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31. Dezember 2007, 13:58 Uhr

Einfach aufhören!

Ab Neujahr ist es so weit, dann tritt in den meisten Bundesländern das umfassende Rauchverbot in Kraft. Die Raucherseele kocht, geht es ihr doch an die Privilegien. stern.de-Autor Björn Erichsen hat da einen recht guten Tipp parat, wie man dem neuen Gesetz mit einiger Gelassenheit entgegen sehen kann.

Auch sie werden aufhören - früher oder später: Zwei überzeugte Raucher bei einer Protestaktion gegen das Rauchverbot in München© Johannes Simon/Getty Images

Pünktlich zum Jahreswechsel sprießen sie mal wieder, die guten Vorsätze. Jene höchst flüchtigen Jahresendzeitphänomene, mit denen doch alles besser werden soll: In den Köpfen purzeln schon die Pfunde, wird Marathon gelaufen und die neue Freundlichkeit geprobt. Und dann ist da auch noch die Sache mit dem Rauchen. Gerade in Zeiten, in denen Raucher ihre Privilegien schwinden sehen und sich über das Rauchverbot die malade Lunge aus dem Hals krakeelen, steht der Kampf gegen das qualmende Laster ganz oben auf den Wunschzetteln für das neue Jahr.

Schon in normalen Zeiten ist Rauchentwöhnung so etwas wie ein deutscher Volkssport: Jeder dritte Raucher hierzulande - also rund sieben Millionen Menschen - versucht sich mindestens einmal im Jahr am Rauchstopp. Doch meist noch bevor Sellerie und Fit-Vital-Drink in den Untiefen des Kühlschranks verschwinden und die Langlaufpläne auf das nächste Jahr geschoben werden, brennt schon wieder die Lunte. Gerade einmal jeder Fünfte schafft die ersten vier Wochen, nur jeder 20. kommt rauchfrei durch das erste Jahr. Manchen ist das herzlich egal, sie rauchen einfach weiter, um es irgendwann wieder zu probieren. Andere hingegen sind regelrecht verzweifelt: "Werde ich es jemals schaffen?"

Der Kick im Raucherhirn

Die Sucht nach der Zigarette ist so tückisch, weil sie gleich im Doppelpack daherkommt, Rauchen macht physisch und psychisch abhängig. Nach dem Lungenzug braucht das Nikotin nur sieben Sekunden, um für Partystimmung im Raucherhirn zu sorgen: Endorphin, Dopamin, Noradrenalin, rund ein gutes Dutzend "Glückshormone" tanzt durch die Hirnwindungen und sorgt für jene Wirkung, die der Raucher an seinem Laster liebt: Die Zigarette beruhigt oder regt an, hilft Aggression abzubauen, macht Stress leichter erträglich. Klingt super, macht aber schnell abhängig. Und schon nach kurzer Zeit wächst die Gier, da sich die Nikotinrezeptoren vervielfachen.

Die ewige Gewohnheit

Hartnäckig wird die Sucht durch die ewige Gewohnheit: Die Kippe zum Kaffee, beim Autofahren, in Pausen, nach dem Essen, nach dem Sex - wie sehr diese Ritualzigaretten den Alltag eines Rauchers bestimmen, merkt der erst, wenn er nicht mehr raucht. Körper und Geist treiben dabei ein perfides Doppelspiel: Der Glückskick im Hirn ist fest mit der Tätigkeit des Rauchens verbunden, Feuerzeug raus, Zigarette an - und schon gibt es ein Leckerli fürs Hirn. Dieses Verhalten gräbt sich tief in das Suchtgedächtnis ein: Jemand, der täglich 20 Zigaretten einsaugt, wiederholt 7300 Mal im Jahr die Erfahrung, dass Rauchen eine beglückende Tätigkeit ist.

