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13. Februar 2008, 11:20 Uhr

Henkel für Mehrheitswahlrecht

Angesichts der Schwierigkeiten eines Fünf-Parteien-Systems, fordert der Ex-BDI-Chef Hans-Olaf Henkel die Einführung des Mehrheitswahlrechts. Im Café Einstein, dem Web-TV-Interview von stern.de sagte er, damit könne künftig einfacher regiert werden.

Laut Hans-Olaf Henkel wäre das Regieren mit Mehrheitswahlrecht einfacher© Katja Lenz/DDP

Der frühere Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und prominente Spitzenmanager Hans-Olaf Henkel hat Union und SPD aufgerufen, das Mehrheitswahlrecht in Deutschland einzuführen. "Ich glaube, das ist etwas, was wir in Deutschland jetzt auch mal ins Auge fassen müssten, zumal gerade eine große Koalition das könnte", sagte Henkel in einem Interview mit stern.de. "Die große Koalition könnte noch etwas leisten und das wäre ein anderes Wahlrecht und dann wäre das Regieren in der Zukunft doch etwas einfacher."

Henkel, der die Bank of America berät und zahlreichen Aufsichts- und Verwaltungsräten angehört, begründete seinen Vorstoß mit dem Einzug der Linkspartei auch in westdeutsche Parlamente und den Schwierigkeiten, in einem Fünf-Parteien-System noch stabile Regierungen jenseits von großen Koalitionen bilden zu können. Der frühere Bundespräsident und Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Roman Herzog, habe ihm jüngst versichert, dass für die Einführung des Mehrheitswahlrechts eine Verfassungsänderung nicht notwendig wäre. Wenn CDU/CSU und SPD es wollten, "könnten sie das", sagte Henkel.

Der frühere BDI-Präsident, der für die FDP in Hamburg Wahlkampf macht, empfahl das Mehrheitswahl nach französischem Vorbild, wo die vom Bürger direkt gewählten Abgeordneten notfalls in einer Stichwahl mehr als 50 Prozent der Stimmen in ihrem jeweiligen Wahlkreis erreichen müssen. Dies ermögliche es auch kleinen Parteien, durch Wahlabsprachen im zweiten Wahlgang eigene Abgeordnete ins Parlament zu bringen. "Es geht noch besser mit einem Mehrheitswahlrecht a la France", sagte Henkel.

Dies könne die "Allmacht der Parteien" in Deutschland zurückdrängen, dem Bürger mehr Rechte geben, die Politikverdrossenheit auflösen "und vor allem stabile Regierungsverhältnisse schaffen". Für das Mehrheitswahlrecht, das in der Regel die Alleinregierung einer großen Partei ermöglicht, haben sich auch der CDU-Politiker Friedrich Merz, der frühere Verfassungsgerichtspräsident Ernst Benda und der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) ausgesprochen.

Hans-Ulrich Jörges
 
 
KOMMENTARE (10 von 20)
 
Guenter1 (13.02.2008, 23:28 Uhr)
ja und dann
die CDU mit Millionen Steuergeldern sponsern auf kosten der Arbeitnehmer.
Ich hatte nach der Wende CDU gewählt weilich dachte sie packen es aber leider sind sie von den Unternehmern veraten worden. Für meine Familie bleibt nur die LINKE über.Ein Herr Henkel solte sich doch lieber um seine Familie kümmern. Nach 18 Jahern BRD bin ich LINKS.
Daneel (13.02.2008, 18:01 Uhr)
konsequent weiter denken, Herr Henkel...
...und Sie werden feststellen,
dass ein Ein-Partei-System noch
klarere Verhältnisse schafft. Andere
Länder haben kein Problem mit vielen
Parteien. Das Problem in Deutschland
ist, dass die großen Parteien
aufhören müssen, zu glauben, sie
hätten einen Anspruch darauf, zu
bestimmen, wo es lang geht.

Wer nicht für Verhältniswahlrecht
ist, ist kein Demokrat. Punkt.
Mehrheitswahlrecht läuft immer auf
ein Zwei-Parteien-System hinaus,
was ja kaum besser als ein
Ein-Partei-System ist.

