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Das denken die Deutschen wirklich über Flüchtlinge, Merkel - und die Medien

Was meinen die Deutschen zum Thema Flüchtlinge wirklich? Haben Sie Angst vor zu vielen fremden Einflüssen - oder vor rechtsextremer Gewalt? Wie stark ist das Vertrauen in die Politik und die Presse? Der stern fand es in einer großen Umfrage heraus.

Die Angriffe auf Flüchtlingsheime und die verbreitete rassistische Gewalt machen den Bundesbürgern weit mehr Sorgen als die Zahl der Asylbewerber und Flüchtlinge. Das ist ein Ergebnis aus einer großen Forsa-Umfrage für den stern, in der ermittelt wurde, was die Deutschen angesichts der Flüchtlingskrise bewegt und umtreibt. Um das herauszufinden, sollten aus 13 Problembereichen jene angegeben werden, die persönlich die größten Sorgen bereiten oder am meisten beunruhigen.

Deutschland 2016: Was die Menschen bewegt und ängstigt

Die größten Sorgen machen sich die Deutschen über rechte Gewalt und Rechtsextremismus, die Einigkeit in Europa und Altersarmut. Sorgen um den Euro und den Arbeitsplatz kommen vergleichsweise weit hinten.

In diesem Ranking stehen die Angriffe auf Flüchtlingsheime und rassistische Gewalt mit 83 Prozent an erster Stelle und der Zulauf zu rechtsextremen Gruppen mit 77 Prozent an zweiter Stelle. Die Zahl der Flüchtlinge und Asylbewerber wird von 52 Prozent der Befragten erst an zehnter Stelle genannt.

Bitte keine weiteren Flüchtlinge, findet die Hälfte der Deutschen

Fast die Hälfte der Deutschen (49 Prozent) meint, die Zahl der Ausländer und Flüchtlinge sei hoch genug, es sollten keine weiteren mehr zuziehen. Für 35 Prozent könnte die Zahl ruhig noch größer werden. Dass es in Deutschland schon zu viele Ausländer und Flüchtlinge gibt und ein großer Teil wieder wegziehen soll, sagen 9 Prozent.

Mit der Arbeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel sind 43 Prozent zufrieden, 34 Prozent weniger zufrieden und 22 Prozent unzufrieden. Mehrheitlich zufrieden sind außer den Anhängern der CDU (67 Prozent) auch die Anhänger der Grünen (52 Prozent).

Die besten Konzepte zur Lösung der Flüchtlingskrise hat für 14 Prozent der Befragten die CDU, für 9 Prozent die SPD und für 8 Prozent die CSU. Eine Mehrheit von 57 Prozent meint, dass dies für keine Partei zutrifft. Nur eine Minderheit von 13 Prozent glaubt, dass die AfD etwas zur Lösung der Probleme im Land beitragen kann, eine große Mehrheit von 79 Prozent nimmt das nicht an.

Dass die Politiker in Deutschland die tatsächlichen Sorgen und Nöte der Menschen kennen, meinen 21 Prozent, 72 Prozent dagegen sind der Ansicht, dass das nicht der Fall ist.

... und was ist mit der "Lügenpresse"?

Danach gefragt, ob man den klassischen Medien wie Zeitungen, Fernsehen oder Radio noch Glauben schenken kann, findet nur etwas mehr als die Hälfte (55 Prozent), dass dies zuträfe. 42 Prozent verneinen das. Davon, dass man den Informationen im Internet und in den sozialen Netzwerken Glauben schenken kann, sind deutlich weniger Bürger (22 Prozent) überzeugt. Zwei Drittel (64 Prozent) glauben, dass man den dort auffindbaren Informationen nicht trauen kann.

Knapp die Hälfte der Befragten (47 Prozent) teilt die Meinung, dass in Deutschland nicht alles gesagt werden darf, was man wirklich meint - weil ansonsten Nachteile entstehen könnten. Dieser Auffassung sind vor allem die Anhänger der AfD (83 Prozent) und der CSU (66 Prozent). 50 Prozent aller Bundesbürger halten diese Meinung für abwegig.

Für Angriffe auf Asylbewerberheime haben 85 Prozent der Befragten kein Verständnis, 27 Prozent davon würden sich jederzeit an Gegendemonstrationen beteiligen. 12 Prozent der Deutschen äußern Verständnis für Proteste vor Heimen, würden dabei aber nicht mitmachen. Nur ein Prozent hat nicht nur großes Verständnis für solche Protestaktionen, sondern würde sich auch selbst daran beteiligen.

Datenbasis: Das Forsa-Institut befragte vom 24. bis 26. Februar 2016 im Auftrag des Magazins stern 1018 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. An 100 Prozent fehlende Angaben: weiß nicht. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 3 Prozentpunkten.

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