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20. April 2007, 08:25 Uhr

Deutsche, speckt ab!

Die Deutschen haben mehrheitlich so viel Gewicht auf der Hüfte, dass Verbraucherminister Seehofer ein amtliches Fett-weg-Programm auflegen will. Laut einer neuen Studie führt Deutschland die Euro-Hitliste der Pummel-Staaten an.

Auch auf Filberstadts Parkbänken lässt sich das Problem studieren: Übergewicht in Deutschland© Jürgen Effner/DPA

Verbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) sorgt sich um den verfetteten Volksleib. Im Mai will er Eckpunkte eines Programms vorstellen, das ausgewogene Ernährung und Bewegung fördert. "Die Zunahme von Übergewicht und Fettleibigkeit stellt vor allem auf Grund der gesundheitlichen Folgewirkungen ein ernstzunehmendes gesellschaftliches Problem dar, dem entgegengewirkt werden muss", sagte Seehofer der "Berliner Zeitung". Daran müssen sich Politik, Wissenschaft, Sport- und Elternverbände, Krankenkassen, Gewerkschaften und Ernährungswirtschaft beteiligen.

Der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Zöller (CSU) warnte, Länder und Kommunen dürften nicht an der falschen Stelle sparen: "Es macht keinen Sinn, über gesunde Ernährung zu reden, wenn gleichzeitig in Schulen die Turnstunden ausfallen und Landratsämter ihre Ernährungsberater streichen". Grünen- Fraktionsvorsitzende Renate Künast forderte "eine klare Kennzeichnung von Lebensmitteln, die auf den ersten Blick erkennbar machen, was drin ist".

Bier, Pommes und Speck

Bier, Fett und Bewegungsmangel machen die Deutschen nach Expertenauskunft zu den dicksten Bürgern der EU. Sie lägen beim Gewicht gleichauf mit den USA, hatte die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Einer internationalen Studie zufolge sind in Deutschland 75 Prozent der Männer und 59 Prozent der Frauen zu dick. Die Studie der International Association for the Study of Obesity (IASO), die der Zeitung vorliegt, soll am Sonntag veröffentlicht werden. Die Bundesrepublik hat den Angaben zufolge Tschechien, Zypern und Großbritannien in der Rangliste der Dicken abgelöst, die EU-Spitzenreiter in den vergangenen Jahren waren

 
 
KOMMENTARE (10 von 14)
 
