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14. Januar 2010, 07:06 Uhr

Merkel will um SPD-Wähler werben

Die CDU will sich gezielt um neue Wählerschichten bemühen. Das ist der Kurs, auf den Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Partei auf der heute beginnenden Vorstandsklausur einschwören will. Ins Visier nimmt sie dabei besonders die Sympathisanten der roten Konkurrenz.

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Die Stammwähler halten, neue Klientel hinzugewinnen - das ist die Strategie von Bundeskanzlerin Angela Merkel für die CDU© Franka Bruns/DDP

Die CDU-Spitze will die Partei bei der am heutigen Donnerstag beginnenden Vorstandsklausur laut Medienberichten auf die Gewinnung neuer Wähler einschwören, ohne die Stammklientel zu vergrätzen. In der Beschlussvorlage räumt die Parteispitze ein, dass sie mit dem Ergebnis von 33,8 Prozent bei der Bundestagswahl vom Herbst unzufrieden ist. "Es wird daher mehr denn je entscheidend darauf ankommen, die eigenen Stammwähler zu binden und neue Wähler hinzuzugewinnen", zitiert die "Financial Times Deutschland" (FTD) aus dem Papier. Die Partei müsse aber programmatisch weiterentwickelt und den Stammwählern dies erläutert werden.

Merkel: "Da hat sich was verändert"

Bundeskanzlerin Angela Merkel verteidigte den Öffnungskurs gegen parteiinterne Kritik am fehlenden konservativen Profil. Man müsse immer um möglichst breite Wählerschichten ringen, "das bedeutet natürlich auch, den gewachsenen Anteil von Wechselwählern zu erreichen", sagte die Parteivorsitzende dem "Handelsblatt". Zur Realität der Gesellschaft gehöre heute, "dass der Teil derer, die ihr ganzes Leben lang dieselbe Partei wählen, abnimmt", sagte Merkel. "Da hat sich was verändert."

Bei der Suche nach neuen Wählern hat die CDU auch die SPD-Klientel im Blick. "Wenn die SPD nach links rückt, sich verabschiedet von der Idee einer Volkspartei, dann sind wir für enttäuschte Sozialdemokraten da", sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe am Donnerstag im ZDF. In die gleiche Richtung zielt offenbar der Entwurf der "Berliner Erklärung", die die CDU-Führung während der Klausur verabschieden will: "Wir wollen bisherige Wählerinnen und Wähler der SPD für uns gewinnen, die vom Linksruck dieser Partei und der zunehmenden Bereitschaft zu Bündnissen mit der Linken enttäuscht sind, steht dort laut "Bild".de.

Stammwählerschaft steht nicht länger im Zentrum

Gröhe zufolge will die Union aber auch Wähler zurückgewinnen, die bei der Bundestagswahl FDP gewählt haben, um zu verhindern, dass die große Koalition fortgesetzt wird. "Dabei spielt unsere Wirtschafts- und Finanzpolitik eine besonders wichtige Rolle", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Im Grünen-Spektrum solle die CDU "mit einer überzeugenden Umwelt- und Klimaschutzpolitik zusätzliche Wähler (...) gewinnen". Die konservative Stammwählerschaft stehe nicht im Zentrum des Bemühens, schreibt das Blatt. Gröhe sagte, ältere Unionsanhänger wüssten "sehr genau, dass Politik für ihre Kinder und Enkel den heutigen Lebensbedingungen gerecht werden muss".

Zuvor hatte bereits der Leiter der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen, Matthias Jung, dargelegt, dass es der CDU mehr bringe, neue Wählergruppen zu erschließen, als auf die alten zu setzen. Er trittt auf der Klausur als Referent auf und hält die Kritik konservativer CDU-Politiker an Führungsstil und Ausrichtung der Parteivorsitzenden Merkel für realitätsfern. Neben Jung kommen der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, und die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann als Gäste.

Steuerstrukturreform bleibt erklärtes Ziel

Auch Unionsfraktionsvize Michael Meister hält die interne Kritik an Merkel nicht für angebracht. "Am Führungsstil der Kanzlerin gibt es überhaupt nichts zu kritisieren. Sie hat diesen Stil, seit sie Parteivorsitzende ist", sagte er. "Sie macht das ja nicht ohne Erfolg." Zugleich forderte er die Kritiker auf, sich auf der Klausurtagung einzubringen, und sprach sich für einen offenen Umgang mit ihnen aus. "Es muss am Ende ein Teamspiel erfolgen", mahnte er.

