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Salafist ruft zu Anschlag auf Atombombenlager auf

Silvio K. wird mit Haftbefehl gesucht. Der Salafist aus Sachsen hat sich offenbar den IS-Extremisten angeschlossen und ruft nun zu Attentaten in Deutschland auf - auch gegen ein Nuklearwaffendepot.

  Wird laut Medienberichten als Anschlagsziel genannt: Der Fliegerhorst Büchel mit dem angrenzenden Depotgelände, auf dem von den USA auch Atomwaffen gelagert werden.

Wird laut Medienberichten als Anschlagsziel genannt: Der Fliegerhorst Büchel mit dem angrenzenden Depotgelände, auf dem von den USA auch Atomwaffen gelagert werden.

Eine islamistische Terrordrohung hat Medienberichten zufolge deutsche und amerikanische Sicherheitsbehörden alarmiert. Der deutsche Salafist Silvio K., der sich der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) angeschlossen habe, rufe zu Anschlägen in Deutschland auf, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe. Als Anschlagsziele nenne der 27-jährige Extremist das US-Atombombenlager auf dem Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz sowie öffentliche, private und kirchliche Einrichtungen, Ämter und Behörden, Transportwege und Verkehrsmittel.

Die schriftliche Terrordrohung, die über das Internet verbreitet werde, liegt der Funke Mediengruppe eigenen Angaben zufolge vor. Als "Krieger Allahs" fordere K. darin zum Kampf gegen Ungläubige in Deutschland auf. "Verpasst ihnen einen Schlag, den sie niemals vergessen werden", heiße es in dem Aufruf. Dann würden unterschiedliche Angriffsziele und Ausführungsvarianten genannt.

"Keine Hinweise auf bevorstehenden Anschlag"

Das Bundesinnenministerium und das Bundeskriminalamt (BKA) teilten am Donnerstag mit, die Gefährdung durch islamistische Terroristen in Deutschland werde weiterhin als "abstrakt hoch" eingestuft. "Gleichwohl liegen hier derzeit keine Hinweise auf konkrete Anschlagsplanungen oder einen bevorstehenden Anschlag vor." Dass der Salafist Silvio K. zu Attentaten in Deutschland aufrufe, sei dem BKA bekannt.

Die Sicherheitsbehörden unterstrichen, solche Aufrufe würden "grundsätzlich ernst genommen und fließen in die kontinuierliche Bewertung der Sicherheitslage in Deutschland ein". Deutschland stehe weiterhin im Zielspektrum des islamistischen Terrorismus. Das unterstreiche auch diese Botschaft. "Nach Überzeugung der Bundessicherheitsbehörden geht die derzeit größte Gefahr dschihadistischer Anschläge und Gewalttaten von Einzeltätern und autonom agierenden Gruppen aus."

Sicherheitsmaßnahmen in Büchel verstärkt

Silvio K. wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. Gegen den Verdächtigen werde bereits seit 2011 ermittelt, hatte das nordrhein-westfälische Landeskriminalamtes (LKA) vor drei Wochen mitgeteilt. Der gebürtige Sachse soll zunächst in Essen und dann in Solingen gewohnt haben und Anhänger des 2012 verbotenen Salafisten-Vereins Millatu Ibrahim gewesen sein. "Er ist ein Star der dschihadistischen Szene und findet Gehör bei 5000 bis 10.000 Salafisten in Deutschland", zitiert das "Hamburger Abendblatt" den Terrorexperten Guido Steinberg.

Vor allem die konkrete Anschlagsdrohung gegen das einzige US-Atomwaffenlager in Deutschland schlägt laut den Zeitungsberichten Wellen. Der Sicherheitsgürtel rund um das Nukleardepot auf dem Fliegerhorst Büchel, nahe Koblenz, sei verstärkt worden. In dortigen Bunkern sollen demnach bis zu 20 taktische Atombomben gelagert sein, jede einzelne mit einer vielfachen Sprengkraft der Hiroshima-Bombe.

mad/DPA/DPA
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