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23. Mai 2007, 13:28 Uhr

Rüder Tritt in Söders Unterleib

Die Schlammschlacht in der CSU geht in eine neue Runde: Nach Horst Seehofer steht nun Markus Söder am Pranger: Die "Bunte" berichtet über die uneheliche Tochter des Generalsekretärs. Eine Enthüllung à la Seehofer ist das nicht, politische Bedeutung im CSU-Machtkampf hat die Geschichte dennoch. Von Hans Peter Schütz

Auch sein Privatleben ist jetzt öffentlich: CSU-Generalsekretär Markus Söder© Jörg Koch/DDP

Im internen CSU-Machtkrieg unterhalb der Gürtellinie ist jetzt fast erwartungsgemäß eine neue Frontlinie eröffnet worden. Die "Bunte" titelt in ihrer jüngsten Ausgabe, die am Donnerstag erscheint: "Markus Söder - Der CSU-Politiker und seine zwei Familien." Und blätterte dann über vier Seiten hinweg im nicht ganz mustergültig geordneten Familienleben des CSU-Generalsekretärs.

"Das Gerede der CSU ist unerträglich"

Aufgewärmt wird dabei, was in der CSU längst bekannt, aber bisher so markant nicht öffentlich thematisiert worden ist: Auch das Familienleben Söders weist Brüche auf, die nicht jenen Moralvorstellungen entsprechen, die offiziell in der CSU ganz hoch gehalten werden. Er ist Vater der achtjährigen unehelichen Tochter Gloria Sophie - dem Vater sei sie "wie aus dem Gesicht geschnitten", berichtet die Illustrierte. Ihre Mutter ist demnach Ulrike B., eine Medienkauffrau und CSU-Wählerin aus Nürnberg, wo auch Söder zu Hause ist.

Ulrike B. ist laut Darstellung der "Bunten" sauer, allerdings weniger auf Söder als auf die CSU: "Das ganze Gerede der CSU über ihre Familien- und Kinderpolitik ist unerträglich." Die Partei kümmere sich doch nur um verheiratete Haus- und Karrierefrauen. "Alleinerziehende Mütter, die für ihre Existenz arbeiten müssen, existieren für die CSU gar nicht." Söder, so Ulrike B. gegenüber der "Bunten", habe dank seiner Tochter sogar Steuervorteile. "Gloria steht zur Hälfte mit auf Markus' Steuerkarte. Das ist gesetzlich so vorgeschrieben", sagte sie der Illustrierten.

Liebe im Sonnenstudio

Verheiratet ist Söder nicht mit Ulrike B., sondern mit Karin Baummüller-Söder, derzeit hochschwanger mit ihrem dritten Kind. Ulrike B. hatte Söder im Sommer 1991 in einem Sonnenstudio kennen gelernt. Söder sei ins Studio gekommen, wo sie gerade gejobbt habe, und habe sofort nach ihrer Telefonnummer verlangt. Ein festes Paar seien sie allerdings nie gewesen, berichtet Ulrike B. weiter. Als sie Söder von der Schwangerschaft erzählt habe, sei der sofort auf Distanz zu ihr gegangen. Er habe ihr erklärt, dass er sie auf keinen Fall heiraten werde. "Ich glaube, ich war ihm wohl zu arm", sagte Ulrike B. der "Bunten". Im Dezember 1998 hat sie Gloria zur Welt gebracht, im Dezember 1999 hat Söder dann standesamtlich Karin Baummüller geheiratet.

Eine Revanche der Seehofer-Anhänger?

Dass das an sich bekannte Privatleben Söders, der parteiintern als Charmeur gilt, gerade jetzt publizistisch hochgezogen wird, ist natürlich kein Zufall. Zwar ist der Nachrichtenwert der Geschichte gering, und sie hat bei weitem nicht die politisch-moralische Sprengkraft der "Bild"-Berichterstattung über den Ehebruch von Verbraucherschutzminister Horst Seehofer.

Dennoch ist es kein positives Bild, das die Illustrierte von Söder zeichnet. In einigen Passagen des"Bunte"-Berichts wird er als jemand dargestellt, der ein uneheliches Kind in die Welt setzt und sich pflichtbewußt aber mit nur geringem Interesse darum kümmert. Deshalb gehen Kenner der CSU-Interna davon aus, dass es sich um eine Revanche derjenigen handelt, die Seehofer zu Unrecht an den Pranger gestellt sehen. Söder selbst wollte sich auf Anfrage von stern.de nicht zu dem Bericht der "Bunten" äußern.

Dass Seehofers mehrjährige außereheliche Liaison dieses Jahr überhaupt öffentlich wurde, steht in engem Zusammenhang mit dem Machtkampf um die Nachfolge von Edmund Stoiber als CSU-Vorsitzender. CSU-intern wird Söder verdächtigt, Seehofer über die "Bild"-Zeitung geoutet zu haben, um dessen Chancen zu schmälern, CSU-Chef anstelle von Ernst Huber zu werden. Beweise für diese These gibt es bisher nicht. Aber als absolut sicher gilt, dass Söder unter einem CSU-Vorsitzenden Seehofer nicht die geringste Chance hätte, erneut Generalsekretär zu werden.

Krieg unterhalb der Gürtellinie

Ob er unter dem künftigen bayerischen Ministerpräsidenten Beckstein mit einem Ministerposten entschädigt wird, gilt als fraglich. Söder hat in der CSU-Landtagsfraktion einerseits zahlreiche Gegner, andererseits ist er untern den jüngeren CSU-Politikern eines der wenigen politischen Schwergewichte. Auch in der Berliner CSU-Landesgruppe genießt Söder wenig Sympathie, der CSU-Landesgruppenvorsitzende Peter Ramsauer ist ein ausgewiesener Söder-Gegner.