Merkel will auf der Klausur die CDU - analog zum Koalitionsvertrag - auf das "Ziel" einer Steuerstrukturreform 2011 festlegen, allerdings abhängig von den Rahmenbedingungen, wie die "FTD" berichtet. In der Beschlussvorlage heiße es weiter, die CDU habe 2010 die Bürger entlastet und "Dieser Weg wird auch 2011 fortgesetzt". Zugleich werde festgehalten: "Die wirtschaftliche Entwicklung, die daraus resultierenden steuerlichen Einnahmen für die öffentlichen Haushalte und die notwendige strukturelle Haushaltskonsolidierung geben den Rahmen für die steuerliche Entlastung vor."

Ähnlich hatte sich Merkel bereits in einem am Mittwoch verbreiteten Interview des "Handelsblatts" geäußert. Die FDP reagierte darauf erfreut: "Das klare Bekenntnis von Bundeskanzlerin Merkel unterstreicht die Vereinbarungen des Koalitionsvertrages", sagte Fraktionschefin Birgit Homburger der "Frankfurter Rundschau".

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 53)
 
MBALZ (15.01.2010, 10:14 Uhr)
Lernunfähigkeit war schon immer der Anfang vom Ende
Lernunfähigkeit war schon immer der Anfang vom Ende, da braucht man nicht nur auf das Aus der DDR zu blicken. Formelkompromisse lösen das Problem nicht! Formelkompromisse sind genau das Zeichen des kritisierten präsidialen Stils.Gefragt ist jedoch Farbe bekennen.Es bleibt dabei: 5 Jahre Mutti als Kanzlerin sind genug. Für GelbSchwarz ist Merkel die falsche Wahl. Das Kabinett Westerwelle-Merkel hat Praktikanten-Status. Von Fehlbestzungen und mit Lernen Beschäftigten können aber keine Impulse zur Krisenbewältigung erwartet werden. Die Niebel/Guido-Liberalen werden die Geister, die sie zu ihrem Stimmenhöhenflug gerufen haben, nicht mehr los. 40%-Ziel für die Union zusammen mit 15%-Ziel für FDP bedeutet in der Konsequenz: Kampf bis aufs Messer bei der gleichen Klientel, was zu Regierungsunfähigkeit und Katastrophe für Deutschland führt. Glaubt irgend jemand ernsthaft von SPD/GRÜNEN/LINKE Wähler in nennenswertem Umfang rüberholen zu können? Wie dumm ist diese amtierende Avantgarde eigentlich?
PESATO (14.01.2010, 19:51 Uhr)
Merkel will um SPD-Wähler werben
Also mir ist es eigentlich wurscht egal welche Strategien Merkel und die CDU da verfolgt um neue Wählerschichten zu erschließen, da ich nie CDU&FDP gewählt habe und es auch absolut nie tun werde.Die CDU ist schon lange zu einer reinen Mandats-& Berufspolitiker Partei mutiert!!Da wird dann weder auf die Parteibasis noch aufs Volk gehört, sondern Politik nach Gutsherrenart betrieben.Merkel geht es nur um die Etablierung ihrer Macht und die Sicherung ihrer Bezüge, deshalb faselt sie mal wieder von Wahlkampf. Diese Kanzlerin verfällt mehr und mehr dem Machtwahn, lebt in einer Parallelwelt und interessiert sich anscheinend nicht im mindesten für die Probleme der Deutschen Bürger, denen sie eigentlich zu dienen hat und von denen sie auch bezahlt wird. Mal sehen, wie lange es noch dauert, bis auch der letzte Deutsche Michel diese Frau endlich durchschaut hat.
ganzbaf (14.01.2010, 16:07 Uhr)
Ha; Willy Brandt war...

war ein Linker.
Sogar ein bekennender Demokratischer Sozialist! ;-)