In einem Zwei-Parteien-System
müssen sich die Parteien nicht
um die Ränder kümmern, denn die
Ränder müssen ja die nächststehende
Partei wählen. Der Kampf wird in
der Mitte ausgetragen, was dazu
führt, dass die Parteien immer
ähnlicher werden. Dies ist, trotz
Wahlkampfrhetorik, auch in den
USA zu beachten.

Herr Henkel engagiert sich
glaubwürdig seit vielen Jahren
für Amnesty International und z.B.
spendet dieser Organisation seine
Buchhonorare. Er soll darüber
nachdenken, warum keiner der
Kandidaten (ob die jetzigen
Favoriten oder auch andere) im
jetzigen US-Wahlkampf nur daran
denkt, die Todesstrafe abzuschaffen.
Eingebuergert29 (13.02.2008, 17:57 Uhr)
An Stern
Warum haben Sie mein Beitrag gelöscht.
Ist es etwa Ihr Beitrag zur Demokratie und Meinungfreiheit!
Na dann bravo!
FrodoBeutlin (13.02.2008, 16:47 Uhr)
@MaxMustermann
"ich hoffe es stört nicht allzusehr wenn Pamela_1971 und ich hier ein kleines Zwiegespräch führen :)"
Ganz und gar nicht - ich bin nur gespannt, ob jetzt auch mal etwas Gehaltvolles kommt, vielleicht gar ein *Argument*...
MaxMustermann (13.02.2008, 16:30 Uhr)
@Pamela_1971
Vielleicht bin ich ja zu naiv, oder Herr Henkel interessiert mich zu wenig, als das ich wissen würde für wen er Lobbyarbeit leistet.
Sie Haben aber meine 2. Frage nicht beantwortet, welchen Nutzen diese Gruppe vom Mehrheitswahlrecht hätte. Denn auch wenn er Lobbyist ist, heißt das nicht das jeder Satz von ihm auch als Lobbyist gesprochen wurde.
Seiner Forderung nach Chancengleichheit für alle durch bessere Bildung zum Beispiel kann ich persöhnlich einiges abgewinnen.
ps: ich hoffe es stört nicht allzusehr wenn Pamela_1971 und ich hier ein kleines Zwiegespräch führen :)
Pamela_1971 (13.02.2008, 15:43 Uhr)
@ Max Mustermann
Also, diese Frage verstehe ich mal als Witz ;-) Eine Antwort darauf spare ich mir. Jeder Mesnch der in den letzten 30 Jahren nicht im Koma gelegen hat, weiß ganz genau, für wen, für was und für welche Interessengruppe Herr Henkel unermüdlich und hartnäckig Lobbyarbeit betreibt. Es gibt in Deutschland kaum einen prägnanteren Inbegriff des Lobbyismus als Herrn Henkel. Herr Henkel ist DER Lobbyist schlechthin.
MaxMustermann (13.02.2008, 15:26 Uhr)
@Pamela_1971
Ok, für wen leistet Herr Henkel denn Lobbyarbeit? Und welchen Nutzen würde diese Lobby denn vom Mehrheitswahlrecht haben?
Tomrobert (13.02.2008, 14:52 Uhr)
langsamer Richtungswechsel
hin zur Diktatur.Die Protagonisten derUmverteilung von Unten nach Oben möchten ihre Macht zementieren.Sie fürchten um ihre Vermögen und Macht!
Pamela_1971 (13.02.2008, 14:38 Uhr)
Interessant........
Nach diesem Vorschlag würde jetzt also in Hessen jemand komfortabel regieren, der von 2/3 aller WählerInnen, und von mehr als 3/4 aller Wahlberechtigten ausdrücklich *NICHT* gewählt worden ist. - Eigentlich ein Witz, dass ausgerechnet so ein Wahlrecht "MEHRHEITSwahlrecht" heißt, dass in Wahrheit eine kleine Minderheit an die Macht bringt. Zufällig genau die Minderheit übrigens, deren Interessen weitgehend deckungsgleich mit denen von Herrn Henkel sind...
.
@ Max Mustermann: Henkel nur unbedarfte Privatperson, und kein Lobbyist - ein wirklich guter Witz!! ;-)
Guenter1 (13.02.2008, 14:30 Uhr)
Henkel
Jetzt bekommen die Herren es mit der Angst zu tun.
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