Bevor man in die Schlacht gegen die Sucht zieht, ist es sinnvoll, sich ein paar Gedanken zu machen: Ist der Zeitpunkt gut gewählt? Habe ich einen Ausgleich für die erste, schwierige Zeit ohne Zigarette? Vor allem aber: Will ich wirklich aufhören? Fast jeder Raucher - so überzeugt er auch tut - möchte aufhören, doch ein bösartiges Gefühl steht dem entgegen: Angst. Hätte, würde, könnte - unterhalten Sie sich mal mit einem Raucher übers Aufhören, ihnen werden die Konjunktive nur so um die Ohren fliegen. Denn da gibt es so ein leises Stimmchen, das dem Raucher permanent souffliert, dass sich der Alltag nur dann bewältigen lässt, wenn ab und an die Lunte brennt. Nur wer sich diese Angst bewusst macht und sich über sie erhebt, hat eine Chance. Jeden Alibi-Versuch bestraft die Sucht im Handumdrehen.

Gut ist, was zum Ziel führt

Die Palette der Entwöhnungshilfen ist vielfältig und bunt: Manche schwören auf Akupunktur oder Hypnose, andere saugen am Lungentrainer oder werfen Raucherpillen ein, an der alternativen Front knabbert man an der asiatischen Kudzu-Wurzel oder klopft sich rauchfrei mit Meridian-Energie-Techniken. Unzählige Ratgeber locken mit vollmundigen Erfolgsprognosen: Ganz entspannt Nichtraucher werden in 14, 7 oder nur 2 Tagen, wie hätten Sie es den gern? Wissenschaftlich fundiert sind letztendlich nur zwei Methoden: der Nikotinersatz über Pflaster, Kaugummi oder Inhalator und die Verhaltenstherapie. Beide weisen Erfolgsquoten von etwa 15 Prozent auf, in Kombination sogar das Doppelte. Angesichts der sonstigen Chancen der Ferrari unter den Entwöhnungshilfen. Letztendlich ist der Umgang mit Hilfsmitteln pragmatisch zu betrachten: Gut ist, was zum Ziel führt.

Nun ist Raucher nicht gleich Raucher. Zwischen dem gemütlichen Genussmenschen, der sich nach Feierabend mal eine ansteckt und dem exzessiven Suchtraucher liegen mindestens 20 Zigaretten täglich. Und so unterschiedlich wie das Rauchverhalten kommt auch der Ausstieg aus der Sucht daher. "Ich habe einfach die letzte Zigarette ausgedrückt und danach nie wieder an das Rauchen gedacht", solche Geschichten erzählen manche Ex-Raucher ganz gern und ernten dafür ungläubiges Staunen von der großen Mehrheit, bei der es doch so anders läuft: schmerzhaft, rumpelig, kein bisschen elegant.

Schizophrenie in der Akutphase

In den ersten Tagen nach der letzten Zigarette herrscht absoluter Ausnahmezustand: Unruhe, Nervosität, Reizbarkeit. Es ist völlig unmöglich, einen klaren Gedanken zu fassen. Suchtattacken im Minutentakt, die Zeit wird zum Feind, jede Minute muss mühsam dem Zifferblatt abgerungen werden. Das Raucherhirn schmiedet im Alleingang Rückfallpläne, der Neid brennt lichterloh, jedem Raucher wird die Kippe aus der Hand gegiert. Hat das Leben ohne Zigaretten irgendeinen Sinn?

Doch die Akutphase ist eine Zeit der Schizophrenie, denn gleichzeitig passiert gar Wundersames. Der Körper bedankt sich dafür, dass die tägliche Giftration nun wegbleibt: besser riechen, besser schmecken, tief durchatmen. Bei ehemals starken Rauchern erhöht sich die Lungenfunktion um bis zu 30 Prozent, ein größerer Effekt, als ihn ein Radrennfahrer mit illegalem Eigenblutdoping erreicht! Vor allem aber wächst die Euphorie, der knackfrische Ex-Raucher klopft sich durchgehend auf die Schulter und redet praktisch über nicht anderes mehr. Gespräche mit Gerade-Abstinenten sind fürchterlich monoton.

