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9. Juni 2008, 07:19 Uhr

NPD in allen Kreisparlamenten

Rechtsruck in Sachsen: Die rechtsextreme NPD ist nach der Kommunalwahl in dem Freistaat erstmals in allen Kreisparlamenten vertreten. In einem Kreis erzielte sie sogar ein besseres Ergebnis als die SPD.

Ein Wahlplakat der rechtsextremen NPD hängt im sächsischen Schlottwitz an einem Laternenmast© Norbert Millauer/DDP

Die rechtsextreme NPD wird nach der Kommunalwahl in Sachsen erstmals in alle Kreisparlamente einziehen. Sie kam im Landesschnitt bei den Kreistagswahlen auf gut fünf Prozent, wie das Statistische Landesamt in Kamenz mitteilte. Damit hat die NPD ihr Ergebnis von vor vier Jahren, als sie 1,3 Prozent der Stimmen erhielt, etwa vervierfacht. Nach Angaben aus den Kreisen werden die Rechtsextremen in den zehn neuen Kreisparlamenten insgesamt mehr als 40 Sitze haben. Bislang verfügt die Partei über insgesamt 18 Sitze.

Am besten schnitt die NPD im neu gebildeten Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge ab, wo sie mit 7,5 Prozent der Stimmen sogar ein besseres Ergebnis als die SPD erzielte, die auf 7,4 Prozent kam. Auch bei der dortigen Landratswahl schnitt der Bewerber der NPD mit 7,5 Prozent noch etwas besser ab als der SPD-Kandidat, der lediglich 7,4 Prozent der Stimmen auf sich vereinte.

Die NPD war erstmals in allen zehn neuen Kreisen angetreten und hatte in sieben Kreisen auch eigene Kandidaten bei den Landrätewahlen ins Rennen geschickt, die zwischen fünf und 7,6 Prozent der Stimmen erreichten. Die NPD ist in Sachsen seit 2004 auch im Landtag vertreten.

CDU geht als Sieger hervor

Von den großen Parteien geht unterdessen die CDU als Sieger der Kommunalwahlen hervor: Sowohl bei der Wahl der zehn neuen Kreistage, der zehn Landräte sowie der Bürgermeister dominierte die Union. Sie brachte auf Anhieb in sechs von zehn Kreisen ihre Landratskandidaten durch. Zudem stellt sie 123 von 282 gewählten Bürgermeistern. Das Ergebnis der Kreistagswahl wird erst im Laufe des Montags feststehen, die Auszählung wurde in der Nacht unterbrochen. Nach Auszählung in 507 von 509 Gemeinden kam die CDU auf 39,5 Prozent der Stimmen und übertraf damit ihr Ergebnis der Wahl in den alten Kreisen und kreisfreien Städten von 2004 (38,4).

Die Linke fuhr bei den Landratswahlen in neun von zehn Kreisen das jeweils zweitbeste Ergebnis ein. Nur im Landkreis Leipzig, wo die bislang einzige SPD-Landrätin antrat, konnten die Sozialdemokraten vor den Linken den zweiten Platz belegen. Bei den Wahlen zu den Kreistagen lagen die Linken kurz vor Ende der Auszählung bei 18,7 Prozent und dürfte damit im Vergleich zu 2004 - damals noch PDS - (21,6) eingebüßt haben. Die Wählervereinigungen wurden bei 12,1 Prozent (10,1) gesehen. Rang vier belegte die SPD mit 11,5 Prozent (13,6). Die FDP kam auf 8,3 Prozent (7,2).

Bei der mit Spannung erwarteten Oberbürgermeisterwahl in der Landeshauptstadt Dresden erzielte die CDU einen für sie wichtigen Etappensieg: Sozialministerin Helma Orosz holte 47,6 Prozent der Stimmen und ließ ihre sieben Konkurrenten weit hinter sich. Damit hat die CDU-Politikerin gute Chancen, im zweiten Wahlgang in 14 Tagen Dresden für die Union zurückzuerobern. Einen zweiten Landratswahlgang gibt es für die Kreise Leipzig, Görlitz, Nordsachsen und Erzgebirgskreis. Zudem stehen nochmals 41 Bürgermeisterwahlen an.

