. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
14. März 2007, 15:30 Uhr

Steuerreform - 1:0 für Steinbrück

So sehen Sieger aus: Peer Steinbrück hat die Unternehmenssteuerreform durch das Kabinett gebracht. Die breite Protestwelle gegen die Reform hat der Finanzminister unbeschadet weggesteckt. Von Kai Beller

Der Finanzminister hat gut lachen: Seine Reform ist durch© Franka Bruns/AP

Steinbrück spielt seine Rolle meisterhaft. Kritik an der Unternehmenssteuerreform perlt an ihm ab. Stur hat der SPD-Politiker das Projekt verfolgt. Artig bedankt er sich für die Unterstützung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Wirtschaftsminister Michael Glos. Dabei stellte Merkel am Dienstag Nachbesserungen in Aussicht, und Glos hat seine Vorbehalte sogar zu Protokoll gegeben. Steinbrück spricht von konstruierten Erregungszuständen: Streit gebe es nicht.

Die Konstruktion der Reform ist keine einfache Operation. Der Minister bewegt sich in einem Umfeld, dem er es nicht recht machen kann. Den Wirtschaftsverbänden geht die Entlastung nicht weit genug. Von den eigenen Genossen muss er sich den Vorwurf gefallen lassen, er stecke den Konzernen Steuergeschenke in den Rachen. Steinbrück jongliert ein wenig mit Zahlen, um die Kritiker in den eigenen Reihen zu beruhigen. Er erklärt die Reform sogar zum "ursozialdemokratischen Interesse", weil damit Gewinne wieder in Deutschland versteuert werden.

Einige Nachbesserungen fehlen noch

Die Argumente hat der Minister auf seiner Seite. Nur mit wettbewerbsfähigen Steuersätzen für Unternehmen kann Deutschland auf Dauer seinen Wohlstand erhalten. Mit der Reform bewegt sich Deutschland ins europäische Mittelfeld. Die Konkurrenz mit den Niedrigsteuerländern in Mittel- und Osteuropa versucht die Bundesregierung erst gar nicht einzugehen. Das würden die öffentlichen Finanzen auch gar nicht verkraften.

Die Reform wird wohl eine breite Mehrheit finden. Bundestag und Bundesrat werden die Reform vor der Sommerpause verabschieden. Bis dahin sind aber noch einige Nachbesserungen notwendig. Vor allem gilt es zu verhindern, dass durch die Reform die industrielle Forschung aus Deutschland vertrieben wird. Auch die von Wirtschaftsminister Glos beklagte "Mittelstandslücke" wird noch für Zündstoff sorgen. Im Übrigen gilt das "Struck'sche Gesetz", wonach kein Gesetz das Parlament so verlässt, wie es hineingekommen ist.

Von Kai Beller
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Unternehmenssteuerreform Milliarden-Spritze für die Wirtschaft

Die Bundesregierung hat die Unternehmenssteuerreform abgenickt - und so der Wirtschaft indirekt mehrere Milliarden Euro zukommen lassen. SPD-Linke und Gewerkschaften protestieren, Wirtschaftsminister Glos fürchtet um den Mittelstand. mehr...

Steuerreform 2008 Was sich bei den Unternehmenssteuern ändert

Die Unternehmenssteuerreform nimmt mit der Verabschiedung im Bundeskabinett die nächste Hürde. Wenn die Reform 2008 in Kraft tritt, müssen sich Kapitalgesellschaften und Personenunternehmen auf weitreichende Neuerungen einstellen. Die wichtigsten Punkte der Reform im Überblick. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe