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21. März 2010, 18:14 Uhr

Horst Köhler fordert höhere Benzinpreise

Lange hat er geschwiegen, nun meldet sich Bundespräsident Horst Köhler mit einer streitbaren Forderung zu Wort. Damit das Auto häufiger stehen bleibt und die Umwelt geschont wird, sollten die Benzinpreise erhöht werden. Der ADAC kritisierte den Vorstoß als unsozial.

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Fordert, die Benzinpreise zu erhöhen: Bundespräsident Horst Köhler© Daniel Roland/AP

Bundespräsident Horst Köhler fordert von den Deutschen mehr Umweltbewusstsein und bringt dafür höhere Benzinpreise ins Spiel - gerade jetzt, wo Tanken so teuer ist wie lange nicht. "Wir müssen jetzt den Paradigmenwechsel hin zu einer Wirtschaftsweise einleiten, die unser Planet verkraftet und die letztlich auch mehr Sinn stiftet", sagte Köhler dem "Focus".

"Die Nation, die sich am schnellsten, am intelligentesten auf diese Situation einstellt, wird Arbeitsplätze und Wohlstand schaffen.“ Der Bundespräsident betonte: "Wir sollten zum Beispiel darüber nachdenken, ob der Preis von Benzin nicht tendenziell höher als tendenziell niedriger sein sollte." Der ADAC warf Köhler daraufhin eine "ideologische Verteufelung der individuellen Mobilität" vor.

Steueranteil auf Kraftstoff hoch

Der Preis sei immer noch das stärkste Signal, damit Menschen ihr Verhalten ändern, sagte Köhler. Die Deutschen bauten zwar die besten Autos. Aber ihm bereite Sorgen, dass die Volkswirtschaft so massiv vom Auto abhänge. "Sechzig Prozent der gesamten Innovationen ranken ums Auto, sagte mir jemand aus der Branche stolz. Mich macht das eher nervös." Dies sei ein Fall wie bei der Finanzkrise.

Die Forderung von Köhler nach höheren Kraftstoffpreisen ist nach Ansicht von ADAC-Präsident Peter Meyer unsozial. "In den Ohren vieler Millionen Pendler, die Tag für Tag weite Fahrstrecken in Kauf nehmen müssen, um an ihren Arbeitsplatz zu gelangen, klingen solche Äußerungen wie Hohn", sagte er am Sonntag in München. Schon heute liege der Steueranteil auf Kraftstoff bei über 70 Prozent. "Von jeder Tankfüllung gehen rund 50 Euro an den Staat", sagte Meyer. Es sei ungerecht, alle Anstrengungen zum Klima- und Umweltschutz einseitig dem Autofahrer aufzubürden.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 23)
 
H.P. (22.03.2010, 13:49 Uhr)
Das Gegenteil ist die Realität.
Ein sehr heikles Thema, Fakt ist: Die Treibhausgase zu verringern wird nicht möglich sein. Die US-Amerikaner sparen keine Energie, der Verbrauch in Indien und China wächst gigantisch. Viele Einsparerfolge durch moderne Technik werden durch Wachstum zunichte gemacht. Immer mehr Menschen fahren heute Auto und fliegen. Immer mehr Menschen verbrauchen mehr Energie und wollen satt werden. Den Ausstoß von Methangas durch Viehzucht und Reisanbau zu reduzieren würde das Hungerproblem weiter verschlimmern. Schon jetzt haben mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit nicht genügend zu essen. Und würden wir weniger Auto fahren und fliegen, würden weniger Autos und Flugzeuge gebaut, Arbeitsplätze gingen verloren, dem Staat fehlte die Mineralölsteuer usw. Unter diesen Voraussetzungen wird es nicht möglich sein den Ausstoß an Treibhausgasen weltweit zu verringern. Das Gegenteil ist die Realität.
http://die-welt-der-reichen.over-blog.de/pages/Klimawandel-774252.html
Altermann (22.03.2010, 12:32 Uhr)
Satire ?
Zukunft in Deutschland sieht m. E. in 10 Jahren so aus:
Es werden nur noch Autos der BMW 7 er ,8 Audi, S-Klasse und Geländewagen gebaut. Die Mindestgeschwindigkeit auf den Autobahnen wird auf 250 Kmh festgelegt. Der Liter Sprit kostet 25 ?. Die Reichen und Bonzen beherschen die Strassen, da die Normalbürger nur noch Rad fahren.
Nach ca. 5 Jahren haben sich die oberen Zehntausend durch tödliche Unfalle selbst eleminiert und wir haben wieder eine Volksherschaft (Demokratie).
Blog-Men (22.03.2010, 12:24 Uhr)
Köhler hat vollkommen recht
Ich bin weiß Gott kein Öko-Terrorist und Sympathisant der Bündnis 90 Multi-Kulti-Alles-wird-gut-nur-rettet-die-Wale-Vertreter, aber wir müssen bereits kurzfristig umdenken, wenn wir unseren Kindern einen bewohnbaren Planeten vererben wollen.

