Unsere Erde wird heißer und heißer und heißer

17. Juli 2012, 07:03 Uhr

Kanzlerin Angela Merkel droht vor einer Erderwärmung um bis zu vier Grad. Deshalb wirbt sie um ein Kyoto-Nachfolgeabkommen. Wenn sich die internationale Gemeinschaft nicht bald einigt, kann das fatale Folgen haben.

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Der 3. Petersberger Klimadialog ist ein informelles Treffen von Vertretern aus 35 Ländern und dient der Vorbereitung der UN- Klimakonferenz in Katar Ende des Jahres©

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat vor einer dramatischen Erderwärmung um bis zu vier Grad gewarnt, wenn sich die Welt nicht rasch auf verbindliche Klimaschutzzusagen einigt. "Es bringt nichts, auf Zeit zu spielen", sagte CDU-Politikerin Merkel am Montag beim 3. Petersberger Klimadialog in Berlin, an dem 35 Staaten teilnehmen.

Bleibe es bei den bisherigen freiwilligen Zusagen zur Reduzierung des Treibhausgas-Ausstoßes, sei das Ziel, die Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, nicht zu halten. Dann drohe eine Erwärmung um drei bis vier Grad mit verheerenden Folgen für die Menschen und die Ökosysteme. "Der Stern-Report hat deutlich gemacht, welch schreckliche Folgen Nicht-Handeln hätte", sagte Merkel.

Sie sorge sich besonders über eine mögliche Klimaschutzlücke. Das Kyoto-Protokoll als bisher einziges verbindliches Instrument zur Reduzierung der CO2-Emissionen läuft Ende des Jahres aus. Bei der nächsten UN-Klimakonferenz in Katar muss geklärt werden, ob es für eine Übergangszeit eine 2. Verpflichtungsperiode geben wird.

Katar: Land mit dem höchsten Pro-Kopf-CO2-Ausstoß

Allerdings umfasst es ohnehin nur noch Staaten, die 15 Prozent der globalen Emissionen ausmachen, darunter die EU-Länder. Bis 2015 soll ein globales Klimaschutzabkommen ausgehandelt werden, was aber erst ab 2020 gelten soll. Merkel, die als Umweltministerin das Kyoto-Protokoll mitausgehandelt hatte, betonte: "Ein verbindliches Regelwerk, das sage ich ganz offen, klingt wie Musik in meinen Ohren."

Auch Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) rief die Staaten zu mehr Einsatz im Kampf gegen die Erderwärmung auf. "Wir wollen dafür sorgen, den internationalen Klimaschutz wieder flott zu machen", sagte Altmaier. Die vergangenen Jahre gehörten zu den wärmsten seit Beginn der Temperaturaufzeichnung, dennoch ist beim Ausstoß von Treibhausgasen keine Trendwende erkennbar.

Katars Vizepremierminister Abdullah bin Hamad Al-Attiyah sprach von schwierigen Verhandlungen, um - wie beim UN-Klimagipfel im südafrikanischen Durban beschlossen - bis 2015 das geplante bindende Weltklimaabkommen zu schaffen. Katar, das Land mit dem höchsten Pro-Kopf-CO2-Ausstoß der Welt, richtet Ende des Jahres den nächsten UN-Klimagipfel aus. "Wie können wir ein Ergebnis erzielen, das für alle Verhandlungspartner akzeptabel ist?" fragte Al-Attiyah mit Blick auf die unterschiedlich ambitionierten Klimaziele der 193 UN-Staaten. Für das öl- und gasreiche Land kündigte er eine Initiative für mehr Energieeffizienz und erneuerbare Energien an.

Grüner Klimafonds

Altmaier nannte als Hauptthemen des zweitägigen Klimadialogs die Probleme, das Zwei-Grad-Ziel noch zu schaffen und die Finanzzusagen für besonders vom Klimawandel betroffene Länder zu treffen. Dazu soll ein grüner Klimafonds geschaffen werden, der ab 2020 mit bis zu 100 Milliarden Dollar jährlich gefüllt wird. Um dessen Sitz bewirbt sich auch Bonn. Bei der Organisation des Klimafonds gibt es aber Verzögerungen. Über den Sitz soll in Katar entschieden werden. Merkel nahm eine Einladung Katars zu dem Klimagipfel reserviert auf. Sie werde das prüfen, aber Altmaier vertrete auch ihre Gedanken.

Altmaier betonte, die Schuldenkrise in Europa dürfe kein Vorwand sein, um bei der Finanzierung von mehr Klimaschutz nachzulassen. Es müssten verstärkt private Investoren gewonnen werden. Klimaschutz dürfe mit Blick auf die Folgen von Nicht-Handeln nicht immer nur als ökonomischer Nachteil gesehen werden. Der Petersberger Dialog, der bei seiner Premiere auf dem Bonner Petersberg stattfand und seit 2011 in Berlin abgehalten wird, dient der Vorbereitung des UN-Klimagipfels. Getagt wird weitgehend nicht-öffentlich, um das Vertrauen zwischen den 35 teilnehmenden Staaten zu erhöhen.

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