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28. September 2011, 06:20 Uhr

Achtung, die Piraten kommen!

Nun haben die Piraten die FDP auch bundesweit überholt - und springen locker über die Fünf-Prozent-Hürde. Das offenbar entscheidende Wahlmotiv: Protest.

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Bunte Truppe: die Abgeordneten der Piratenpartei im Berliner Landesparlament© Foto: Hannibal dpa/lbn

Nach ihrem Überraschungserfolg bei der Berlinwahl stoßen die Piraten auch bundesweit auf großes Interesse. Im neuen stern-RTL-Wahltrend geben 7 Prozent aller Befragten an, für die Newcomer zu stimmen, wenn jetzt Bundestagswahl wäre. Forsa-Chef Manfred Güllner hat einen derartigen Erfolg einer Partei aus dem Nichts wie bei den "Piraten" noch nicht gesehen: "Selbst die Grünen brauchten nach ihrem ersten Antreten zur Europawahl 1979 vier Jahre, bis sie in den Bundestag kamen."

Die FDP verliert dagegen im stern-RTL-Wahltrend einen Punkt und fällt mit 2 Prozent auf einen Tiefstand. Während die Union unverändert bei 31 Prozent liegt, gewinnt die SPD einen Punkt und erreicht 29 Prozent. Die Grünen büßen einen Punkt auf 19 Prozent ein, die Linken verlieren 2 Punkte und kommen auf 7 Prozent.

Das Regierungslager aus Union und Freidemokraten liegt zusammen mit 33 Prozent jetzt 15 Prozentpunkte hinter einem grün-roten Bündnis, das gemeinsam auf 48 Prozent kommt.

Den Tiefstand der FDP führt Güllner auf die Nachwirkungen der Berlinwahl zurück, bei der die Freidemokraten den Wiedereinzug ins Landesparlament verfehlten. "In den nächsten Wochen", so Güllner, "kann sich die Partei aber erholen."

Der typische Piraten-Wähler

Nach einer weiteren stern-Umfrage erfüllen die Piraten für die Deutschen die Rolle einer Protestpartei. Nur 6 Prozent sagen, sie würden wegen ihrer politischen Ziele gewählt.

84 Prozent der Befragten sehen in den Piraten-Anhängern Wähler, die zu den anderen Parteien kein Vertrauen mehr haben. Immerhin 38 Prozent der Deutschen geben an, das politische Programm der Newcomer zu kennen. Sie nennen an erster Stelle die "Freiheit im Internet", gefolgt von "mehr Bürgerbeteiligung" und der Forderung nach mehr "Transparenz". Überraschend ist die parteipolitische Herkunft der Piraten-Anhänger. Nur 11 Prozent derer, die jetzt der Partei ihre Stimme geben würden, haben bei der Bundestagswahl 2009 grün gewählt. Die meisten kommen aus dem Regierungslager: 16 Prozent hatten die Union gewählt, 13 Prozent die FDP. Unter den SPD-Wählern sind es 10 Prozent. 30 Prozent waren Nichtwähler oder noch nicht wahlberechtigt.

Derzeit würden vor allem Männer unter 45 Jahren für die Piratenpartei stimmen, darunter in erster Linie Schüler und Studenten sowie Arbeiter und Angestellte.

Trittin als Grünen-Spitzenkandidat?

Der stern beschäftigte sich in einer weiteren Umfrage mit dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Jürgen Trittin. Gefragt, ob er der richtige Spitzenkandidat für die Bundestagswahl 2013 wäre, antworteten 40 Prozent der Deutschen, dass es einen besseren Kandidaten für die Grünen gebe. 37 Prozent plädierten für Trittin. Während mehr als die Hälfte SPD- und Linken-Anhänger Trittin für den richtigen Mann hielten, waren es unter den Grünen lediglich 46 Prozent.

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mw/joz
 
 
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