"Eine ist keine"

Ist der Ausnahmezustand vorbei, so etwa nach zwei bis vier Wochen, geht es "nur" noch darum, das Erreichte zu verwalten. Doch das hat so seine Tücken: Es fehlen die großen Schlachten, es lassen sich keine glorreichen Siege mehr einfahren, Normalität kann ja so langweilig sein. Das Gefühl der Kontrolle nährt die Selbstzufriedenheit: "Ich habe doch alles im Griff, da kann eine doch nicht schaden", flüstert die Sucht, die noch lange nicht besiegt ist. Doch "Eine ist keine", ist ein fürchterlich dummes Sprüchlein und nur zu oft Prolog zur alten Gewohnheit.

Dem Scheinriesen auf die Pelle rücken

Erst nach mehreren Monaten kann man so langsam Entwarnung geben: Der Ex-Raucher kommt sich nun fürchterlich dumm vor, dass er sich so lange von der Sucht hat knechten lassen. Geradezu bizarr wird der Gedanke an die Angst, die er vom Aufhören hatte. Die Sucht ist ein Scheinriese, so wie Herr Tur Tur aus der Augsburger Puppenkiste, der kleiner wird, je näher man ihm auf die Pelle rückt. Die Entscheidung für ein Leben ohne Zigarette ist die Entscheidung zu einem gesünderen, bewussten, ja besseren Leben. Für den nächsten Jahreswechsel kann man sich also etwas anderes vornehmen, abnehmen zum Beispiel, denn ein paar Pfunde nimmt fast jeder Ex-Raucher zu. Über die Aufgeregtheiten in Rauchverbotsdebatten kann man ohnehin nur noch müde lächeln.

Björn Erichsen

Auferstanden aus der Asche

Auferstanden aus der Asche Am 1. Mai 2006 hat sich Björn Erichsen die letzte seiner rund 120.000 Zigaretten angezündet und über den Entzug in einem Tagebuch auf stern.de berichtet. Suchtattacken, Wutausbrüche, Speck auf den Hüften, selbst die Liebe birgt bei der Rauchentwöhnung Gefahren - umfassender als in seiner Online-Kolumne beschreibt Erichsen seinen Weg von einem "alten Suchtknochen zu einem (meistens) lebensbejahenden Nichtraucher" in seinem Buch "Auferstanden aus der Asche".

Auferstanden aus der Asche Erschienen im Rowohlt-Verlag; 8,95 Euro
ISBN: 3499623315

 
 
KOMMENTARE (10 von 15)
 
