12. September 2012, 13:26 Uhr

Der Militärische Abschirmdienst - MAD

Bundesnachrichtendienst (BND) sowie Verfassungsschutz sind die beiden großen Geheimdienste auf Bundesebene. Der Militärische Abschirmdienst (MAD), der dritte im Bunde, ist vielen Bürgern kein Begriff.

Militärische Abschirmdienst, Hintergrund, MAD, BND, Verfassungsschutz

Die Konrad Adenauer Kaserne in Köln ist der Sitz der Zentrale des Amtes für den militärischen Abschirmdienst (MAD)©

Der Militärische Abschirmdienst ist nach dem Bundesnachrichtendienst und dem Verfassungsschutz der kleinste der drei deutschen Geheimdienste auf Bundesebene. 2011 hatte der MAD knapp 1200 Mitarbeiter und erhielt knapp 72 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt.

Gegründet wurde der Dienst 1956 nach Aufstellung der Bundeswehr als Amt für Sicherheit der Bundeswehr. 1984 wurde daraus der MAD. Zu seinen Aufgaben im Inland gehört die Überprüfung von Soldaten auf extremistische Einstellungen und Aktivitäten. Zudem soll er Spionage oder Sabotage in der Bundeswehr unterbinden. Pro Jahr nimmt der Dienst mehr als 50 000 Sicherheitsüberprüfungen vor.

MAD-Mitarbeiter werden auch in die Auslandseinsätze entsandt, um einheimische Mitarbeiter zu überprüfen und Informationen über Gegner wie die Taliban in Afghanistan zu gewinnen. Der MAD-Präsident Ulrich Birkenheier, der am Dienstag vor den NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags zitiert wurde, ist erst seit 1. Juli im Amt.

Zusammen mit dem Bundesamt und dem thüringischen Landesamt für Verfassungsschutz war der MAD zwischen 1997 und 2003 an der "Operation Rennsteig" beteiligt, mit der die Geheimdienste Informationen über die thüringische Neonazi-Szene gewinnen wollten. Aus dieser Szene ging die Terrorzelle "Nationalsozialistischer Hintergrund" hervor, die für zehn Morde verantwortlich gemacht wird.

amt/DPA
 
 
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