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7. Juli 2010, 13:37 Uhr

Kabinett billigt Spar-Etat

Der Sparhaushalt steht: Die schwarz-gelbe Regierungskoalition hat den Etat für 2011 verabschiedet. Ausgaben werden gekürzt, die Neuverschuldung sinkt. Ganz freiwillig ist die Schrumpfkur aber nicht.

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Vor dem Beginn der Kabinettssitzung: Angela Merkel und ihr Vetrauter Ronald Pofalla© Tim Brakemeier/DPA

Der erste Sparhaushalt der schwarz-gelben Koalition ist auf den Weg gebracht. Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch den Entwurf von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) für den Haushalt 2011 und den Finanzplan bis 2014. Er sieht deutlich weniger neue Schulden vor als bisher geplant sowie massive Ausgabenkürzungen. Endgültig verabschiedet wird der Etat erst Ende November.

Bei dem neuen Bundeshaushalt greift erstmals die neue Schuldenbremse im Grundgesetz. Sie zwingt die Regierung bis 2016 zu einem nahezu ausgeglichenen Etat - neue Schulden dürfen dann nur noch in engen Grenzen gemacht werden oder in Notlagen. Zudem ist der Budgetentwurf, den das Kabinett am Mittwoch verabschiedete, der erste, den Union und FDP in Eigenregie vorlegen. Der Haushalt 2010 basierte noch überwiegend auf Vorarbeiten der vorherigen Großen Koalition.

In dem rund 1200 Seiten starken Entwurf werden alle Einnahmen und Ausgaben der Bundesministerien und -behörden akribisch aufgelistet. 2011 sind Ausgaben von 307,4 Milliarden Euro vorgesehen, 3,8 Prozent weniger als 2010. Zur Deckung werden Steuereinnahmen in Höhe von 221,8 Milliarden Euro erwartet. Hinzu kommen sonstige Einnahmen wie Dividenden von 28,1 Milliarden Euro. Die verbleibende Lücke - das Haushaltsloch - hat eine Größe von 57,5 Milliarden Euro.

20 Milliarden weniger neue Schulden

Gestopft wird das Loch durch neue Schulden am Kapitalmarkt. Die Summe ist vergleichsweise hoch, aber fast 20 Milliarden Euro niedriger als noch in der alten Finanzplanung vorgesehen. In der Koalition besteht zudem die Hoffung, dass das Defizit Ende 2011 eher bei 50 Milliarden Euro liegen könnte - dank der besseren Konjunktur und des in der Krise relativ stabilen Arbeitsmarktes. Dieses Jahr pumpt sich der Bund voraussichtlich 65,2 Milliarden Euro frisches Geld, möglicherweise reichen aber auch 60 Milliarden Euro oder etwas weniger aus.

Mit dem Haushaltsentwurf aktualisiert die Regierung auch ihre Finanzplanung für die jeweils folgenden drei Jahre, also bis 2014. Demnach soll die Nettokreditaufnahme 2012 auf 40,1, ein Jahr drauf auf 31,6 und 2014 auf 24,1 Milliarden Euro sinken. Der Rückgang der Neuverschuldung führt dazu, dass ein immer größer werdender Teil der Bundesausgaben aus den Steuereinnahmen finanziert werden kann. Hier steigt die Quote von 66,3 Prozent in diesem Jahr auf 83,1 Prozent in vier Jahren.

Damit sind die ersten Schritte aus der Schuldenfalle markiert. Denn für den in den vergangenen 40 Jahren angehäuften Schuldenberg des Bundes von einer Billion Euro werden auch 2011 wieder enorme Zinsen fällig: 38,1 Milliarden Euro. Das ist der zweitgrößte Posten im gesamten Bundesetat und fast jeder sechste Steuer-Euro.

