespräsidialamt: Ermittler haben dort das Dienstzimmer von Olaf-Glaeseker durchsucht, dem Ex-Sprecher von Bundespräsident Wulff. Beschlagnahmt wurden Akten und Computerdateien.

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Waren einst wie "siamesische Zwillinge": Bundespräsident Christian Wulff und sein langjähriger Sprecher Olaf Glaeseker, gegen den inzwischen die Staatsanwaltschaft ermittelt© DPA

Die Staatsanwaltschaft Hannover hat das ehemalige Amtszimmer des früheren Sprechers von Bundespräsident Christian Wulff, Olaf Glaeseker, durchsuchen lassen. An dem Einsatz im Bundespräsidialamt seien ein Staatsanwalt und mehrere Beamte des Landeskriminalamtes beteiligt gewesen, sagte Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover der "Bild am Sonntag". "Wir haben Unterlagen und Computerdateien beschlagnahmt, die jetzt ausgewertet werden müssen." Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt wegen des Verdachts der Bestechlichkeit gegen den früheren Sprecher und engen Vertrauten Wulffs.

Die Sprecherin des Bundespräsidialamtes, Petra Diroll, sagte dem Blatt, "dass Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft Hannover am Donnerstag aufgrund eines Beschlusses des Amtsgerichts Hannover das Dienstzimmer des früheren Pressesprechers, Herrn Glaeseker, durchsucht haben."

Glaeseker war bereits Wulffs Sprecher, als dieser noch Ministerpräsident von Niedersachsen war, und übte diese Funktion später auch im Bundespräsidialamt aus. Wulff hatte sich im Dezember nach Beginn der Kredit- und Medienaffäre überraschend von ihm getrennt. Eine offizielle Begründung gab es damals nicht.

Hausverbot für Glaeserk im Schloss Bellevue?

Nach Informationen der "Bild am Sonntag" hat Glaeseker inzwischen sogar Hausverbot im Präsidialamt. Als er vor wenigen Tagen seine alte Dienststelle habe aufsuchen wollen, sei ihm an der Pforte mit dieser Begründung der Zutritt verweigert worden, hieß es in dem Bericht. Diroll sagte dazu, das Präsidialamt habe Glaeseker darüber informiert, "dass es im Hinblick auf ein mögliches Ermittlungsinteresse der Staatsanwaltschaft Hannover" nicht möglich sei, wie ursprünglich geplant am vergangenen Wochenende sein Büro auszuräumen.

Am Donnerstag vergangener Woche hatte die Staatsanwaltschaft bereits Privat- und Geschäftsräume Glaesekers und des Eventmanagers Manfred Schmidt durchsuchen lassen. Gegen den langjährigen Vertrauten von Wulff wird wegen des Verdachts der Bestechlichkeit ermittelt. Dabei geht um die Frage, ob Wulffs einstige Regierungszentrale in Hannover die Veranstaltung und Finanzierung der umstrittenen Veranstaltungsreihe "Nord-Süd-Dialog" förderte. Das Promi-Treffen hat im Verlauf der Wulff-Affäre bereits mehrfach eine Rolle gespielt. Zuletzt hatte der stern die große Nähe Wulffs und seines ehemaligen Sprechers Olaf Glaesekers zur Wirtschaft dokumentiert ("Schnulligate").

kng/DPA/AFP/Reuters
 
 
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