Die Wahlen galten als Stimmungstest für die CDU/SPD-Koalition in Sachsen rund 15 Monate vor der Landtagswahl. CDU-Ministerpräsident Georg Milbradt war Ende Mai zurückgetreten, sein Nachfolger auch im Amt des Parteichefs wurde Stanislaw Tillich. Die Kommunalwahlen waren im Zuge der Kreis- und Verwaltungsreform notwendig. Zum 1. August verringert sich die Zahl der Kreise von 22 auf 10. Von sieben kreisfreien Städten bleiben nur noch Chemnitz, Dresden und Leipzig übrig. Gleichzeitig erhalten die Kommunen mehr Zuständigkeiten für eine Reihe von Aufgaben.

Insgesamt konnten rund 2,9 Millionen Wahlberechtigte über Kreistage und Landräte abstimmen. Zudem wurden in 323 Städten und Gemeinden Bürgermeister gewählt. Die Wahlbeteiligung sollte erst nach Ende aller Auszählungen mitgeteilt werden. 2004 lag sie bei 46 Prozent.

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 40)
 
Pamela_1971 (09.06.2008, 18:09 Uhr)
@ eltalein
Weder gibt es irgendein von Ihnen herbei halluziniertes Sonderstrafrecht speziell für "türkische" GewalttäterInnen, noch auch nur die aller geringste Rechtfertigung dafür, eine Nazi-Partei zu wählen (die im übrigen selbst jede Menge Kriminelle und verurteilte StraftäterInnen in ihren Reihen hat - schon von daher ist Ihr Argument falsch). -- Und, noch einmal: in Sachsen gibt es fast gar keine "AusländerInnen"... (gerade mal 2 Prozent)...
Master_Of_Disaster (09.06.2008, 18:05 Uhr)
@alko6
Ok, in Sachen "nicht alles schlecht" stimme ich Ihnen bedingt zu, aber ich möchte nie mehr in einem Land ohne Meinungsfreiheit leben. Auch zu Frau Merkel und ihrer FDJ-Vorgeschichte habe ich eine entsprechende Meinung. Und: auch ich brauche keinen Besser-Wessi od. auch -Ossi der mir sagt wo´s lang geht.
...
Aber: Wer aus Protest und, somit m.E. ohne Hirn, derartige linke oder rechte "Randgruppen" wählt, hat im Geschichtsunterricht gepennt und tritt seine eigenen Rechte und die Demokratie mit Füßen.
Administrator (09.06.2008, 17:58 Uhr)
Liebe User,
vielen Dank für Ihre Diskussion. Da diese leider zunehmend unsachlich und am Thema des Artikels vorbei geführt wird, schließen wir diese nun.
Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
Alko6 (09.06.2008, 17:47 Uhr)
Master_Of_Disaster
Eins will ich ihnen sagen. Ich habe die DDR von der Gründung an miterlebt, bin aufgewachsen usw. Klar waren die Zeiten nicht die Besten. Man mußte überlegen was man sagt, damit man nicht abgeht. Aber verteufeln tuh ich diese Zeit auch nicht. Denn wir mußten damit umgehen u. mit ihr leben. Wir haben alle darunter gelitten. Nur wie viele sogenannten Westdeutsche, die uns sagen wollen was richtig oder falsch ist, wissen gar nicht von was sie sprechen, da viele von ihnen auch verstrickt waren mit der Staatssicherheit. Nach der Wende hat die CDU, die SPD, die Grünen u. auch die FDP die Parteimitglieder aller Parteien aus der DDR übernommen. Die SED hat probiert über angebliche Regenerierung sich neu zu profelieren u. hat es fast geschafft. Das nun die SPD, CDU, Grünen u. FDP nicht in der Lage sind die Regierung richtig zu führen, das wissen wir alle, weil wir durch die Politiker nur belogen werden. Die sehen nur ihre Gehälter u. Pansionen. Das ist eben die Quittung dafür. Wenn sich nichts ändert, dann wird es so auch nächstes Jahr in ganz Deutschland so aussehen. Eigentlich ist eine Wahl unter 50% Beteiligung sowieso ungültig, nur das interessiert niemanden. Nur eine DDR will ich auch nicht mehr haben.
Master_Of_Disaster (09.06.2008, 17:37 Uhr)
Apropos:
"Die Politiker sind an allem Schuld" ... Wer wählt die denn? Das es anders auch geht, haben einige 1989 vorgemacht! Aber ich gebe zu, dass ich gelegentlich auch nach dem Prinzip des "geringeren Übels" entscheide.
eltalein (09.06.2008, 17:33 Uhr)
Die Linken-Gutmenschen können......
hier so viel schimpfen wie sie lustig sind.
Solange Deutsche "Täter-Schutz-Richter" türkische Serien-Täter, wie zB. den Koma-Schläger aus Köln immer wieder ohne Strafe laufen lassen und solange kriminelle Ausländer-Banden, ohne Skrupel und Respekt vor unseren Gesetzen , in Ost-Deutschen Städten Lokale stürmen und einfach Menschen erschießen,...wen wundert es da, dass die Menschen wütend sind und "Rechts" wählen.
Master_Of_Disaster (09.06.2008, 17:22 Uhr)
@alko6
Habe ich da richtig gelesen: ... auf die Linke können nur welche schimpfen, die nicht in der DDR gelebt haben ... und ... Linke nicht so schlimm wie alle denken ... ?
Ja, wo leben Sie denn?
Ich durfe die DDR von innen erleben!
Haben Sie Frau Pau, oder denn Herren Lafontaine und Gysi mal zugehört oder die Arbeit von Herrn Gysi als Senator in Berlin betrachtet? Zugegeben, da mußte man schnell sein, weil er´s nicht lang durchgehalten hat!
Da wird mir übel! Die versprechen nur unhaltbaren und unfinanzierbaren Schwachsinn, bis sie an die Macht kommen, um dann, wie die "bösen" Kapitalisten mitzunehmen was sie fassen können.
Klaus_P (09.06.2008, 17:15 Uhr)
Also ich finde es ja viel schlimmer
dass die CDU noch soviele Stimmen bekommen hat. Das was ein Herr Schäuble anrichtet kann die NPD mit den paar Stimmen niemals hinkriegen.
Ein Sprichwort sagt ja: "Fürchte nicht deine Feinde, fürchte deine Freunde!" und wenn ich ehrlich bin, vor den Ansichten eines Herrn S. habe ich wirklich Angst. Und das wohl zurecht.
nightmare_online (09.06.2008, 16:32 Uhr)
Wähler wählen, nicht Politiker
Ich finds immer wieder erstaunlich wenn jeder, aber auch jeder dafür verantwortlich gemacht wird, das die Braunen sich in Ossiland ausbreiten. Jeder. Ausser denen, die die Nazis wählen. Dabei ist es ganz banal: Wer braun wählt, IST auch braun.
@vegefranz: ROTFL, es wird langsam langweilig mit Ihren immer gleichen Worthülsen. Oder streben Sie einen Preis an für die meisten Wiederholungen des gleichen Beitrages? So 2 Dutzend müssten Sie soch inzwischen - mindestens - zusammenhaben.
Pamela_1971 (09.06.2008, 16:27 Uhr)
@ vegefranz
Warum verfassen Sie nicht einfach mal einen Standard-Text (eine Zeile genügt: "Linkspartei=NPD=SED=Stasi=alles das selbe"), den Sie dann einfach bei Bedarf kopieren und unter den jeweiligen Artikel posten? Sie sagen nämlich immer exakt das gleiche, und Copy & Paste würde da einiges an Zeit sparen ;-)
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P.S.: dass die NPD angeblich von der Presse "totgeschwiegen" wird, wirkt ausgerechnet unter einem Artikel, der sich nur mit der NPD und ausschließlich mit den aktuellen Wahlerfolgen der NPD befasst, doch etwas absurd ;-)
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Mal ganz davon abgesehen, dass bei Ihren vordergründig "gegen alle Extremisten" gerichteten Postings immer unterschwellig eine gewisse Verärgerung über eine angeblich "ungerechte Behandlung" der NPD mitschwingt... die Linke wird angeblich umworben, auf Rosen gebettet und "hofiert" (das genaue Gegenteil ist tatsächlich gerade der Fall...) und die arme NPD wird "totgeschwiegen", "geschnitten" etc. Das ist Ihr ewig gleiches Mantra, und das wiederum könnte direkt von der NPD selbst sein. Ich nehme Ihnen jedenfalls kein bisschen ab, dass Sie tatsächlich eine geistige/politische Äquidistanz zu *beiden* Parteien (Linke / NPD) haben :-)
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