Turmfalke (20.04.2007, 20:51 Uhr)
Prima
Das was ich voraus gesagt habe trifft ein. Erst die Raucher, jetzt die Dicken.
Mal sehen wen es als nächsten trifft. In diesen Staat wird bald alles geregelt, verboten und bestimmt. Das schlimme daran, Lobbyisten sorgen dafür dass unser Leben immer grauer wird und alle machen mit.
Gratulation an das deutsche Volk, irgendwann seid ihr so wie man euch haben will, macht nur so weiter.
stekom (20.04.2007, 17:36 Uhr)
Keine Studien
Da sind sie ja wieder, die Vorurteile. Dicke stellt man sich stets mit einer Tüte Chips in der einen und einem Schokoriegel in der anderen Hand vor, oder? So ist es aber nicht, genug Übergewichtige ernähren sich "gesund" nach unseren Vorstellungen (!).
Denn: Es müsste erst mal von Grund auf erforscht werden, was überhaupt "gesund" ist und was nicht - das steht nämlich keineswegs fest.
Sämtliche Ernährungspyramiden beruhen nur auf (offensichtlich falschen) Vermutungen, NICHT auf Wissen, NICHT auf Studien.
Also, erzählt einem Übergewichtigen nicht, er soll Äpfel essen - denn vielleicht ist er gerade deshalb dick, weil er zuviel Obst isst!
Daher ist es auch falsch, hier mit Äpfeln und Bananen zu argumentieren.
Freyja79 (20.04.2007, 16:45 Uhr)
Gesundes Essen ist nicht teuer
Das Argument, dass man sich gesundes Essen nicht leisten kann, ist in meinen Augen nicht haltbar. Ich bin Studentin und habe auch nicht viel Geld zur Verfügung. Zum Preis eines bekannten Erdnuss-Schokoriegels kann ich mir auch 2 Kiwi/2 Bananen/1Apfel kaufen.
Zum Preis eines sog. Sparmenüs in einem FastFood-Laden kann ich mir ein frisches Mittagessen mit Salat kochen.
Kochen plus Abwasch ist natürlich mit einem größeren Arbeitsaufwand verbunden als sich einfach in die Schlange bei Mc. Donald's zu stellen.
Ich denke, es liegt nicht am (fehlenden) Geld, sondern an der Bequemlichkeit. Ungesunder Fraß kostet weniger Zeit und Mühe als ausgewogene Ernährung.
Übergewicht ist nicht nur ein Problem der Kosten (Krankenbehandlung, Reha, Diät, höhere Fehlzeiten, etc.), viele (stark) Übergewichtige fühlen sich unwohl und werden auch von der Gesellschaft ausgegrenzt, da dick als träge = faul = weniger leistungsfähig angesehen wird.
Viele Menschen, die versuchen, dieses Problem klein, bzw. schön zu reden, gehören zu den Betroffenen, weil es ihnen aus Bequemlichkeit schwer fällt, ihr Ess- und Bewegungsverhalten zu ändern.
henwen (20.04.2007, 16:40 Uhr)
Körperbewußtsein wieder finden!
Gesund und Schlank zu sein hat definitiv nichts mit dem Geldbeutel zu tun, sondern eher mit der eigene Lebenseinstellung, Disziplin und der Bereitschaft, sich mit seiner Ernährung auseinander zu setzen. Kalorien und Geld sparen kann man z.B. wunderbar, indem man einfach mal die ganzen Softdrinks und Süßigkeiten weg lässt. Es ist unglaublich, welche Summen viele Leute für so was ausgeben!!! Das Gesparte könnte man dann auch guten Gewissens in Biofleisch, Gemüse und Obst investieren.
Und wie wär´s mit Sport: Joggen, Wandern oder Fahrradfahren ist umsonst ( vorausgesetzt man besitz ein solches) . Man muss nicht immer gleich ins Fitnessstudio laufen oder sich in einem Verein anmelden. Und Zeit dafür findet man sicher auch, wenn man einfach mal die Glotze oder den Computer ausschaltet.
Und dann weg mit den Weißmehlprodukten und schlechten Kohlenhydraten, die den Blutzuckerspiegel hochtreiben. Vollkornprodukte machen wesentlich länger satt und man muss nicht schon nach 2 Stunden wieder was nachschaufeln. Und tierisches Eiweiß mit seinem Cholesterin kann man gelegentlich durch Sojaprodukte ersetzten.
Also: nicht immer alles gedankenlos in sich rein schaufeln, sondern sich seines eigenes Körpers und der Vorgänge darin wieder bewusst werden. Vom faul auf der Couch sitzen wird man nun mal nicht gesund und schlank. Da muss man schon mal was investieren, aber meiner Meinung nach nicht Geld, sondern Willen!
2rixakatze (20.04.2007, 16:07 Uhr)
fett und frei
Natürlich hat jeder die Freiheit, sich fett zu fressen. Andererseits möchte man aber nicht ständig höhere Kassenbeiträge bezahlen. Das ist eine teure Freiheit. Fettleibigkeit macht krank und unbeweglich! Natürlich muss der Staat und auch der Bürger selbst gegensteuern. Es kann doch nicht sein, dass ich zusehe, wie sich die Menschen krankfressen und dann darauf warten, dass die Probleme und Krankheiten dann von anderen (der Gesellschaft) behoben werden. Essen muss wieder anders bewertet werden. Die Menschen müssen wieder lernen zu kochen. Dann werden sie feststellen, dass man sich gute Lebensmittel sehr wohl leisten kann. Selber kochen ist mit Sicherheit billiger als Fertigprodukte zu konsumieren. Außerdem kann Kochen Spass machen! Aber nur dann, wenn man nicht nach dem Motto Geiz ist geil lebt. Was ist das für eine Gesellschaft, die es normal findet, vor dem neuen Flachbildschirm-Fernseher zu sitzen und sich die Pommes, Pizza, Hamburger und Cola reinschaufelt.
