27. September 2012, 19:20 Uhr

Steinbrück warb bei weiteren Firmen um Sponsoren-Gelder

Als Finanzminister hat Peer Steinbrück nicht nur bei Telekom und Post um Geld für ein Schachturnier gebeten. Auch an die Bahn, Porsche und Energieunternehmen gingen Bittschreiben raus.

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In seiner (glücklosen) Sponsorensuche sieht Peer Steinbrück (SPD) nicht Ehrenrühriges©

Der mögliche SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat in seiner Zeit als Bundesfinanzminister bei mehr Firmen als bisher bekannt um Sponsoren-Gelder für ein Schachturnier geworben. Außer an die Post und die Telekom seien "gleichlautende Schreiben" an E.ON, die Deutsche Bahn, RAG und Porsche gegangen, berichtete der "Tagesspiegel". Das Blatt berief sich dabei auf Angaben aus dem Büro Steinbrücks. Ob sich Steinbrück um die finanzielle Unterstützung weiterer Veranstaltungen bemüht habe, vermöge er "aus Erinnerung und Unterlagen, die ihm nur mehr eingeschränkt zur Verfügung stehen, nicht zu sagen", zitierte das Blatt aus einer Mitteilung von Steinbrücks Büro.

Weltmeister gegen "Deep Fritz"

Bisher war nur bekannt, dass Steinbrück im April 2006 bei der Post und der Telekom - früheren Staatsunternehmen mit Bundesbeteiligung - um Unterstützung für ein Schachturnier in Bonn geworben hatte. Eine Million Euro wollte er jeweils von Klaus Zumwinkel und Kai-Uwe Ricke einsammeln. Ein Spiel des Weltmeisters Wladimir Kramnik gegen den Schachcomputer "Deep Fritz" sollte so finanziert werden. Die Bitte des Schachfans blieb unerhört - nach bisherigen Erkenntnissen in allen Fällen.

Dies war am Wochenende durch eine Biografie über Steinbrück bekanntgeworden. Der Brief trug als Absender den Namen und Steinbrücks Titel als Bundesminister der Finanzen - allerdings keinen Bundesadler. Nach bürokratischen Maßstäben ist es damit kein ministerielles Schreiben, sondern ein persönlicher Brief eines Ministers.

Steinbrück sicht nichts Ehrenrühriges

Steinbrück selbst sieht darin "nichts Ehrenrühriges". Er hatte eine knappe Erklärung veröffentlicht, dass er eine "Sportveranstaltung von Rang nach 80 Jahren wieder nach Deutschland" habe holen wollen. Er sei der Ansicht, "dass es sinnvoll, wenn nicht geboten sei, Ereignisse/Veranstaltungen von allgemeinem Interesse und/oder von Relevanz für die jeweilige Region zu ermöglichen - wenn nicht anders möglich (auch) mit Unterstützung renommierter Unternehmen".

swd/Reuters/AFP
 
 
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