Leosline (03.01.2008, 13:45 Uhr)
sehr geehrter herr erichsen,
ich möchte ihnen zu diesem wirklich toll geschriebenen bericht gratulieren!
ich selbst habe am 06.08.2006 mit dem rauchen aufgehört, und ihr bericht beschreibt meine persönlichen empfindungen und erlebnisse damals zu fast 100%! in jedem 2. satz konnte ich mich selbst wiedererkennen......toll geschrieben!
ich habe 16 jahre lang geraucht.....die ersten 10 jahre davon sogar mit "genuß"......mir war meine cigarettenmarke wichtig (statussymbol), mir war mein zippo wichtig (coolness).
aber mit dem alter kam die erkenntniss.....rauchen ist garnicht so cool......husten und schleimiger auswurf am morgen sind nicht besonders sexy........nächtliche suchtfahrten zur tankstelle und der tägliche zwang ein produkt kaufen zu MÜSSEN haben nichts mit der versprochenen "freiheit" zu tun, sondern sind genau das gegenteil = versklavung & abhängigkeit!
Eisenbaer (01.01.2008, 15:01 Uhr)
Entweder man will aufhören und hört auf oder… nicht.
Den Zeitpunkt das Rauchen aufzugeben hatte ich mir für den Beginn des Jahres 1992 gesetzt. Kurz nachdem ich den Entschluss überdacht hatte, kam mir der Gedanke „warum fängst Du nicht gleich damit an?“ Gedacht, getan: Also habe ich kurz vor Weihnachten 1991 von einem Augenblick auf den nächsten damit aufgehört, alle Raucherutensilien zerstört und mich dem „Cold Turkey“ hingegeben.
***
Die nächsten Wochen und Monate habe ich Tagebuch geführt und mich viel an der frischen Luft bewegt. Bewegung ist sehr hilfreich, hilft es doch die Lungen „gut durchzulüften“ und man kommt nebenher auf andere Gedanken. Und man kann einen Teil des „Entzugsdrucks“ in Bewegung umsetzen. Bewegung ist gut, in der Ecke sitzen und grübeln dagegen schädlich. - Als bestes Ersatzritual kann ich das Trinken von einigen Schlucken Mineralwasser empfehlen, zum einen trinkt man meist eh zu wenig, zum anderen ist das Perlen der Kohlensäure auch ein Genuss und dieser wird zudem ohne Kalorienzufuhr erkauft.
***
Am eindruckvollsten war das Erlebnis im alt gewohnten Freundeskreis. Nachdem ich dort erzählt hatte jetzt zu den Ehemaligen-Rauchern zu gehören war auf Noch-Raucher-Seite eindeutig Schluss mit lustig. Erzähle mir keiner was über „Toleranz von Rauchern“, die gilt nur gegenüber den Leidensgenossen. Nur wer wie alle anderen Raucher bis zum Hals in derselben Sch…e steckt, bekommt das was der Raucher für Toleranz hält entgegengebracht. „Aussteiger“ hingegen werden emotional massiv unter Druck gesetzt und es wird mit allen Mitteln versucht jene wieder zurück in die alte Sch…e zu holen. Was der Raucher als Stärke interpretiert, empfindet der Nichtraucher nur als das, was es in Wahrheit ist: ein weiteres Zeichen von Schwäche.
***
Alles in allem war das Erfolgreich-Aufhören alle Mühen wert. Ich empfinde es nach all den Jahren immer noch als eine Befreiung. Und ich habe in der Zeit danach mehrere Dutzend Mitmenschen von der Richtigkeit dieses Tuns überzeugen können. Mit dem Aufhören wird auf einmal die Welt als viel größer und weiter und offenherziger empfunden; sage mir keiner, dass Rauchen nicht der Psyche schade. Nach dem Aufhören kann man seine Umwelt wieder riechen, kann die Nahrung wieder schmecken ohne vorher exzessiv mit dem Gewürzstreuer gearbeitet zu haben und spürt den leisen Luftzug auf der Wange. Alle Sinne beleben sich mit der Zeit wieder und die Gefühle (alle Gefühle!!) werden weitaus intensiver erlebt als vorher, d. h. während der Raucherphase empfunden.
***
Raucher glauben zwar Genussmenschen zu sein, aber nur der Ex-Raucher weiß, dass das nichts als Selbstbetrug ist und das Gegenteil wahr ist. Raucher sein, bedeutet auf gut 50% der Welt zu verzichten, bedeutet allenfalls die Hälfte der Freuden des Lebens zu genießen. Den Kick den der Raucher nur bei dem Einatmen des Nikotinrauchs empfindet, erlebt der Nichtraucher mit jedem Atemzug.