Geiz war und ist noch niemals geil gewesen!
Gebt bitte genauso viel Geld für gutes, frisches Essen aus wie für z.B. künstliche Fingernägel, Haarstyling, Sonnenstudio, Klamotten, Games, Auto etc. Dann werdet ihr feststellen, dass man sich gut ernähren kann.
Ich selber musste auch schon zeitweise mit sehr wenig Geld auskommen. Ich wäre aber nie auf die Idee gekommen, mich von Fertigprodukten zu ernähren. Es geht anders! Das ist aber manchmal nicht bequem. Vielleicht ist auch das ein Problem?!
stekom (20.04.2007, 16:03 Uhr)
Zucker
Lest mal die Zutatenliste SÄMTLICHER PRODUKTE in der Kühltheke eines durchschnittlichen Supermarktes durch. 99,9% der Produkte enthalten... Zucker! Zucker im gekochten Schinken, Zucker in der Salami, Zucker in der Mettwurst. NICHT Fett macht fett, sondern Zucker. Aber die Leute schauen nur auf den Fettgehalt. Das ist der Trick der Lebensmittelindustrie.
bR4iNST0RM (20.04.2007, 15:04 Uhr)
Erst die Raucher, jetzt sind die Fetten dran!
Ich glaube das Thema kann man gleich setzten mit dem momentanen Lieblingsthema der Deutschen: Rauchen. Wenn ich das richtig sehe, werden die Raucher aus gesundheitlichen Gründen bevormundet. Warum dann auch nicht die Fettleibigen?
Leute! Mal Ernsthaft! Ich lebe hier in einem Land, welches sich in der letzten Zeit wirklich nicht mit Ruhm bekleckert. Es ist ein Graus, mit an zu schauen, wie sich die Bevölkerung die Augen auskratzt, weil der eine Raucht, der andere nicht. Wiederum andere sind Fett, die anderen nicht. Hey, wenn ich Uniformiertheit will, geh ich zum Militär! Menschen sind nun mal GRUNDVERSCHIEDEN! Darum liebe ich das auch genau so, wie es ist! INDIVIDUELL! Das ist genau so ein Kleinkindergequake, wie in den Schulen gejammert wird, Markenklamotten oder nicht. Warum diese Diskussionen? Jeder kann machen was er will, ob Ernährung, rauchen, Klamotten oder Gangart der Toilette. Solange es keinen anderen persönlich Gefährdet, ist es gleich. Mir ist es Wurst was andere machen, solange sie nicht versuchen mich zum mitmachen zu bewegen. Das ist die einzige Freiheit, die ich verlange!
Raknarak (20.04.2007, 13:50 Uhr)
Grundstein legen...........
.......die Politik sollte sich schleunigst um Ganztagsschulden Bundesweit einsetzten. Dort wäre Sport und Nahren Bestandteil des Alltags. 2 Std Sport pro woche in der normalen Schule ist auf jeden Fall zu wenig. Der Stundenplan kann unter anderem mit Sport schnell und auch zur freude der Schüler aufgefüllt werden. Mehr Bewegung schadet hier niemanden. Zu dem kann man durch Essensausgabe am morgen und am mittag für eine gesunde Ernährung sorgen. Selbst die Kids aus der Berliner Suppenküche (natürlich auch in anderen Städten) würden da nicht zu kurz kommen. Die Eltern die oft nicht wissen was nun wirklich gesund ist, wären damit total entlastet genau so wie diejenigen die sich das Essen einfach nicht leisten können.
Malt (20.04.2007, 13:26 Uhr)
Ich komme...
...gerade vom Supermarkt. Da war vor mir eine Frau an der Kasse gestanden, bei der wäre mir beinhae schlecht geworden. Die war (ohne Übertreibung!) so dick, dass sie seitlich durch die Kasse durchmusste... und was lag' auf dem Band? Tiefkühlpizza, Schokolade, Kekse und eine 1,5 L Flasche Cola light... bei der lag' es bestimmt auch an den Drüsen... ich bin der Meinung, dass für solche Leute die Krankenkassenbeiträge verdoppelt werden sollten (insofern sie überhaupt noch was arbeiten... die hat ja schon beim Einkaufswagenschieben geschnauft wie eine alte Lok).... möchte nicht wissen, wieviel Fettleibigkeit und deren Folgen an Bahandlungskosten verschlingen...
Frau_M. (20.04.2007, 12:47 Uhr)
Gesund muss nicht teuer sein
Mir kann keiner erzählen, dass eine Tiefkühlpizza günstiger als ein Putenschnitzel mit grünem Salat ist. Oder ein Besuch bei McDonalds günstiger als Vollkornnudeln mit Gemüse. Oder eine Tüte Chips/Haribo billiger als ein paar Äpfel.
Ich achte selbst stark auf die Einkaufspreise und schaffe es dennoch mich gesund und ausgewogen zu ernähren. Wer behauptet, er sei aus kostengründen zu dick, der hat eine gute Ausrede gefunden.
Mangelnde Bewegung und der Gang zur Pommesbude und ins Schnellrestaurant sind die Gründe für die immer dicker werdenden Deutschen. Und ich spreche hier nicht von ein paar Pfunden zu viel auf den Rippen, sondern von Fettleibigkeit.
MfG.
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