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Dortmunder Neonazis gehen auf Schwulenjagd

Sie streifen durchs Gebüsch und wollen für "Recht und Ordnung" sorgen: Eine Bürgerwehr der Partei Die Rechte macht auf einem Parkplatz bei Dortmund Jagd auf Homosexuelle und filmt sich dabei.  

"Sind Sie vielleicht homosexuell und haben hier manchmal Geschlechtsverkehr, verbotenen?" Mit Fragen wie dieser konfrontiert eine Gruppe Neonazis Männer auf einem Parkplatz in Dortmund-Kirchlinden an der A45. Sie nennen sich "Stadtschutz Dortmund" und streifen auf der Jagd nach Homosexuellen durchs Gebüsch. Bei der selbsternannten Bürgerwehr handelt es sich um mindestens fünf Mitglieder der rechtsradikalen Partei Die Rechte.

Die Neonazis haben sich bei der Aktion gefilmt und stellten das Video ins Internet unter dem Titel "Stadtschutz von 'Die Rechte' nimmt Schwulenparkplatz ins Visier". Darin heißt es, dass sich dort Homosexuelle treffen würden, um "ihren Tätigkeiten im Freien nachzugehen". Dies sei eine "Erregung öffentlichen Ärgernisses", sagt einer der Rechten und argumentiert damit, dass sich Kinder erschrecken könnten. "Die Polizei hält es nicht für nötig, das zu ahnden." Daher wolle die Patrouille "notfalls Sicherheit, Recht und Ordnung im Rahmen der geltenden Ordnung selbst durchsetzen".

Rechte schützen sich mit Handschuhen

Besonders skurril: Bevor sich die selbsternannten Ordnungshüter in die von ihnen deklarierte Gefahrenzone stürzen, ziehen sie sich Handschuhe an. "Die Handschuhe sind zur Sicherheit, falls uns irgendwer angreift. Weil ich hab auch keinen Bock auf Krankheiten", sagt einer der Rechten.

Die Rechtsradikalen zerren die Männer zwar nicht vor die Kamera und gehen bei ihrer Aktion gewaltfrei vor, doch sie versuchen offenbar mit den Videoaufnahmen und Maßregelungen die Männer einzuschüchtern. Auf der Website der Rechten heißt es, man habe die Aktion durchgeführt, um "Unruhe in der Szene zu stiften und deutlich zu machen, dass Kirchlinde zukünftig kein ruhiges Pflaster bleiben wird".

Nachfolger eines schwulen Nazis

Angeführt wird die Gruppe einem Bericht des Journalistenblogs "Ruhrbarone" zufolge vom Dortmunder Ratsherrn der Partei, Michael Brücke (zu Beginn des Videos links im Bild, rechts ist Christoph Drewer). Ihre Aktion ist auch deshalb merkwürdig, weil Die Rechte in der Tradition des offen homosexuell lebenden Neonazis Michael Kühnen steht, der 1991 an Aids verstarb. Dieser war bis zu seinem Tod ein enger Freund des Rechte-Chefs Christian Worch. Doch das wissen die "Stadtschützer" offenbar nicht.

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