Daisan (01.01.2008, 14:20 Uhr)
Seit 14 Monaten Nichtraucher !
Hallo zusammen,
mir hat es schon seit langem gestunken mit meiner Raucherei - auch wenn ich "lediglich" 7 bis 10 Zigaretten (selbstgedrehte) geraucht habe.
Aus eigener Erfahrung und einigen gescheiterten Versuchen in den Jahren zuvor mit dem Rauchen aufzuhören weiss ich daß es erst dann höchstwahrscheinlich "klappt" wenn ein, zwei fundamentale Bedingungen erfüllt sind:
1. Du, der Raucher MUSS zu der tiefen Einsicht gelangen, daß die vermeintliche Zigarette nach dem Kaffee, Essen, Sex, Geschäft oder sonstigem KEIN liebgewordenes Ritual oder Genuss ist sondern BLANKE SUCHT und ALLES was man sich und anderen über das "Genussrauchen" (nur die anderen sind ja süchtig, man ist ja selbst stets kontrolliert und raucht ja "ritualisiert") ist absoluter Humbug.
Man raucht, so die Erkenntnis, nur aus einem Grunde: Weil man es sich angewöhnt hat und nun nicht mehr davonkommt.
So lief das bei mir - irgendwann sah ich in den Spiegel und habe schonungslos zu mir selbst gesagt:
"Du rauchst nicht aus Genuss, Du rauchst weil Du süchtig bist, Arschloch."
Wenige Wochen später hatte ich eine ziemliche Grippe mit Fieber und Bronchitis - konnte nicht rauchen weil ich mich sonst kaputtgehustet hätte - und liess es aufgrund dieser Gelegenheit sein.
Ich gebe ehrlich zu, daß ich die ersten drei Monate sehr zu kämpfen hatte, auch habe ich 8 kg zugnenommen - trotzdem habe ich es sein lassen und bin heute übern Berg mit dem Rauchen.
Meine Frau und meine Tochter danken es mir (auch wenn ich zuhause nie geraucht habe).
Letztendlich hilft einem nur Einsicht, Entschlossenheit und langfristige Willenskraft um die kritischen ersten Monate zu überstehen. Danach allmählich entwöhnt sich Körper und Psyche und man braucht es nicht mehr.
Gelüste auf das Rauchen habe ich inzwischen so gut wie keine mehr.
Gottseidank.
Ich wünsche allen alles Gute, die es versuchen und drücke ihnen die Daumen dass es gelingt.
Beste Grüsse
Daisan
Nobbidick (01.01.2008, 02:03 Uhr)
Es Geht !
Am 18.03.2007 habe ich von heute auf morgen mit dem Rauchen augehört, nach zuletzt 60 Zigaretten Tägl. habe ich bis heute keine Entzugserscheinungen, ehrlich, ich kann selbst immer noch nicht glauben, das ich das geschafft habe.
Meiner Lebensgefährtin habe ich am 18. März aus Spass gesagt das ich keine Zigaretten mehr kaufen wolle,
das Gelächter meiner Lebensgefärtin klinkt mir auch heute noch in den Ohren, das gute an der sache ist , das meine Freundin ebenfalls aufgehört hat zu rauchen, allerdings mit erheblich mehr Problemen wie ich.
Ich wünsche allen ein Frohes, Gutes und Gesegnetes neue Jahr, mögen eure Wünsche wahr werden.
Nobbidick
Kaleika (31.12.2007, 20:40 Uhr)
Ein starker Wille tut gut!
Im Kommenden April ist es drei Jahre her, dass ich die letzte Zigarette geraucht habe - nach 33 1/2 Jahren von heute auf morgen aufgehört.
Nur in den Schwangerschaften und Stillzeiten hatte ich - für meine Kinder - die Finger vom Glimmstengel gelassen.
Schon Jahre dachte ich, dass ich eigentlich nicht mehr rauchen will, es uneigentlich jedoch nicht aufgeben mochte. Morgens widerte mich die Vorstellung von einer Zigarette an, hustete ich und ich kotzte mich selbst dafür an, mir unbedingt eine anstecken zu müssen.
Irgendwann fragte ich mich, ob ich nicht auch für mich selbst tun könnte, was ich für meine Kinder geschafft habe. Es empörte mich auch über die Maßen, das in die Zigaretten extra krebserregende Suchtmittel gepumpt werden dürfen, die uns abhängig machen sollen. Nee, an mir soll sich niemand so perfide bereichern können! Außerdem wollte ich nicht mehr von etwas abhängig sein!
