Seit mehr als 80 Jahren sind US-Soldatinnen und -Soldaten in Deutschland stationiert. Nach offiziellen Angaben waren es Ende Dezember gut 36.000 – mehr als in jedem anderen europäischen Land. Die tatsächliche Anzahl ist allerdings schwer zu beziffern, weil je nach Quelle unterschiedliche Angaben kursieren. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sprach jüngst von "insgesamt fast 40.000" US-Militärs, die "aktuell" in Deutschland stationiert seien. Je nach Quelle werden dann noch mehr als 10.000 Angehörige der US-Luftwaffe dazugerechnet.
Sie verteilen sich auf verschiedene Hauptstandorte, die vor allem im Süden und Südwesten Deutschlands verortet sind. Nimmt man kleinere Anlagen dazu, gibt es rund 40 von den USA betriebene Militäreinrichtungen in der Bundesrepublik. Die unten stehende Karte zeigt einige der größten und bedeutendsten.
Das US-Militär ist wichtig für Deutschland – das gilt umgekehrt aber auch
Die Präsenz der US-Truppen ist einerseits für Deutschlands (und Europas) Sicherheit wichtig. Die Bundesrepublik ist aber wegen ihrer geografischen Lage andererseits auch noch immer von großer Bedeutung für die US-Streitkräfte. Deutschland ist Knotenpunkt für die Einsätze im Nahen Osten: Insbesondere der Luftwaffenstützpunkt Ramstein ist auch für den Iran-Krieg von zentraler Bedeutung.
Am Fliegerhorst Büchel lagern US-Atomwaffen. In Stuttgart ist das US-Regionalkommando für Europa und Afrika ansässig. Der Truppenübungsplatz im bayerischen Grafenwöhr gilt als einer der größten in Europa. Das Militärkrankenhaus Landstuhl ist die größte Klinik der amerikanischen Streitkräfte außerhalb der USA.
Gerade angesichts eines aggressiv auftretenden Russlands ist die Bundesrepublik auf Abschreckung durch die USA angewiesen – die Bundeswehr selbst hat dazu bislang nicht die nötigen Kapazitäten. Ein kompletter Abzug der US-Truppen würde eine Lücke reißen, die die Bundeswehr nicht füllen könnte.
Aber auch für die regionale Wirtschaft um die US-Stützpunkte in Bayern und Rheinland-Pfalz ist die Truppenpräsenz wichtig: Sie beschäftigt an die 12.000 deutsche Zivilangestellte und ist für die oft eher strukturschwachen Regionen eine bedeutsame Einnahmequelle, weil die US-Armee dort Waren und Dienstleistungen nachfragt. Rund um die Ramstein Airbase ist mittlerweile die größte US-amerikanische Community außerhalb der Vereinigten Staaten entstanden.
Quellen: Deutsche Welle, US Army Europe & Africa, AFP