Soziales und Arbeit kostet am meisten

Das meiste Geld im neuen Haushalt steht dem Sozial- und Arbeitsministerium mit 131,8 Milliarden Euro zur Verfügung. Gegenüber 2010 ist das ein Rückgang von 7,9 Prozent. Entgegen dem Trend der vergangenen Jahre sinkt der Anteil der Sozialausgaben am Gesamtbudget weiter. Die Quote fällt von 54,2 Prozent in diesem Jahr auf 50,1 Prozent 2014. Gespart wird auch in allen anderen Ressorts außer Bildung. Richtschnur ist das Sparpaket der Regierung. Für Verteidigung sind 31,5 Milliarden Euro vorgesehen, für Verkehr 24,9 Milliarden Euro. Kleinster Posten ist der Bundesrat mit 21 Millionen Euro.

Der Bundeshaushalt markiert auch eine Wende mit Blick auf den Euro-Stabilitätspakt. Denn 2013 muss Deutschland wieder die Defizitobergrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) einhalten. In diesem Jahr wird die Defizitquote wohl bei rund fünf Prozent des BIP liegen.

Nach dem Regierungsbeschluss wird der Etat nun vom Bundestag beraten. Verabschiedet wird das Haushaltsgesetz aber erst Ende November. Zuvor wird in der sogenannten kleinen Steuerschätzung nochmals die Einnahmeerwartung für 2010 und 2011 aktualisiert.

Reuters/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 17)
 
WernerMeyer (08.07.2010, 04:56 Uhr)
Dank den Banken..........
dass Deutschland bluten darf.Die banken
haben innerhalb eines Jahres 500 Mrd
Euro direkt bekommen,plus 110 Real Estate,plus 15 Mrd IKB plus verdeckt von
der EZB enorme Summen.
Sozimod (07.07.2010, 23:29 Uhr)
Das ist die Philosophie der Regierung!
Banken trotz roter Zahlen, durch Steuern sanieren.
Hotel und Gaststättenden günstigeren Mehrwertsteuersatz verabrechen.
Großuntenrhemen die Sozialversicherungsbeiträge übernehmen bei Kurzarbeit (wird durch Steuergelder fremdfinanziert)
Subventionen für Langzeitarbeitslose, Ü50 oder für Ausbildungsplätze!
Arbeitnehmer länger arbeiten lassen bei gleichem Lohn! Weihnachts und Urlaubsgeldkürzung oder Streichung
Eigene Diäten erhöhen
Rentner 0 Runden spendieren.
Eltern die im ländlichen Raum leben, müssen für den Transport ihrer Kinder zur Schule selber aufkommen ( in Niedersachsen durchgesetzt von Ch. Wulff (ehemaliger Ministerpräsident der CDU, jetzt Bundespräsident)
Ich könnte immer weiter fortfahren.........
Wer sich nicht wehrt lebt verkehrt! Gewaltlos!
HenningHerbst110 (07.07.2010, 23:26 Uhr)
Sieg des Neoliberalismus.
Weniger Staat, weniger Regulierung, weniger Steuern, weniger Gesetze, wohin führt das? In eine Wüste, in der sich nur noch Reiche zurechtfinden.

Die Umverteilung von UNTEN nach OBEN geht weiter. Den Armen werden die Gelder entzogen und die Reichen verspekulieren die Kohle am Finanzmarkt. CDU und FDP machen Politik für die Großverdiener, für Unternehmer, Manager und Reiche. Die Kinder von HartzIV Empfängern bekommen zukünftig keine eingerichtetes Kinderzimmer mehr. Diese Regierung spart ganz klar bei den Schwächsten und Ärmsten in unserer Gesellschaft. Selbst bei H. Kohl, bestimmt kein Sozialist, lag der Spitzensteuersatz und die Steueruquote höher als zur Zeit. Mittlererweile sprechen sich sogar Millionärsvereine dafür aus, die Steuern auf Reichtum zu erhöhen, bzw. zumindest wieder einzuführen. Was bringt es mir als Gutverdiener, dass er zwar kaum noch Steuern zahle, dafür aber in gesicherten Stadtvierteln wohnen muss? Sozialleistungen waren und sind der "Kit" der diese Gesellschaft zusammenhält. Die aktuelle Regierung kommt ihrer sozialen Verantwortung in keinster Weise nach. Und wenn man dann noch die Familienministerin Kristina Schröder sieht, die keine Einwände erhebt, dann wird einem total schlecht.