Höhere Spritpreise und die damit natürlich verbundenen ökönomischen Zwänge sind der richtige Stellehebel, NUR SO LANGE ES KEINE ALTERNATIVE GIBT, DIE BEZAHLBAR UND FUNKTIONELL ZUGLEICH SIND, ERÜBRIGT SICH DIE DEBATTE UM NOCH HÖHERE PREISE.

Als bekennender Youngtimerfahrer, der am WE gerne mal ne Spritztour macht, schaue ich -genau wie fast alle anderen auch- stets auf die Kosten. Mal losgelöst von solchen Spaßfahrten schränken sich die Autofahrer doch fast komplett ein.

Auto nur noch wirklich nutzen, wenn es anders gar nicht mehr geht... spritsparende Fahrweise... billig tanken... etc...

Mehr kann man nicht verlangen, denn noch höhere Preise treffen nur die Menschen, die auf das Auto angewiesen sind; z.B. um zur Arbeit zu kommen.

Wenn der Sprit also 2,50 bis 3,50 kostet, dann werden sich so manche im Niedriglohneinkommen gut ausrechnen, ob sich deren Job überhaupt noch lohnt.

Also lieber Herr BP,
im Ansatz OK, Ziel ist erstrebenswert, nur schaffen Sie für Alternativen, bevor Sie mit der Preispeitsche in den Ring steigen.
janus55 (22.03.2010, 11:46 Uhr)
Gisella
ich stimme Ihnen 100%ig zu.
alice_42 (22.03.2010, 11:45 Uhr)
Da äußert sich der Mann ...
... erstmal eine gefühlte Ewigkeit gar nicht, dann kommt eine klitzekleine halbherzige Kritik an der Regierung ... und dann ein absurder Vorschlag, mit dem versucht wird, die schwarz-gelbe Chaostruppe aus der Schusslinie zu nehmen. Was für ein durchsichtiges Manöver.

Von Merkel und Westerwelle ins Amt gehievt, wird sich der Mann wohl nicht ernsthaft mit der Regierungsarbeit auseinandersetzen.

Herr Präsident, mit Verlaub, Sie ... langweilen mich.
auwei (22.03.2010, 11:45 Uhr)
@Rangutan
Zitat: "Ich verstehe nicht warrum Bahnpreisse so hoch sind?" Ganz einfach: damit die Bahn als hoch attraktive Geldmaschine an die Börse kann und dort die Anleger verzaubert. Zumindest war das bis vor Kurzem der Traum der Verantwortlichen. Bezahlen soll(t)en das Ganze - wir:
Rangutan (22.03.2010, 11:11 Uhr)
Horst solt sein Einkaufen zu Fuß erledigen!
Frechheit! Ich bin nicht mehr ein Fan von der, ein Depp. Deutscher verzichten schon auf Auto wegen die Finanz-Krise. Weiter wird alles teurer wenn die Benzinpreiss steigt weil die Lieferwagen auch Kraftstoff brauchen. Köhler sollt schauen das die DB billiger wird. Ich verstehe nicht warrum Bahnpreisse so hoch sind?
Offenbach (22.03.2010, 11:07 Uhr)
Sehr enttäuscht
Na ja das war ja wohl nichts, obowhl unser BP eigentlich sonst gutes von sich gibt und auch kritisch hinterfragt, sehe ich das diesmal ganz anders. Wir sollen doch flexibel sein und auch fahren wenn es um das Thema Arbeit geht, weitere Preiserhöhungen sind so für den kleinen Mann nicht mehr tragbar.
Gisella (22.03.2010, 10:34 Uhr)
Auch DER
wird von uns, den steuerzahlern hoch bezahlt- für den mist , den er von sich gibt. Monatelang hört man NICHTS von ihm . Dann- will er uns das leben noch ungemütilcher machen. Den und dieses Amt , das er innehat brauchen wir nicht.
Benkku (22.03.2010, 10:27 Uhr)
1. angemessen - 2. doch nicht angemessen.
Wahrscheinlich hat sich das Amt eingeschaltet, den Strang "Horst Köhler fordert höhere Benzinpreise" wieder zu aktivieren. Allzu gefälliger vorauseilender Gehorsam in Verbindung mit seinem Namen war wohl selbst dem Bundespräsidenten zu viel und vorallem peinlich.

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