. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
27. Juni 2008, 17:03 Uhr

"Merkel ist authentisch"

Wenn Politiker zu Fußballfans werden, kann das sehr volksnah wirken - oder auch sehr peinlich. Der Historiker Wolfram Pyta erklärt im Interview mit stern.de, warum die Politprominenz lange Zeit das Leder verachtete - und was Oskar Lafontaine beim WM-Halbfinale 1990 im Fernsehen zu suchen hatte. Von Sebastian Christ

Kanzlerin Angela Merkel hält mit Bastian Schweinsteiger während des Vorrundenspiels gegen Österreich ein Schwätzchen© Torsten Silz/DDP

Herr Pyta, warum sitzt Angela Merkel bei Spielen der Nationalmannschaft auf der Tribüne? Ist es reines Interesse am Spiel, oder steckt da mehr dahinter?

Seit Helmut Kohl hat es sich eingebürgert, dass jeder Kanzler Fußballspiele besucht. Es zeugt von einer gewissen Volkstümlichkeit, dem populärsten Sport auf diese Weise Tribut zu zollen. Fußball ist ein weltweites Kulturphänomen, und es würde für die Ignoranz eines Politikers sprechen, wenn er sich dem zu entziehen versuchen würde.

Früher haben gesellschaftlich angesehene Persönlichkeiten aus Politik und Kultur über den Fußball ja eher die Nase gerümpft.

Das konnten sich Politiker bis in die frühen 70er Jahre leisten. Danach änderte sich das langsam. Helmut Schmidt war beim Weltmeisterschaftsfinale 1974 noch primär aus protokollarischen Gründen im Stadion. Helmut Kohl hat dann damit angefangen, die Nationalmannschaft auch im Trainingslager zu besuchen. Schon als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz schaute er sich regelmäßig Spiele auf dem Betzenberg an. Und Kurt Beck steht ihm da ja in nichts nach, wenn er sich einen Schal des 1. FC Kaiserslautern um die Schultern legt. Das ist eine Form von regionaler Standortpolitik.

Woran lag es, dass der Fußball in den Zeiten von Beckenbauer und Netzer politiktauglich geworden ist?

Fußball war bis in die 70er Jahre hinein zwar ein Massenphänomen, hat es aber nicht bis in die Hochkultur geschafft. Beim WM-Finale 1954 war nicht ein einziger Vertreter der Bundesregierung im Stadion. In den frühen 70er Jahren erlebte der Fußball dann seinen Durchbruch, weil er dank der attraktiven Spielweise der Nationalelf auch für postmoderne Werte wie Individualität und Selbstverwirklichung stehen konnte. Damit konnten sich auch Intellektuelle identifizieren. Außerdem ließ sich auf diese Weise das zunehmende Selbstbewusstsein der Bundesrepublik zum Ausdruck bringen, die sich immer weniger als Provisorium verstand. Die Erfolge der Nationalmannschaft - WM-Dritter 1970, Europameister 1972, Weltmeister 1974 - wurden zum Aushängeschild für den westdeutschen Staat.

Konrad Adenauer konnte dem Fußball nichts abgewinnen. War diese Haltung nur bis in die 50er und 60er Jahre möglich?

Ja. Adenauer und auch Theodor Heuss sind Ende des 19. Jahrhunderts groß geworden, damals war Sport noch kein übergreifendes Kulturphänomen, sondern eine Nischenerscheinung.

Zur Person: Wolfram Pyta Wolfram Pyta ist Professor für Neuere Geschichte an der Universität Stuttgart. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört die deutsche Geschichte von 1870 bis 1945. Darüber hinaus hat er zahlreiche Arbeiten zur Sportgeschichte geschrieben, darunter auch das Buch "Der lange Weg zur Bundesliga".

  zurück
1 2
 
 
KOMMENTARE (10 von 14)
 
