Kubicki nennt Dörings Steinbrück-Schelte "peinlich"

19. Oktober 2012, 09:37 Uhr

FDP-Generalsekretär Patrick Döring kritisiert den SPD-Kanzlerkandidaten - und muss sich dafür aus der eigenen Partei einiges anhören. Wolfgang Kubicki fordert gar eine öffentliche Entschuldigung.

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Wolfgang Kubicki, schleswig-holsteinischer FDP-Fraktionschef, hält eine Entschuldigung seines Parteikollegen Patrick Döring beim SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück für angemessen©

FDP-Generalsekretär Patrick Döring gerät wegen seiner Äußerungen über die Nebenverdienste von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück in den eigenen Reihen in die Kritik. Er habe das Statement Dörings "ziemlich peinlich" gefunden, sagte der Fraktionschef der FDP im schleswig-holsteinischen Landtag, Wolfgang Kubicki, am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Döring hatte Steinbrück vor zwei Wochen in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung unter anderem eine "knallharte Gewinnermentalität" attestiert.

"Ich weiß nicht, was er geraucht hat, aber für die Vertreter einer liberalen Partei ist es geradezu unerhört, sich darüber zu äußern, dass jemand für seine Tätigkeiten, in die er ja auch seine Persönlichkeit einbringt, Geld bekommt", sagte Kubicki in der Talkshow. Er fände es schön, wenn Döring sich bei Steinbrück "öffentlich entschuldigen" würde.

Kubicki: Steinbrück kein Produkt der Finanzindustrie

Kubicki befand es zudem als "Unverschämtheit", wenn Unions- und FDP-Abgeordnete Steinbrück unterstellten, er sei ein Produkt der Finanzindustrie. Es sei "albern" anzunehmen, dass wer einen bezahlten Vortrag halte, sich nach der Meinung der Zuhörenden richte. Im Übrigen habe Steinbrück die Vorträge in einer Zeit gehalten, in der er nicht Kanzlerkandidat gewesen sei.

Die Kritik der Koalition an Steinbrücks lukrativen Vortragshonoraren hatte im Bundestag die Debatte um mehr Transparenz bei Abgeordneten-Nebeneinkünften neu entfacht. Eine Einigung über verschärfte Regeln steht jedoch noch aus, da die Fraktionen unterschiedliche Modelle bevorzugen.

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