Davon abgesehen haben wir mit Art. 14/15 ein überaus "sozialistisches" Grundgestz, das nur mal in entsprechende, verfassunggebenden Gesteze gegossen werden müßte.
hotte_m (14.01.2010, 14:49 Uhr)
vom Regen in
die Sch.....e würde das für mich als früheren SPD-Wähler bedeuten! Dann schon lieber Nichtwähler, so kann ich mir nicht den Vorwurf machen diese Betrüger gewählt zu haben. Nur die dümmsten Schweine wählen ihre Metzger selbst.
jeanclaude (14.01.2010, 14:48 Uhr)
werden wir von komplett wahnsinnigen regiert?
möchte frau merkel ernstgenommen werden,oder nimmt sie das wahlvieh nicht mehr ernst?

warum sollte sie sich fragen,hat die spd denn wähler verloren?
doch nur einzig und allein wegen dem rechtsruck der ehemaligen arbeiterpartei.
wie will sie denn deren klienten gewinnen?
etwa durch steuervergünstigungen für superreiche,lockerung des kündigungsrechts,zulassen von dumpinglöhnen,steuerfreiheit für luxusgüter....

es ist unglaublich,aber sicherlich wird diese völlig desorientierte frau ihre wählerschaft finden.

denn der grossteil der wählerschaft und schlussendlich der entscheidungsträger,ist politisch völlig unbedarft.
der schaut,dsds ist bildzeitungleser und liest darin bestenfalls den sportteil.

deswegen meine bitte an diese wählerschaft.
wenn ihr keine ahnung habt,hört nicht auf wahlanimateure.
bleibt mit dem hintern zuhause,tut was nützliches,treibt sport....

aber haltet euch bitte von den wahlurnen fern!!!!

auwei (14.01.2010, 14:28 Uhr)
@zorro
Das fragen Sie mal die Zeitgenossen Willy Brands. Und Schröder? Nun, wie wäre es mit Jürgen Trittin? Der roten Heidi? Es werden sich sicher noch weitere finden lassen. Abgesehen davon: Woher soll ich wissen, was für Sie "links" heißt?
Kippi (14.01.2010, 14:23 Uhr)
Merkel schielt auf SPD-Wählern
Merkt Frau Merkel es denn wirklich nicht?
Die SPD-Wähler haben sich wegen der Schröderschen Agenda 2010 von ihrer Partei entfernt, weil diese vielen von ihnen Not und Elend gebracht hat. Ist die scharz/gelbe Politik besser, oder setzt sie noch einen ´drauf ?
Merkel muss sich endlich bewegen und für die sozialen Belange aller Bürger einsetzen, sonst geht sie bei der nächsten
Wahl erst richtig baden !!!!!
Zorro01 (14.01.2010, 14:15 Uhr)
ähem..@auwei
Was war denn bei Willy Brand, Helmut Schmidt oder Gerhard Schröder LINKS?
auwei (14.01.2010, 14:08 Uhr)
@zorro
Zitat: "Ihr Problem ist, dass Sie und Ihre Freunde am linken Rand in den vergangen Jahrzehnten in der Bundespolitik nicht das Geringste zu bestellen hatten und immer brav Platzmachen mussten, wenn die neue Regierung installiert wurde." Haben Sie seit den 60ern geschlafen? Sagt Ihnen Sozialliberale Koalition etwas? Oder Rot-Grün? Oder meinen Sie die Partei "Die Linke"? Nur so am Rande: Die gibt es noch nicht "seit einigen Jahrzehnten".
Zorro01 (14.01.2010, 13:52 Uhr)
@Knilch59
Seit 20 Jahren also laufen Sie als Kassandra durch die Gegend, aber niemand will auf Sie hören?
Das frustriert, keine Frage. Und führt zu verwegenen Äußerungen, z.B., dass es keine Intellektualität im konservativen Lager gäbe. Also praktisch nur in Ihrem linken Milieu. Bei Ihnen. Sie entpuppen Sich als eitler Prahlhans, Genießer des gepflegten Größenwahns. Und letzteres ist schon wieder ein Zeichen von Dummheit.
Ihr Problem ist, dass Sie und Ihre Freunde am linken Rand in den vergangen Jahrzehnten in der Bundespolitik nicht das Geringste zu bestellen hatten und immer brav Platzmachen mussten, wenn die neue Regierung installiert wurde. Der Reflex des schlechten Verlierers, nicht nur in der Politik, ist stets, zu behaupten, er könne es eigentlich besser machen.

Aber es ist ja nur eine banale Behauptung. Sie mussten es ja nie beweisen. Das ist gut so. Und das sollte auch in Zukunft so bleiben.
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