In der CSU-Führung werden die "neuen" Enthüllungen, die intern natürlich längst bekannt sind, mit Entsetzen gesehen. Der Krieg unterhalb der Gürtellinie nehme immer unappetitlichere Formen an, die die CSU insgesamt beschädigten, heißt es. Insider weisen darauf hin, dass es in der Partei auch in noch weiteren Fällen "sehr menschele." Wenn jetzt ein Kampf jeder gegen jeden auf diesem Niveau ausgetragen, würden die Wahlchancen der CSU bei den bevorstehenden Kommunalwahlen und der Landtagswahl im Jahr 2008 erheblich beschädigt. Schon gewinnt der Gedanke innerparteilich an Boden, es sei wohl am besten, wenn Stoiber über den angekündigten Rücktrittstermin im September hinaus in Amt und Würden bleibe.

Von Hans Peter Schütz
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
Roy05441 (24.05.2007, 13:34 Uhr)
Irgendwann wird jeder Weggestoibt!
Wer die Maßregelungsrede für den Bundespräsidenten im Falle Klar von diesem Parteigänger gehört, oder gelesen hat, müsste eigentlich begreifen, was eine sogenanmnte christlich-soziale Union unter Demokratie versteht.!
Ermatrans (24.05.2007, 10:15 Uhr)
Ulrike B. soll Söder und die CSU endlich vergessen:
Söder heuchelte sich mit dem Spruch "Stoiber, mein Captain Future" ins Amt des Generalsektretärs. Er wird als Stoibers Speichellecker bezeichnet und ihm eilt aus den eigenen Reihen der Reim "Blöd, blöder, Söder" nach. Mit dem Spruch "Ich war, bin und bleibe Stoiberianer" wollte er sich im Amt halten, aber sein Stuhl wackelt immer mehr und weder Seehofer noch Huber wollen ihn übernehmen. Damit Söder als CSU-Generalsekretär - er sollte mit primitiven Phrasen alle politischen Gegner runter machen - kein Fehler gewesen ist, soll er nun als CSU-Umweltminister die Umwelt runter machen. Bei der CSU kommen traditionell die Unfähigsten durch Heuchelei, Kumpanei und dergleichen in Spitzenpositionen, wo sie dann oft mit dem Verschleiern des Überfordertseins überfordert sind. Am Ende steht vollkommener Realitätsverlust und totaler charakterlicher Verfall. Dass Söder kein guter Vater ist, versteht sich von selbst. Schade für die Kinder.
Dingele (24.05.2007, 08:47 Uhr)
Mal abgesehen...
Bei diesem scheinheilgen Mitbürger Söder wundert mich ohnehin überhaupt nichts mehr. Wie dieser noch von der CSU überhaupt gehalten werden kann, frag ich mich schon seit langem. Nicht daß ich hier den moralischen Finger erheben will. Es ist nur die Scheinheiligkeit dieses Markus Söder, mit der er glaubt, andere attakieren zu können.
heiner5362 (23.05.2007, 18:33 Uhr)
puffgänger
und versucht noch die preise zu drücken...
Juckepulver (23.05.2007, 17:41 Uhr)
Scheinheilige
Der einzige Unterschied zu Normalbürgern ist ihr scheinheiliges und moralapostelhaftes Auftreten:
Wie verträgt sich Christ sein wollen und ein Amt in einer "Christlich Sozialen" Union mit dem was uns die sogenannten Führunsgpersönlichkeiten ( übrigens auch in anderen Parteien ) an realem Auftreten bieten.
Alles machtgierige Scharlatane, Pseudo - Christen mit wenig Bezug zur realen Welt der Normalbürger.
Herr Söder ist alles andere als ein an christlichen Werten orientierter Mensch.
heiner5362 (23.05.2007, 17:40 Uhr)
wasser predigen...
ist doch allbekannt, was sich diese "HERRENMENSCHEN" jenseits des weisswurstäquators herausnehmmen.
solchen demagogen hinterherzulaufen bedeutet sich das eigene grab zu schaufeln.
die ganze heutige politikerkaste-insbesondere bayern- gehört in die tonne getreten, so wie sie es mit dem "mündigen" bürger machen.
Millionenscheffelei vor dem was per eid abgeleistet wurde...
deportieren und weg, am besten ins bushie-land.
da sind die staatsverbrecher unter sich.
acenes (23.05.2007, 17:23 Uhr)
Bei soviel CSU-Herdgeld für seine
unehelichen Kinder, weiß der stramme, katholische und reinrassige Bayernmann Söder ja bald gar nicht mehr wohin mit dem staatlichen Geldgeschenken...
Kalox (23.05.2007, 17:17 Uhr)
...wayne...
...wayne interessiert´s?
NeueMeinung123 (23.05.2007, 16:33 Uhr)
Nicht eheliche Kinder
Die Bezeichnung unehelich
ist doch aus der Mottenkiste!!!
Aber die Allgemeinbildung von der Journaille ist sicher weit unter dem Durchschnitt und von CSU-Politikern sicher auch...
llechwedd (23.05.2007, 16:10 Uhr)
Gewichtsanalyse
Es muss ziemlich schlecht um die CSU stehen, wenn ein geistiges Leicht-, um nicht zu sagen: Nullgewicht als "politisches Schwergewicht" bezeichnet wird.
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