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AUTO: Die Ego-Prothese

Der Straßenschreck ist 25 geworden - und stern-Redakteur Harald Kaiser erinnert sich, wie er als Halbstarker mit dem VW Golf GTI den dicken Max machte.

Der Straßenschreck ist 25 geworden - und stern-Redakteur Harald Kaiser erinnert sich, wie er als Halbstarker mit dem VW Golf GTI den dicken Max machte.Schreck am Morgen

Es war Sonntagmorgen gegen sechs. Ein gewaltiger Rumpler schüttelte meine Freundin und mich wach. Völlig verschreckt und mit rasendem Herzen glaubte ich zunächst, ein Laster müsse gegen das Haus gedonnert sein. Doch schaukelnde Bilder an der Raufasertapete machten die Sache sonderbar.

Vorzeige-GTI

Keine Minute nach dem seltsamen Stoß schoss mir ein viel wichtigerer Gedanke durch den Kopf: Was war mit meinem neuen Auto unten in der Garage? Ich hatte mir wenige Wochen vorher einen Golf GTI gekauft: 110 PS stark, 182 km/h schnell, schwarz, mit einer feinen roten Einfassung um den Kühlergrill, Recaro-Schalensitzen mit Schottenmuster und einem Golfball auf der Spitze des Schaltknüppels. Sozusagen der Gipfel der GTI-Lust. Knapp 14 000 Mark musste ich für das Volkswagen-Geschoss berappen. 5000 Mark kamen von einem zinsgünstigen Darlehen meines Arbeitgebers.

Erdbeben-Schock

Hastig zog ich meine Jeans an und rannte die zwei Etagen zur Garage hinunter. Ich erwartete einen erschlagenen Traum, von tonnenschweren Betondeckenplatten zerquetscht. Doch er stand unversehrt in seiner Box. Inzwischen war wieder Ruhe eingekehrt, am Haus waren keine Schäden erkennbar. Ich traute dem Frieden jedoch nicht und fuhr den GTI vorsichtshalber raus auf den Garagenvorplatz. Später stellte sich heraus: Ein Erdbeben der Stärke 5,7 hatte am 3. September 1978 die noch schlafende Gegend rund um Stuttgart aufgeschreckt. Vom Epizentrum unterm Zollerngraben auf der Schwäbischen Alb her zitterte die Erde in Richtung Norden hoch bis Höfingen, wo ich damals wohnte.

Symbiotischer Start in den Tag

Nicht auszudenken, wenn mein schwarzer Blitz platt gemacht worden wäre! Von heute aus besehen wäre das ganz sicher der Auslöschung meines zweiten Ichs gleichgekommen. Jedesmal, wenn ich morgens eingestiegen bin, habe ich den Motor nicht schnöde angelassen. Gleichsam symbiotisch bin ich zusammen mit der Maschine gestartet - und zwar zum Verblasen von Granadas. Auf den etwa 25 Kilometern zur Arbeit (zumeist Autobahn) fand sich immer einer.

Ignorante LKW-Raser gefährden die Sicherheit im Straßenverkehr.

Potenz-Golf

Granadas waren schwankende Riesenschiffe von Ford mit Sechszylinder unter der Haube. Mit Glück und langem Anlauf kamen diese grässlichen Benzinschlürfer auf 180 Sachen. Mein Potenz-Golf jedoch, nur mit einem hochdrehenden 1,6-Liter-Vierzylinder ausgerüstet, konnte dank zweier Stundenkilometer Überschuss langsam daran vorbeiziehen.

Auf dem Papier. In Wahrheit war ich natürlich schneller. Echte 190 oder auch 195 km/h waren immer drin. Jedenfalls bergab. Ich hab¿s gestoppt. Dass mir der Motor dabei die Ohren fast taub gebrüllt hat, hab ich nicht bemerkt. Hauptsache, die Ultralangweiler in den Granadas und Opel Rekords sahen die GTI-Rücklichter.

Symbolische Standortbestimmung

Für Psychologen, die wahrscheinlich damals schon erforschten, wie Produkte auf ihre Besitzer abstrahlen und diese sich auch noch darin sonnen, war ich sicher ein Abziehbild ihrer Idealvorstellung. Im heute üblichen Kauderwelsch würde dies vermutlich so klingen: »Autoaffine Haltung zur Unterstützung von Individualisierung.« Dabei war mein Verhalten nur Ausdruck des ewig währenden Generationenkonfliktes: Ein junger Frechling wollte den alten Säcken an die Karre fahren. Nicht wirklich ins Blech natürlich, sondern nur zur symbolischen Standortbestimmung. Und wenn sich das Ego überschlug, dann haben wir schon mal mitten in der Stadt per Handbremswende reifenquietschend die Fahrtrichtung gewechselt. Heute sind die Macker cool, die schwarze Anzüge, darunter schwarze T-Shirts und auf der Nase schwarze Sonnenbrillen tragen und schwarze Dreier-Cabrios von BMW fahren. Bescheuert? Klar. Prothese für Egokrüppel? Auch klar.

Gebremster Schaum

Schon als ich damals mit dem Zug von Stuttgart nach Wolfsburg fuhr und im Werk die beglaubigte Kopie der Überweisung hinlegte mitsamt den Nummernschildern (BB JE-110), suhlte ich mich in der Gewissheit, gleich in einer heißen Kiste nach Hause zu fahren, auf die viele neidisch sein würden und die nur 9,2 Sekunden brauchte, um auf 100 zu beschleunigen.

Doch anfangs durfte ich nicht die Lahmärsche abhängen, die mich schon im Käfer genervt hatten. Die ersten 1000 Kilometer war Piano angesagt. Nicht über Tempo 100. Die Mechanik musste sich erst einlaufen. So fuhr ich die 600 Kilometer von Wolfsburg nach Stuttgart mit gebremstem Schaum. Aber dann. Nach der 1000er-Marke merkte ich allerdings, dass die Kupplung rutschte. Am Berg überholten mich die verhassten Granadas. Es war zum Heulen. In der Werkstatt stellte sich heraus, dass durch einen Haarriss im Getriebegehäuse Öl auf die Kupplung tropfte. Immer dann, wenn alles schön warm war und ich eigentlich hätte Gas geben können, öffnete sich der Spalt. Erst nach der Reparatur ging mein Herz auf.

Geile »Socken«

25 Jahre ist es her, dass der Renner auf den Markt kam, und nun gibt es einen Jubiläums-GTI mit 180 Turbo-PS, Klimaanlage, elektrischen Fensterhebern, elektrisch verstellbaren Außenspiegeln, Lederlenkrad, Sechsganggetriebe, vier Scheibenbremsen, geilen Niederquerschnittreifen (wir sagten »Socken« dazu) und all solchem Kram, den es damals zumeist noch nicht mal gegen Aufpreis gab. Fast 55 000 Mark kostet dieser 222 km/h schnelle Schlitten. Fast viermal so viel wie die Wagen zu Anfang der GTI-Welle. Aber eins ist geblieben: Bei diesem Preis müsste ich wieder um einen Mitarbeiterkredit bitten.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(