Obwohl ich nicht wirklich daran glaube, machte ich mir mit Hilfe des Mondkalenders den Tag ausfindig, der am günstigsten dafür sein sollte, mit einer Schwäche aufzuhören. Es war der 08.April. Allen habe ich Wochen zuvor erzählt, dass ich an diesem Tag aufhören werde und es "einfach" getan. Natürlich war ich gereizt, wollte mir oft eine anzünden. Wenn es so weit war, dann gestattete ich mir mein Lechzen nach Nikotin und erinnerte mich selbst daran, was ich mir schließlich vorgenommen hatte. Damit komme ich klar. Noch bis vor einem halben Jahr wachte ich schweißgebadet morgens auf, weil ich geträumt hatte, ich hätte heimlich geraucht.
Inzwischen habe ich meine Gedanken "umgepolt". Ich gucke keinem Raucher mehr "neidisch" hinterher, sondern denke mir dazu: "Dampfender, stinkender Schlot!"
Leider habe ich zugenommen. Aber das ist nach einer solchen Umstellung kein Wunder. Die Kilos werde ich schon wieder abtragen, wenn die Zeit dafür reif ist. Schließlich habe ich einen starken Willen!
evawestermann (31.12.2007, 19:36 Uhr)
auchen
Ich habe mit einer Gruppe aufgehört.
Vieles ist mir klar geworden nach 35 Jahre Raucherei. Als Raucher muß mann wissen, daß man abhängig ist. Es ist ein Sucht. Warum sollte ein ekelhaftes Ding schmecken? Schmeckt nicht, riecht schlecht, aber man brauch es, weil man süchtig ist. Alles andere ist Lügerei. Gänsebratenschmckt mir auch, trotzdem muß ich nicht jeden Tag essen. Problemraucher: die Problemen werden nicht durch rauchen gelöst. Wir hatten eine rückfällige Frau, die nach 1 Woche abstinenz wieder angfangen hatte, weil ihre Tochter sitzengeblieben war. Es war ein Problem.Mit dem Rauchen wurde aus 1 Poblem 2.
Man ist soooooooo frei, wenn man nicht rauchen m u ß !!!!!
stwberlin (31.12.2007, 19:18 Uhr)
Feinstaubbelastung
Endlich saubere Luft in Deutschland :-)
In Anbetracht der aussergewöhnlichen Feinstaubbelastung muss man nun konsequenterweise auch das Feuerwerk zum nächsten Sylvesterabend verbieten.
Desweiteren gehören Automobile, die nicht mindestens nach Euro-4-Norm fahren, verschrottet (natürlich NICHT in andere Länder verkauft - sondern verschrottet - sonst schädigen die uns ja weiterhin damit !).
Zwecks Vermeidung von unnötigen Methanausdünstungen muss die Rinderzucht abgeschafft - oder zumindest mit harten Auflagen für Absauganlagen versehen - werden.
Auch Osterfeuer gehören selbstverständlich verboten.
Binnenschiffe und Transit-LKW ohne Dieselpartikelfilter gehören wohl ohnehin diskussionslos stillgelegt.
Ältere Kohlekraftwerke müssen natürlich sofort abgeschaltet werden. Klar ... Licht-Substitution durch Kerzen (nur, weil etwas Strom fehlt) gehört auch untersagt.
Schliesslich greifen hier überall die selben Argumente wie bei der (Nicht-)Raucherdebatte.
Willkommen in der doppelplussauberen Umwelt !
tricky_dude (31.12.2007, 18:33 Uhr)
Ja Ja die süchtigen Rentner..
Da muß man dringend was tun, geht ja nicht daß die alten Leute sich die Gesundheit ruinieren. Da können sie ja nicht mehr ihren wohlverdienten Platz im Seniorenlag..., Sorry, ich meinte Altenstift genießen, gell?
Ans Bett gefesselt und mit geilen Drogen, damit sie nicht stören...
Respekt Herr Altkanzler und guten Rutsch!!
Diaula (31.12.2007, 18:09 Uhr)
Und dem Altkanzler Schmidt ....
.. sollte man die Rente kürzen.
Der qualmt immer noch wie ein Schlot. Bringt ja mit seinem Verhalten alle Voraussagen der "Wüssenschaftler" ins Wanken, der Mann.
Diaula (31.12.2007, 18:05 Uhr)
Da jetzt nicht mehr geraucht werden darf ...
... und infolgedessen die Lebenserwartung nochmals drastisch ansteigen dürfte, schlage ich vor, das Renteneintrittsalter auf 75 Jahre anzuheben.
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