Johann58 (07.07.2010, 17:25 Uhr)
@also_ne... (07.07.2010, 17:02 Uhr)
solide waere ein Haushalt, der im Folgejahr das Geld ausgibht, was er ium Vorjahr eingenommen hat. Dass das nicht moeglich ist, brauchen Sie mir jetzt nicht zu erklaeren.

tatsache ist aber, dass hier mit Zahlen jongliert wird von denen auch das Finanzministerium nicht weiss wie genau oder ungenau sie sind, Nicht umsonst heisst das Ding ja Steuerschaetzung.
Johann58 (07.07.2010, 17:21 Uhr)
@also_ne... (07.07.2010, 17:02 Uhr)
Sie werden sehen, dass man auch halbwegs genau mit den zu erwartenden Zahlen planen kann.

Kaffeesatz!

Die Bandbreite mit der kalkuliert wird ist im Bereich mehrerer Milliarden Euro infolgedessen ist es so, dass keine solide Planung erfolgen kann.

Selbst die Knopf- und Klickerbank um die Ecke gibt Ihnen keinen Kredit auf eine moegliche Gehaltssteigerung fuer die naechsten 5 Jahre. Infolgedessen ist es so, dass der Bundeshaushalt mit einer angeblichen Konsolidierung fuer 2014 ein Orakel ist und nichts mit soldider Politik zu tun hat.

Erinnern Sie sich doch mal an die Steuerschaetzungen dieses Jahres, die von Euphorie bis totalem Zusammenbruch des Systems gereicht haben und da wollen Sie mit was von halbwegs genau erzaelen, das ist gelinde gesagt laecherlich.
also_ne... (07.07.2010, 17:02 Uhr)
@ Johann58 (07.07.2010, 16:40 Uhr)
Wenn Sie den Unterschied zwischen einer mittelfristigen Finanzplanung und einer Planwirtschaft nicht kennen, empfehle ich Ihnen eine einfache Google-Suche.

Wie hoch das Bruttosozialprodukt 2014 sein wird, kann ich Ihnen nicht beantworten, weil ich nicht im Finanzministerium arbeite. So einfach.
Gehen Sie doch auf Ihre Gemeinde und ziehen mal einen Haushaltsplan von vor 5 (besser 8, wegen der Wirtschaftskrise) Jahren heraus und vergleichen Sie diesen mit dem eingetretenen Ergebnis. Oder vergleichen Sie einfach mal die Soll-Ist Bilanz der einzelnen Jahre. Sie werden sehen, dass man auch halbwegs genau mit den zu erwartenden Zahlen planen kann.
Johann58 (07.07.2010, 16:49 Uhr)
@also_ne... (07.07.2010, 15:43 Uhr)
beantworten Sie mir nur diese eine Frage: Wie hoch wird das Brottosozialprodukt der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 2013 und 2014 sein und mit welchen Steuereinnahmen kann die Regierung rechnen? Es genuegt eine auf 7 Stellen genaue Auskunft.
Johann58 (07.07.2010, 16:40 Uhr)
@also_ne... (07.07.2010, 15:43 Uhr)
dann weisen Sier doch mal das Gegenteil mit Fakten nach!
x-cube (07.07.2010, 16:21 Uhr)
hhmm
Es wird wohl so lange am Bürger gespart bis man die Kohle für die Banken wieder rein hat.
.

oh Deutschland was ist nur mit dir geschehen
du warst doch das Land der Dichter und Denker
oh Deutschland kannst du es denn nicht sehn
du wählst dir deine Richter und Henker
und wird nicht bald etwas geschehen
wirst du noch kaputter und kränker
also_ne... (07.07.2010, 15:43 Uhr)
@ Johann58 (07.07.2010, 15:27 Uhr)
sooo,
"Die Laienschauspieler in Berlin stellen einen Haushalt auf und machen einen 5 Jahresplan wie die DDR frueher."
hiermit haben Sie sich für eine Diskussion wegen totale Ahnungslosigkeit und reiner Polemik disqualifiziert. Keine Ahnung von nix...
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