MamfredBuchholz (30.06.2008, 20:32 Uhr)
Frau Merkel kann doch tun, was sie will,
hier finden sich immer einige zu ihren plumpdummen Pauschalierungen zusammen. Sie macht als Kanzlerin eine bedeutend bessere Figur als ihre zwei Vorgänger. Aber von Leuten, die in ihr eine "Probagandistin" sehen und eine "Invlation" fürchten, kann man wohl auch keine intelligenten Kommentare erwarten.
albundy69 (30.06.2008, 11:43 Uhr)
Team der Lo0ser und Lügner !
Merkel, Jogybär, Lehmann --> ein wonderful team of loosers, liars and "let-it-be´s"
pitiplatsch (30.06.2008, 05:55 Uhr)
Dies Show
ist nur eins, nämlich lächerlich und peinlich, sie will eins bewirken, von den wirklichen Problemen ablenken. Was ist mit der Invlation ? den Energiepreisen ? mit dem Völkerrechtswidrigen Krieg gegen unschuldige in Afghanistan? das sind die Probleme nicht wenn 22 Leute einem Ball hinterherspringen und sich dum und dämlich verdienen. Aber davon will die Merkel nichts wissen, wegducken verschleiern schöne Fotos machen. Ne ne diese Frau ist ne gute Probagandistin, das hat sie in der DDR gelernt, sonst nichts.
Heizkessel (29.06.2008, 13:06 Uhr)
Galeere statt Flieger
Wie gut, daß die nächste WM in Südafrika, und die nächste EM in Polen und der Ukraine stattfinden.
Dann bekommt sie wenigsten keinen Jet-lag und kann sich am nächsten Tag nach der Sause wieder erholt und frisch den real existierenden Problemen des Lobbyverbands Buxtehude widmen.
Und keine Bange: Falls bis dahin die Kerosinpreise zu hoch werden, dann könnten die Jungs und Mädels des Bundestags-Touristik-Ausschusses zur Abwechslung eine Galeere chartern.
Das hätte dann gleichzeitig einen echten Belustigungseffekt für die Bevölkerung: Gas-Gerd und Strom-Clement auf der linken, Bundes-Angie und Notizblock-Schäuble auf der rechten. Und der Eintrommler-Platz wird über die Bildzeitung verlost.
albundy69 (29.06.2008, 12:03 Uhr)
Merkel´s Power
Wenn Frau Merkel nur irgendeine Macht hätte, dann würde sie Lehmann sofort verhaften und nach Guantanamo ausliefern lassen und Adler ins Tor befehlen !
Herr_Lich (29.06.2008, 11:05 Uhr)
Das soll authentisch sein?
Merkel als Fußballfan empfinde ich auch nicht als authentisch. Dieses Interesse wirkt auf mich sehr gespielt und ist meiner Meinung nach ganz klar taktisches Verhalten. Einfacher ist PR in eigener Sache gar nicht zu bekommen. Jeder Kanzler würde diese günstige Gelegenheit, sich volksnah präsentieren zu können, nutzen.
Is2a3bella (29.06.2008, 11:05 Uhr)
Teilweise
"Merkel ist authentisch"
Wahlweise Machtgier auf Kosten des Volkes bzw. Punkten bei den Wählern.
Liebe Bürger Deutschlands,
wohin führt die derzeitige "Politik-Elite" die Bürger?
„...Die Bilderberg Group wird von vielen Finanz- und Businesseliten als „Kammer der Hohepriester des Kapitalismus“ angesehen und bezeichnet. ...“
Quelle
http://www.uni-muenster.de/PeaCon/global-texte/g-a/g-ss/Geheimbuende/Bilderberg.htm
“Genau der richtige Mann für Berlin. Mit internationalen Kontakten und seinen Fähigkeiten wird Berlin wieder eine politische Größe im Bund.” Angela Merkel, Bundeskanzlerin (2006)
"Der Vorsitzende der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus, Friedbert Pflüger, nahm 2006 an der Bilderberg-Konferenz im kanadischen Ottawa teil."
"Zur Einladungs- und Rekrutierungspraxis der Bilderberger gibt es keinerlei dienliche fundierte Informationen."
Quelle
http://denksprit.wordpress.com/2007/04/11/friedbert-pfluger-cdu-bekennt-sich-offen-zur-bilderberg-group/
Twipsy (29.06.2008, 10:04 Uhr)
@johnniedeamonic
"Sitznachbar" war übrigens UEFA-Präsident und Ex-Europameister Michel Platini. Quasi die Neutralität in Person..
Asteriskina (29.06.2008, 09:56 Uhr)
hi hi;-)
zu schön, ohnniedeamonic. THX!
johnniedeamonic (29.06.2008, 09:50 Uhr)
:)
http://www.youtube.com/watch?v=bYBxM_V4Yz8
MEHR ZUM ARTIKEL
Merkel und der Fußball Mutti passt auf Jogi auf

Die Kanzlerin fiebert mit. Und wie! Während der WM 2006 musste sie noch viel Spott für ihre Auftritte ertragen, doch mittlerweile gehört sie zu den großen Spielen der DFB-Elf dazu wie die Nationalhymne und das Halbzeitbier. Die erste Kanzlerin der Geschichte ist auch eine Fußballkanzlerin geworden. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe